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24. November 2019

Immer mehr psychisch kranke Kinder


Für die blitzartig einschiessenden ­Kopfschmerzen bei Vanessa findet der Arzt keine Ursache. Das 13-jährige Mädchen ist kurzsichtig und hat ­Legasthenie. In der Schule kommt sie aber einigermassen mit. Ihre Mutter leidet unter starken Stimmungsschwan­kungen, der Vater ist ein Choleriker. Vor sechs Monaten war Vanessa mit ihrem Onkel in einen Autounfall verwickelt, der Onkel ist dabei gestorben. Das Mädchen kann mit niemandem darüber reden, sie hat nur einmal ihrer besten Freundin davon erzählt. Der Arzt schickt Vanessa für weitere Abklärungen zum Psychiater. Dieser diagnostiziert eine ­Somatisierungsstörung. Vereinfacht gesagt: Vanessa kann den Tod ihres Onkels nicht verarbeiten und reagiert mit Kopfschmerzen. Solche Fälle sind typisch für Kinder und Jugendliche – seelische Leiden führen bei ihnen oft zu körperlichen Symptomen. Und: Derartige Fälle sind nicht nur typisch, sondern auch sehr häufig. 
Immer mehr Kinder müssen zum Psychiater, Sonntagszeitung, 24.11. von Dominik Balmer

11. August 2019

Bubenfeindliche Schule


Tausende Kinder betreten am Montag eine neue Welt: In mehreren Kantonen findet der erste Schultag statt. Wie gut die Buben und Mädchen in der Schule abschneiden werden, liegt allerdings nicht nur an ihrem Engagement, Können oder ihrer Intelligenz. Nein, auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Der Schulerfolg ist weiblich. 
Wie bubenfeindlich ist die Schule? Schweiz am Wochenende, 10.8. von Yannick Nock

4. Februar 2019

"Grosse Klassen verunmöglichen Umgang mit ADHS"


Was tun mit hyperaktiven Kindern? Vielen wird zur Beruhigung das Medikament Ritalin verschrieben. Alternativ gibt es in der Schweiz nur ein wissenschaftliches, nichtmedikamentöses Trainingsprogramm. 
Ritalin fürs Klassenzimmer, Luzerner Zeitung, 17.1. von Sabine Kuster

Problematisches Medikament


Bereits seit längerer Zeit ist die Schweiz betreffend Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS-Diagnosen und Ritalin-Abgabe an Kindern, in der Kritik. Im Jahr 2015 bemängelte sogar der UNO-Kinderrechtsausschuss in einem Bericht, dass Kinder in der Schweiz zu häufig die Diagnose ADHS erhalten würden. Man zeigte sich berechtigterweise besorgt über den damit verbundenen Anstieg bei den Verschreibungen von Ritalin und anderen Psychostimulanzien, obschon es deutliche Hinweise auf schädliche Auswirkungen dieser Medikamente gebe. 
Luzerner Zeitung, 24.1. Leserbrief von Martina Amato

Verständnis brauchen sie, nicht Ritalin


Wie Frau Amato aus Oberkirch erlebe ich, wie mit dem Eintritt in den Kindergarten für unzählige Kinder leidvolle Jahre beginnen. Nur weil sie etwas lebhafter sind und sich nicht so gut konzentrieren können, bekommen sie rasch die Diagnose ADHS. Man stützt sich dabei nur auf Äusserlichkeiten, nicht auf nachweisliche Hirn-Veränderungen. 
Luzerner Zeitung, 1.2. Leserbrief von Claudia Meier-Preuschoff

16. Januar 2019

Was tun mit hyperaktiven Kindern?


Politisch gibt es Handlungsdruck. Und viele Motionen: «ADHS ist keine Krankheit! Die wirklichen Ursachen müssen angepackt werden.» Das forderte Nationalrätin Verena Herzog, SVP. Letzten September wurde ihre Motion vom Ständerat abgelehnt. Vorstösse zu Ritalin und Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt es jedes Jahr im Parlament, aus allen Parteien. 2017 wurde eine Motion von Yvette Estermann, SVP, abgeschrieben, die gefordert hatte, der Bundesrat solle Massnahmen ergreifen um den Ritalin-Konsum einzuschränken. Yvonne Feri (SP), Oskar Freysinger (SVP), Erich Siebenthal (SVP), Jacqueline Fehr (SP), Ruth Humbel (CVP). Die besorgten Nationalräte sind zahlreich. 
Ritalin fürs Klassenzimmer, Basellandschaftliche Zeitung, 16.1. von Sabine Kuster

22. Juli 2018

Ursachen für den Anstieg von ADHS finden

Würde man neben die Kurve, welche die Zunahme an Plätzen in Kitas und Tagesschulen in den vergangenen 30 Jahren ausweist, diejenige der ADHS-Diagnosen («Kritiker fürchten neuen Ritalin-Boom», NZZ 3. 7. 18) im gleichen Zeitraum legen, wären die beiden Linien vermutlich fast deckungsgleich. Sollte dem so sein, würde das zwar noch keinen Kausalzusammenhang belegen, man könnte einen solchen aber zumindest einmal prüfen. An unserer Schule sind viele Kinder von 7 Uhr morgens (Frühstück) bis abends um 17 Uhr auf dem Schulareal, immer umgeben von Tumult und weitgehend ohne Rückzugsmöglichkeiten. Es «läuft» immer irgendwo irgendetwas. Können wir wirklich völlig ausschliessen, dass die externen Betreuungsangebote in erster Linie den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Eltern entsprechen, denjenigen der Kinder aber nur bedingt? Ich finde, wir schulden es den Kindern, die Ursache(n) für den Anstieg der ADHS-Diagnosen zu finden und wenn möglich zu eliminieren – auch mit dem Risiko, dass die Ergebnisse der Studien vielen Erwachsenen nicht gefallen könnten.
Immer mehr ADHS-Kinder, NZZ, 11.7. Leserbrief von Andreas Gilgen



7. März 2018

"Unterricht für alle im gleichen Tempo ist nicht mehr angebracht"

Eine neue Pilotstudie der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) zeigt, dass die Leistungen in Mathematik und Deutsch aller Schüler in einer Klasse mit integrierten Kindern im Durchschnitt liegen. Auch wenn eine erste Berichterstattung das Gegenteil nahelegte. Man kann also sagen, die Integration funktioniert. Dennoch fühlen sich laut Studie Kinder mit sonderpädagogischen Massnahmen schlechter integriert als ihre Mitschüler.
"Es gibt keine Kinder, die man nicht integrieren kann", Landbote, 7.3. von Katrin Oller

26. Dezember 2017

ADHS - keine Ausrede

Bis vor rund 10 Jahren gingen Experten davon aus, dass es ADHS im Erwachsenenalter gar nicht gibt. Wird die Störung heute dafür zu oft diagnostiziert? Zwei Solothurner Psychologen über die Erkrankung und deren Vorurteile.
Rund 340 Kilogramm Metylphedinat werden jährlich in die Schweiz geliefert. Dabei handelt es sich entweder um fertige Medikamente gegen ADHS, oder um Präparate, aus denen Apothekern beispielsweise Ritalin herstellen. Mit Psychostimulantien, zu welchen auch Metylphenidat-Präparate gehören, entsteht jährlich ein Umsatz von rund 20 Millionen Franken.

21. Dezember 2017

Wann kommen bei uns die Zwangsjacken?

Schülerinnen und Schüler haben es oft ganz schön schwer. Manche von ihnen, so las man in den letzten Tagen vor allem in der deutschen Presse, haben in ihrem Schulalltag noch schwerer zu tragen. Es geht nicht um übergewichtige Schultheks, sondern um Sandwesten. Die bis zu fünf Kilo schweren Hilfsmittel sollen unruhigen Kindern in Hamburger Grundschulen helfen, zur Ruhe zu kommen.
Sandwesten für Zappelkinder, Tages Anzeiger Mamablog, 21.12. von Nadia Meier

24. Oktober 2017

Buben hinken den Mädchen schulisch hinterher

Noch bis in die 90er-Jahre hatten mehr junge Männer als Frauen die Matura gemacht. Inzwischen aber hat sich das Blatt gewendet: In allen Kantonen haben die Frauen die Nase vorn – laut Zahlen des «Tages-Anzeigers» zum Teil deutlich.
"Buben entwickeln in der Pubertät eine Anti-Lerner-Kultur", SRF, 24.10.

25. September 2017

ADHS: Ritalin kann helfen

Ein neues Schuljahr kann Schüler wie Eltern stark verunsichern. Auch deshalb, weil es allenfalls plötzlich um eine Abklärung oder Therapie des eigenen Kindergarten- oder Schulkindes geht: bei der Logopädin, der Psychomotorik-Lehrerin oder Schulpsychologin. Ein Interview mit dem Psychologen Roland Käser über die zunehmende Diagnose von Aufmerksamkeitsstörungen, das Medikament Ritalin und was Frühgeburten mit all dem zu tun haben. Roland Käser arbeitet seit Jahrzehnten im Schulpsychologischen Dienst.
"Ritalin kann ein Segen sein", Mamablog, 21.9. von Gabriela Braun

30. Mai 2017

Über die auseinanderklaffende Theorie und Praxis der integrativen Schule

Florian trieb alle zum Wahnsinn: seine Lehrerinnen, seine Pultnachbarn, die ganze Klasse. Er war ständig in Bewegung, an seinem Pult, oft aber auch im ganzen Schulzimmer unterwegs. Kommentierte lautstark, was gerade seine Aufmerksamkeit erregte. Der Schulstoff, den die Lehrerin gerade behandeln wollte, war selten darunter. Sein Benehmen war störend. Und zwar durchgehend, pausenlos. Und er steckte damit zwei, drei für derlei Abwechslung höchst dankbare Kollegen an – schliesslich blieb ja vieles von dem, was er tat, ohne Sanktion, also durften sie auch.
Integration - der nächste Hype der Reformer, Luzerner Zeitung, 30.5. von Gottlieb F. Höpli

23. April 2017

Schwierige Kinder: Lehrerweiterbildung statt Ritalin

Aufmerksamkeitsdefizit-HyperaktivitätsStörungen (ADHS) erhalten aktuell in Gesellschaft und Politik viel Aufmerksamkeit. Diese Störungen sind verbreitet und beeinträchtigen nicht nur das Lernen, die Leistungen und die Schulkarriere der Kinder. Als Jugendliche und junge Erwachsene kommt es bei vielen Betroffenen zu einer erhöhten Neigung zu Suchtmittelkonsum und Gewalt. Entsprechend können diese Verhaltensstörungen den Eintritt in die Berufstätigkeit erschweren. Nicht zuletzt belasten sie Lehrpersonen im Unterricht. Manchmal werden klinische Diagnosen vorschnell gestellt und die störenden Symptome medikamentös behandelt. Das kann für die Betroffenen und ihren späteren Lebenslauf unabsehbare Konsequenzen haben. Längst nicht in allen Fällen braucht es eine medikamentöse Ritalin-Behandlung. Es gibt pädagogische Massnahmen, um Kinder mit einer Neigung zu ADHS in der Schule zu fördern. 
Pädagogische Lösungen für Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit, Schweiz am Wochenende, 22.4. von Markus Neuenschwander

17. Juli 2016

Tendenz zu Nachteilsausgleich steigend

Schüler mit Handicaps können an Prüfungen vermehrt auf Erleichterungen zählen. An Berufs- und Mittelschulen gibt es für Schüler mit Beeinträchtigungen immer öfter Sonderregeln an Prüfungen. Die Grauzone sei gross, sagen Kritiker.
Klausuren sind für Schüler mit Lese- oder Rechenschwäche eine besondere Herausforderung, Bild: Peter Cade
Mehr Hilfe für schwache Schüler, NZZaS, 17.7. von René Donzé

3. Juli 2016

ADHS - eine erfunden Krankheit?

Es ist nun schon über zwanzig Jahre her, seit die Frage, wie auffälliges Verhalten von Kindern zu erklären und zu behandeln sei, im Raum steht. Beunruhigende Zahlen zum Anstieg von Diagnosen und verschriebenen Medikamenten sorgen kurzfristig für Aufsehen, dann bestimmen andere Tagesaktualitäten die Diskussion. Der folgende Artikel greift die Fragestellungen wieder auf, in der Hoffnung, die längst fällige Auseinandersetzung weiterzuführen.
ADHS – eine längst fällige Diskussion zu Ende führen, Zeit-Fragen, 21.6. von Bernadette Fontana

17. April 2016

Taktgebung sehr wichtig

Für Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten ist eine Taktgebung von aussen sehr wichtig, sagen zwei Fachärzte.













Die Stützung des Selbstwertgefühls ist zentral, Bild: iStock
"Es herrscht eine Unorganisiertheit im Tun", Basler Zeitung, 13.4. von Denise Dollinger

18. April 2015

Konstante Bezugspersonen für ADHS-Kinder

Jürg Forster leitet den Schulpsychologischen Dienst der Stadt Zürich. Im Interview äussert er sich über die Integration von ADHS-Kindern an der Volksschule.





Spezielle Betreuung für ADHS-Kinder ist nicht immer möglich, Bild: Martin/Le Figaro/Laif

"Ein wichtiges Problem sind die vielen Bezugspersonen an Schulen", Tages Anzeiger, 16.4. von Felix Straumann

22. Dezember 2014

Ritalin-Abgabe wächst

Die Zahl der midikamentös behandelten ADHS-Fälle hat sich im Kanton Zürich innerhalb von sechs Jahren verdoppelt.
NZZ, 1 von 40 Schulkindern in Zürich nimmt Ritalin, NZZ, 19.12.

11. Dezember 2014

ADHS als kulturelle Pandemie

Mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche erhielten in Deutschland 2011 die Diagnose für eine Krankheit, die erst in den neunziger Jahren Karriere gemacht hat: ADHS. Das Zappelphilipp-Syndrom gibt es nicht überall auf der Welt, in Asien kennt man es kaum. Wie kulturell bedingt ist sein Auftreten?



Manfred Schneider lehrt deutsche Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum



Zappelphilipp, eine Karriere, NZZ, 11.12. von Manfred Schneider