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13. März 2021

Nicht das Geschlecht, sondern die soziale Stellung entscheidet über den Schulerfolg

Die Geschichte wiederholt sich, aber ist sie auch wahr?

Seit Jahren berichten Medien über die Buben als «Bildungsverlierer». Buben könnten nicht mehr Buben sein, lautet der Vorwurf, bubenfeindlich und ungerecht sei die Schule. «Schlaue Mädchen, dumme Jungen», titelte der «Spiegel» schon 2004. «Buben sind die Dummen», stand 2009 im «Beobachter». Das Schweizer Fernsehen fragte 2019: «Braucht es reine Buben-Klassen?»

Auch «Das Magazin» ging dem nach, 2008 in einem Interview mit Remo Largo. Der Kinderarzt sagte: «Der gute Schüler von heute ist ein Mädchen. Das liegt aber nicht an seiner Kompetenz, sondern an seinem Verhalten.»

Werden Buben in der Schule benachteiligt? Tages Anzeiger Magazin, 13.3. von Christoph Gertsch

16. Dezember 2020

Thurgauer wollen weg von Durchschnittsnoten

Die Lehrerschaft muss sich neu orientieren: Im Rahmen des Lehrplans Volksschule Thurgau wird die Notengebung der Schülerinnen und Schüler neu definiert: Es ist nicht mehr nur der Durchschnitt der Prüfungen, der in einem Fach die Zeugnisnote gibt, sondern es kommen viele weitere Kriterien dazu. Als Einführung in das Thema der neuen Beurteilungsform führten die Schulen Frauenfeld die diesjährige Klaustagung durch.

Chlaustagung zur neuen Notengebung, Untersee-Nachrichten, 14.12. von Thomas Birri

3. September 2020

Thurgau hat ab nächstem Schuljahr neue Zeugnisse

Im Kanton Thurgau wurde in einem Schulversuch und einem breit angelegten Dialog mit Lehrpersonen, Ausbildnern, Wirtschaftsvertretern und Fachdidaktikern ein neues Beurteilungsreglement erarbeitet. Ziel war es, im Reglement alle wichtigen Vorgaben zu bündeln und das Thurgauer Volksschulzeugnis verständlich, gut lesbar, aussagekräftig und einheitlich aufzubauen.


Die Beurteilungskriterien wurden angepasst, Screenshot Toponline

Beitrag von TeleTop auf Toponline.ch, 2.9.

5. August 2020

Verhaltensauffällige Kindergärtler

Jahr für Jahr gibt es im Thurgau mehr Kinder mit Sonderschulstatus. 2019 waren es rund 880 Schülerinnen und Schüler, was 2,9 Prozent entspricht. «Einen besonderen Anstieg beobachten wir bei den Kindergärtlern mit Verhaltensauffälligkeiten», sagte Beat Brüllmann, Chef des kantonalen Amts für Volksschule, am Mittwoch am Medientermin zum Schuljahresbeginn. Brüllmann sprach von Kindern, die auf ihre Kindergärtnerin losgehen, sie beissen oder kratzen.

Davon weiss auch Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands Thurgauer Schulgemeinden. Er ergänzte:

«Das Alter für den Kindergarteneintritt wurde heruntergesetzt. Die Kinder sind daher auch unselbständiger.»

Die Kindergärtnerinnen müssten zum Beispiel helfen, Schuhe anzuziehen. Brüllmann sprach von der schwierigen Aufgabe, die Kinder für den Schuleintritt zu sozialisieren.

Über die Gründe für die Verhaltensauffälligkeiten kann Brüllmann nur spekulieren: Vielleicht habe es damit zu tun, dass viele Kinder die Sprache nicht können oder dass sie zu Hause nicht richtig betreut werden. Das Amt arbeitet an Massnahmen, welche die Situation verbessern sollen.

Rund 23 Prozent aller Kinder mit Sonderschulstatus werden in Regelklassen unterrichtet, die übrigen separat in eigenen Klassen.

Dass es mehr Schüler mit Verhaltensauffälligkeiten gibt, hat auch damit zu tun, dass es insgesamt mehr Schüler gibt. Am Montag treten im Thurgau rund 2900 Mädchen und Knaben neu in den Kindergarten ein. Insgesamt erwarten die Volksschulen rund 30'400 Kinder und Jugendliche zum Start ins neue Schuljahr. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zu heute wird es bis 2028 gemäss Prognosen einen weiteren Anstieg von 14 Prozent geben.

Schulische Heilpädagogen sind weiter gesucht

Mit einem Lehrermangel sehen sich die Thurgauer Schulgemeinden aktuell nicht konfrontiert. «Praktisch alle Stellen konnten besetzt werden», sagte Leuenberger. Er wies aber darauf hin, dass viele Lehrpersonen bald in Pension gehen. Engpässe könnte es eventuell bei Kindergartenlehrern und Schulleitungen geben. «Vor allem, wenn kleine Pensen zu vergeben sind», präzisierte Brüllmann. «Wir beobachten die Situation.»

Schwierig zu besetzen sind auch die Stellen für Schulische Heilpädagoginnen. Dieses Thema wird das Amt für Volksschule in nächster Zeit schwerpunktmässig anschauen und gegebenenfalls den Einsatzbereich dieser Fachpersonen überarbeiten.

Leuenberger berichtete weiter von einer gestiegenen Nachfrage nach Logopädie für Kinder vor dem Kindergarteneintritt. Das stelle die Schulgemeinden vor eine Herausforderung, sodass es zum Teil Wartelisten für einen ersten Termin gebe.

Trotz «Chaosphase» gutes Corona-Zwischenzeugnis

Die Coronakrise haben die Thurgauer Schulen bisher erfolgreich gemeistert, bilanzierten Brüllmann und Leuenberger. Auch wenn der Amtschef die Übergangsphase von der Schulschliessung bis zum Start des Fernunterrichts als Chaosphase bezeichnete. Die Schulen hätten etwas völlig Neues auf die Beine stellen müssen.

 

Dank des Einsatzes der Lehrer, die zum Teil auch bei Schülern zu Hause vorbeigegangen seien, hätten aber alle auch während des Lockdowns erreicht werden können. Leuenberger berichtete, dass die Schulen die Arbeit der kantonalen Task-Force geschätzt haben.

Sek Müllheim setzt Lehrplan für Schule mit Lernlandschaft um

Die Lehrer der Sek Müllheim, wo der Medientermin stattfand, arbeiten bereits an der Zeit nach Corona. Schulleiter Walter Strasser erklärte, wie an seiner Schule vor allem in Lernlandschaften gearbeitet werde.

Mit finanzieller Unterstützung des Kantons bereitet die Schule nun für das übernächste Schuljahr den Unterricht so vor, dass die Inhalte des neuen Lehrplans und die Stundentafel zum Arbeiten in der Lernlandschaft passt. Vor allem junge Lehrer direkt nach der Ausbildung haben grosses Interesse an dieser Art von Schule, sagte Strasser.

 


Lehrer nicht verantwortlich für Einhaltung der Quarantäne ihrer Schüler

Die Thurgauer Schulen können so mit dem neuen Schuljahr beginnen, wie sie aufgehört haben. Eine Maskenpflicht gibt es fürs Erste nicht. Dass Schüler nach der Rückkehr aus einem Risikoland in Quarantäne bleiben, sei in der Verantwortung der Eltern. Schüler, die in Quarantäne sind, erhalten keinen Fernunterricht, aber Lernmaterial für diese Zeit.

Keine Maskenpflicht an Thurgauer Volksschulen - Lehrer "nicht verantwortlich" für Einhaltung der Quarantänepflicht ihrer Schüler, St. Galler Tagblatt, 4.8. von Larissa Flammer

29. Mai 2020

Sexualkunde: Aufklärung oder Umerziehung?

Im deutschsprachigen Raum ist die Sexualkunde unbemerkt von marxistischen Extremisten gekapert worden. Unsere Kinder sollen umerzogen werden.

Sex im Schulzimmer, Schweizerzeit, 29.5. von Hermann Lei

2. März 2020

Bessere Luftqualität im Thurgau


Rund 50 Fachleute – unter anderem Schulleiter, Luft- und Energiespezialisten, Hauswarte und Ingenieure – fanden sich kürzlich zum Event «Raumluft macht Schule» in Weinfelden ein, zu welcher die Initiative «Meine Raumluft» eingeladen hatte. Dabei diskutierte man die Frage, wie die Luftqualität in den Schulen positiv beeinflusst werden könnte.
Es diskutierten (vlnr):  Martin Müller, Peter Störchli Thomas Wieland und Wolfgang Bosshart. Bild: Christoph Lampart

An Thurgauer Schulen gibt es noch viel zu tun, um die Luftqualität zu verbessern, St. Galler Tagblatt, 1.3. von Christoph Lampart

16. Februar 2020

SVP fordert frühe Deutschkurse


Andreas Wirth sagt es deutsch und deutlich: «Ein Drittel aller Kinder in Frauenfeld können zu wenig gut Deutsch, wenn sie in den Kindergarten kommen.» Wirth ist Schulpräsident in Frauenfeld und sitzt für die SVP im Kantonsrat. Er hat am Positionspapier Bildung der SVP Thurgau (siehe Kasten) mitgearbeitet. Dieses stellte die Partei in Weinfelden vor. Es bildet den Köcher für bildungspolitische Vorstösse.
Deutsch als Passepartout, St. Galler Tagblatt, 14.2. von Sebastian Keller

20. Januar 2020

Lernen hat mit Sprache zu tun

Die diesjährige Thementagung des Amts für Volksschule und der Pädagogischen Hochschule Thurgau stellte die Sprachbildung ins Zentrum. Dies unter dem Motto: Nur wer die Schulsprache Deutsch beherrscht, kann sich Wissen aneignen.
Die Thurgauer Tagung befasste sich mit Sprachbildung, Bild: Ostschweiz

24. November 2019

Nulltoleranz bei Mobbing


Frauenfelder Oberstufenschüler lästern auf Instagram über Lehrer und Schüler. Garniert mit Fotos, die auch in den Lektionen aufgenommen wurden. Die Schulleitung informierte Anfang dieser Woche die Eltern, stellte klar, dass es sich nicht um einen «harmlosen Scherz» handle. Drohungen gegen Schüler brachten im Februar Aadorf in die Schlagzeilen. Die Schule informierte; die Jugendanwaltschaft ermittelte.
Kantonsräte fordern Nulltoleranz bei Mobbing an Thurgauer Schulen, Thurgauer Zeitung, 21.11. von Sebastian Keller

31. Oktober 2019

SVP-Vorstoss gegen die Feminisierung der PH und der Volksschule


«Im Nachgang zum Frauenstreik vom vergangenen Juni und der Forderung nach vollständiger Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen liegt der Vorwurf der Diskriminierung der Männer auf der Hand», heisst es in der Interpellation «Feminisierung der PH und der Volksschule», mit der sich die SVP-Kantonsräte Andrea Vonlanthen, Aline Indergand und Hermann Lei an den Regierungsrat richten.
"Vorwurf der Diskriminierung der Männer liegt auf der Hand": Im Thurgau sind vier von fünf Lehrkräften Frauen - das sorgt nun für Kritik, St. Galler Tagblatt, 30.10. von Judith Schuck

25. August 2019

Haben textiles und technisches Gestalten eine Zukunft?


Vo de Näschi und de Hobli zum textilen und technischen Gestalten
Handwerkliches Arbeiten mit Textilien hat in Thurgauer Schulen eine 170-jährige Tradition. Werken mit Karton, Holz und Metall wird seit rund 100 Jahren unterrichtet.
Die Ausführung mancher Arbeiten hat sich über diese Zeitspanne kaum verändert – die erzieherischen Zielsetzungen des Unterrichtes hingegen schon.
Unterricht in Handarbeit und Werken galt jahrzehntelang als Vorbereitung auf die Tätigkeit als Hausfrau oder auf einen handwerklichen Beruf. Er sollte Tugenden wie Fleiss, Sparsamkeit und Sauberkeit fördern.
Neue Materialien, neue Techniken und veränderte gesellschaftliche Bedürfnisse haben seither den Stellenwert des handwerklichen Produzierens verändert. Ist es heute noch sinnvoll im Unterricht traditionelle handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln? Machen industrielle Fertigung und Roboter das Handwerk überflüssig? Der aktuell eingeführte Lehrplan Volksschule Thurgau (Lehrplan 21) jedenfalls hat das Handwerk erneut aufgenommen.
Die Ausstellung findet sich im Schulmuseum Amriswil. Nähere Infos: www.schulmuseum.ch
Bild: Schulmuseum Amriswil



14. Juli 2019

Respektlosigkeit statt Dialog


An der Sekundarschule im thurgauischen Wigoltingen eskalierte im Frühling ein Konflikt mit der Schulführung. Der nun vorliegende Bericht des Kantons liest sich wie das Protokoll eines Führungsversagens – und er sagt, was besser zu machen ist.
Anleitung, wie man eine Schule (nicht) führt, NZZ, 12.7. von Jörg Krummenacher

10. Juli 2019

Umstrittene Thurgauer Zeugnisse


Die Aufgabe des Regierungsrats wird nicht einfach. Er muss in einem Jahr entscheiden, wie die Volksschulzeugnisse im Thurgau künftig entstehen und aussehen werden. Eine Umfrage zeigte jedoch im Januar, dass sogar Lehrpersonen und Schulleitungen unterschiedliche Wünsche haben. 
Thurgauer Lehrer finden Kompetenzprofile im Zeugnis wenig hilfreich - Eltern und Lehrbetriebe dagegen schon, Thurgauer Zeitung, 3.7. von Larissa Flammer

27. Juni 2019

Wigoltinger haben kein Vertrauen mehr in Behörde


An der Schulgemeindeversammlung wollten die Stimmbürger lieber über die Krise sprechen, als über die Rechnung 2018. Das Misstrauen gegenüber der Behörde ist gross, viele Fragen und Anträge bestimmten den Abend.
Viele kritische Fragen wegen Schulstreit: Wigoltinger Schulbürger haben kein Vertrauen mehr in die Behörde, St. Galler Tagblatt, 27.6. von Sabrina Bächi

22. Juni 2019

Verfilzte Schulleitungen


Fussballtrainer werden bei Misserfolg oder Unstimmigkeiten gefeuert, die Mannschaft jedoch bleibt. Bei Schulleitern ist das oft umgekehrt: Sie bleiben, die Lehrkräfte aber müssen gehen. Mittendrin in akuten Fällen: zwei ehemalige Spitzensportler.


Unrühmliche Seilschaften an den Schulen, NZZ, 22.6. von Jörg Krummenacher


Vorsicht vor selbsternannten Experten


An der Sekundarschule in Wigoltingen TG haben 7 von12 Lehrpersonen auf Ende Schuljahr gekündigt, nachdem ein Streit mit den beiden Schulleitern und der Schulpräsidentin eskaliert war. Es geht dabei um eine grundsätzliche Auseinandersetzung um pädagogische Konzepte, Aufgaben von Lehrpersonen sowie um die Ausrichtung der Volksschule. Lutz Wittenberg hat sich bei dem in Wigoltingen lebenden Schulpsychologen Willi Ruoss, der sich nach 37-jähriger Tätigkeit seit kurzem im Ruhestand befindet, genauer erkundigt.

18. Juni 2019

'Lesen durch Schreiben' sofort verbieten


Im Thurgau werden immer mehr Volksschulen zu Lernwerkstätten umgewandelt, in der die Lehrperson nicht mehr normal unterrichten, sondern nur noch autonom lernende Schüler begleiten sollen. Der aktuelle Konflikt in Wigoltingen hat bekanntermassen auch mit solchen Umwälzungen zu tun, gegen die sich die dortigen Lehrpersonen gewehrt haben. Schulleitung und Schulbehörde beharren jedoch auf ihrem Reformkurs.

Schreibbeispiel mit Lehrerkommentar. Bild: Eltern für eine gute Volksschule

Rechtschreiben oder schlechtschreiben? Eltern für eine gute Volksschule, 18.6.

13. Juni 2019

Wigoltingen: Kanton greift ein

In Wigoltingen kam es in den vergangenen Wochen zu Turbulenzen an der Volksschule. Nun wird das kantonale Departement Erziehung und Kultur aktiv. Es wird den Fall untersuchen und verspricht Antworten noch vor den Sommerferien. Über die Hälfte der Lehrkräfte an der Oberstufe Wigoltingen hat im Mai das Handtuch geworfen. Die Kündigungen waren der Höhepunkt von Auseinandersetzungen zwischen dem Lehrkörper einerseits und dem Schulleiter und der Schulpräsidentin andererseits. Seither machten sich die beiden Gruppen gegenseitig Vorwürfe via Medien.

Schulpsychologe kritisiert Schulbehörde und Bildungsdepartement

Willi Ruoss macht sich Sorgen. Der ehemalige Thurgauer Schulpsychologe wohnt in Wigoltingen und hat die Konflikte in der dortigen Schule hautnah miterlebt. Dass so viele Lehrpersonen kündigten, schreibt er jedoch nicht nur dem neuen Tempo und der Führungsstruktur zu, sondern vor allem auch dem pädagogischen Konzept, welches die beiden neuen Schulleiter Mirko Spada und Philipp Zimmer nach Wigoltingen brachten.
Beide kommen aus Privatschulen, welche eine hohe Autonomie des Kindes ins Zentrum setzen. «Es tönt sympathisch, human und kindszentriert, aber es ist gefährlich», sagt Willi Ruoss. Es sei eine Überbetonung der kindlichen Selbstständigkeit. Er weiss, dass diese Ideologie und deren Umsetzung einer der Streitpunkte zwischen den Oberstufenlehrern und der Schulleitung waren. «Die Lehrer haben sich zu Recht gewehrt.»
"Die Behörde wurde geblendet", Thurgauer Zeitung, 13.6. von Sabrina Bächi