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1. September 2018

Vom pädagogischen Establishment, neoliberalen Bildungsreformen und Big Business

Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner, doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex, wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger

17. Januar 2018

Demokratieabbau in der Zürcher Volksschule

Bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Kontrolle der Volksschule auf Gemeinde-, Bezirks- und Kantonsebene direktdemokratisch und subsidiär gewährleistet durch die Wahl der Lehrerinnen und Lehrer, der Schul- und der Bezirksschulpflege und durch die Lehrerkapitel und die Synode. Das hatte seinen Sinn, weil die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sowie die Lehrerinnen und Lehrer in den Gemeinden genau wussten, was vor Ort für ihre Kinder gefordert war. In diesem austarierten Netz der Verantwortlichkeiten war der Erziehungsrat mit dem Erziehungsdirektor die oberste Instanz. Die Erziehung war Sache der Kantone.
Seit dreissig Jahren wird dieser direktdemokratische Konsens zur Kontrolle der Volksschule aber stetig abgebaut. Die Entscheidungsmacht wurde besonders seit Buschor an die Bildungsdirektion, d. h. an die Verwaltung, die Pädagogische Hochschule und an demokratisch nicht legitimierte und teilweise auch verdeckt agierende zentralistische (EDK) und internationale (wirtschaftsorientierte) Gremien (OECD) und ihre Pressuregroups (wie z. B. Stiftungen und IT-Konzerne) abgegeben. HarmoS und der Lehrplan 21 zementieren diese Machtstrukturen.
Demokratieabbau in der Zürcher Volksschule, Kindgerechte Schule, 14.1.

19. April 2017

Sekundarlehrer trugen Krawatte und Jackett, Reallehrer Arbeiter-Schürzen

Lilo Lätzsch gibt das Präsidium des Lehrerverbandes Zürich ab. Zum Abschied spricht sie über Ansprüche von Eltern - und verteilt den Regierungsräten Noten.
Lätzsch findet es gut, dass die Lehrer von der Kanzel gestiegen sind, Bild: Raisa Durandi
"Für Silvia Steiner gäbe es noch eine knappe 4", Tages Anzeiger, 19.4. von Daniel Schneebeli

19. September 2016

Wissenschaftliche Erkenntnisse nicht gefragt

Die Frage um Sinn und Unsinn des frühen Fremdsprachenunterrichts steht schon seit Jahren im Raum. Bereits 1997 setzte Ernst Buschor und seine Lobby den Beginn des Englischunterrichts überraschend auf die zweite Primarklasse fest . Der Entscheid  fiel nach einem Tagungsbesuch Buschors in den USA!  Er warf damit im Kanton Zürich die bereits aufgegleiste Planung des Fremdsprachenunterrichts  über den Haufen und verhinderte ein gemeinsames Vorgehen der Kantone. Der nachfolgende Schulversuch im Kanton Zürich mit Frühenglisch zeigte dürftige Ergebnisse. Verschiedene unabhängige Studienverwiesen auf die falschen Annahmen bezüglich des frühen Sprachenlernens imRahmen der Schule. Dennoch wurde Frühenglisch und Frühfranzösisch mit riesigemfinanziellem Aufwand flächendeckend eingeführt. Das Diktat hatten die globalen (Bildungs-)Konzerne, da waren wissenschaftliche Erkenntnisse nicht gefragt und nicht gewünscht.
Von Eliane Perret, 19.9.

26. August 2016

Buschor und Reynard zum Französischunterricht

Wann hatten Sie zuletzt Schwierigkeiten, sich auf Deutsch oder Französisch auszudrücken?
Mathias Reynard: Das war bei meiner Eröffnungsrede im Nationalrat 2011. Mein Deutsch war damals sehr schlecht. Für mich war das ein Schlüsselmoment: Ich habe realisiert, dass ich die Sprache unbedingt besser lernen muss. Das habe ich dann auch gemacht.
Ernst Buschor: Bei mir war das kürzlich während eines Interviews mit einem Westschweizer Radio. Ich konnte nicht rasch sprechen und musste nach Worten suchen. Früher war mein Französisch viel besser, weil ich zwei Jahre in Frankreich gelebt hatte.
 
Buschor ist Co-Präsident des Forums Bildung. Reynard ist Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Bilder: Raffael Waldner
"Wir müssen eine Grenze ziehen", Tages Anzeiger, 26.8. von Raphaela Birrer und Salome Müller

17. Juli 2016

Buschor trägt die Verantwortung

Kaum zu glauben, dass ausgerechnet der frühere Zürcher Bildungsdirektor Ernst Buschorunserem Bundesrat Berset «Amoklauf gegen den Sprachfrieden» vorwirft! Sprachfrieden? Den gibt es seit vielen Jahren nicht mehr. Die Verantwortung für den heute herrschenden Sprachenstreit trägt weitgehend Herr Buschor. Er hat ihn mit der unseligen Einführung des Frühenglisch auf der Unterstufe erst ausgelöst. Ohne seinen «Amoklauf» wäre wohl der Französischunterricht ab der 5. Primarklasse in der ganzen Deutschschweiz akzeptiert. Unbestritten ist heute, dass mit zwei Fremdsprachen die meisten Primarschüler überfordert sind. 
Sonntagszeitung, 17.7. Leserbrief von Heinz Eppenberger

10. Juli 2016

Buschor: "Spiel mit dem Feuer"

Mit seiner Intervention spiele Alain Berset mit dem Feuer, sagt Ernst Buschor, Co-Präsident des Forums Bildung Zürich.
"Amoklauf" gegen Sprachfrieden, Sonntagszeitung, 10.7. von Nadja Pastega

4. Oktober 2015

Stiftungen als Anstifter

Mit der Volksinitiative gegen den Lehrplan 21 können wir das Bildungswesen dem Einfluss ausländischer Grosskonzerne wieder entziehen und der Bildungshoheit der Kantone und unserer direkten Demokratie wieder den nötigen Rückhalt durch das Volk verschaffen.
Stiftungen als Anstifter, Peter Aebersold, 29.9.

30. November 2014

Schweizer Schule - quo vadis?

Beat Kissling macht sich Gedanken zur Schweizer Schule und zum Lehrplan 21. Dabei interessiert ihn die Vorgeschichte mit den von Hans Zbinden und Ernst Buschor eingeleiteten Veränderungen wie auch die zu erwartenden Auswirkungen von PISA und den Schulrankings. 
Lehrplan 21 und die Frage: Schweizer Schule - quo vadis? lvb inform, 2014/15-02 von Beat Kissling

12. Februar 2014

Ladenhüter von Buschor

Der Zürcher Alt-Regierungsrat Ernst Buschor meldet sich zu Wort. Falls Sie sich nicht mehr erinnern: Buschor führte versuchshalber Englisch und ICT ab der 1. Primarklasse ein und löste in seinen Worten eine "notwendige und nützliche Debatte" aus. Der ehemalige Kuratoriumsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung bahnte eine Schneise für Lehrmittel- und IT-Anbieter durch die Primarschule. Zu den Frühfremdsprachen gibt er folgendes Urteil ab: "Das didaktische Optimum ist noch nicht ausgeschöpft". Buschor findet es wichtig, dass die Erstsprache "mit hoher elterlicher Unterstützung" zu fördern sei. Die Schule allein kann dies offenbar nicht schaffen. Der sprachliche Flickenteppich stört ihn nicht, die Kantone dürfen im Föderalismus auch eigene Wege gehen. Zum Schluss kommen noch einige Ladenhüter wie Bildung als "wichtigste Währung" eines Landes oder der grosse Einsatz der Lehrpersonen und schliesslich die Floskel, die Kantone seien durch das Erreichen der Mindeststandards gefordert. Diese Ziele könnten aber durch mehr "Transparenz der Leistungsqualität" (was meint er wohl?) zu erreichen sein. Interessant auch, dass er sich als ehemaliger Bildungsdirektor für mehr Autonomie der Schulen und für eine Öffnung der Schulwahl ausspricht.





"Bildungspolitische Diskussion in der Westschweiz ist pragmatischer", Bild: Wikipedia.de

Pragmatismus statt Ideologie, NZZ, 11.2. von Ernst Buschor

6. Februar 2013

Lehrplan 21: der 'Homo oeconomicus' als Ziel?


Beim folgenden Text handelt es sich um einen Leserbeitrag von Fritz Tschudi. 

Vieles deutet darauf hin, dass der Lehrplan 21, welcher diesen Sommer als fertiger Entwurf endlich in die Vernehmlassung geht, die ökonomische Messlatte auch in der Volksschule als vorrangig festschreiben wird. Nach Bologna an den Hochschulen ist es nur konsequent, wenn eine kompatible Bildungsdoktrin als zeitgeistige Wundertüte - das Zepter auch in den Volksschulen übernimmt. Professor Rudolf Künzli spricht auf seiner sehr lesenswerten Webseite „Lehrplanforschung“  von einer „Büchse der Pandora“ (mit Fragezeichen).  .. und… „Stossend ist die Geheimniskrämerei. Eine Gruppe von Eingeweihten hat Einsicht in den Entwurf Lehrplan 21 nehmen dürfen – mit dem strikten Verbot verbunden, den Lehrplanentwurf weiter zu geben. Wenn man das Glück hat, jemanden persönlich zu kennen, der eingeweiht ist und einem einen Blick in das umfangreiche Dokument gestattet, weiss man zwar, dass das Wort „können“ sehr oft vorkommt, aber wehe, wenn man Genaueres erfahren möchte – selbst wenn man Lehrerin oder Lehrer ist, an einer pädagogischen Hochschule studiert oder dort arbeitet …“
Für (ideologischen) Zündstoff sorgen mit Sicherheit die neuen „überfachlichen Bereiche“, deren Wertekanon entscheidet, inwieweit die Lehrer erst auf Einheitskurs gebracht werden müssen. (BNE, Gender…). Eine gründliche Debatte um den Stellenwert von Lehrfreiheit/ Meinungsfreiheit bei „wertesensiblen“ Themen scheint jedenfalls programmiert.

Schliesslich ist davon auszugehen, dass die EDK den LP21 nicht ohne „Marketingstrategie“ in die „breite Konsultation“ schicken wird. Gleichgültigkeit kann sich jedenfalls niemand leisten!

Die momentane „Ruhe vor dem Sturm“ bietet Raum, den zeitgeistigen Hintergrund zu vergegenwärtigen, dessen Kenntnis eine Beurteilung des „Produkts“ Lehrplan 21 erst wirklich möglich macht.

Hierzu bietet der nachfolgende Beitrag von Prof. Dr. Jochen Krautz (Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Fachbereich Bildungswissenschaft, DE-53347 Alfter) erschienen unter http://bildung-wissen.eu/ eine wertvolle Orientierungshilfe:


Ökonomismus in der Bildung: Menschenbilder, Reformstrategien, Akteure

von Jochen Krautz

„Die veröffentlichte Diskussion über Bildung wird seit langen Jahren von Begriffen, Konzepten und Menschenbildern beherrscht, die nicht der Bildungstheorie und Pädagogik entstammen, sondern bestimmten ökonomischen Theorien sowie Praktiken des Managements. Dies führt wie am Beispiel des so genannten „Wettbewerbs“ von Schulen nicht nur zur zunehmenden „Produktion von Unsinn“, sondern Schlagworte wie Output-Orientierung, Qualitätsmanagement, Standards, Evaluationen oder auch Kompetenzorientierung lenken vom eigentlichen pädagogischen Tagesgeschäft ab. Die permanente Unruhe in den Schulen erleichtert Bildungsarbeit nicht, sondern erschwert sie. Und trotz 10 Jahren Dauerreform seit PISA wird der Bildungsstand der Schulabgänger offenbar nicht besser, sondern eher schlechter: Noch immer und immer lauter klagt die Wirtschaft über mangelnde Ausbildungsreife.
Was ist also los im deutschen Bildungswesen? Wie kommt es, dass die große Zahl der Reformen gegen die Lehrerschaft und entgegen grundlegender Erkenntnisse der Erziehungswissenschaft durchgesetzt wurde? Wieso wurden und werden die tatsächlichen Experten für Bildung und Erziehung nicht nur nicht gehört, sondern systematisch marginalisiert und mit allerlei Tricks „auf Linie“ gebracht? Und wer sind hierbei die Akteure, wenn diejenigen, die in einem demokratisch verfassten Staat dafür zuständig sind, nicht gehört werden? …“

…weiter zum vollständigen Text als PDF >>>  Krautz_Ökonomismus in der Bildung

… ein Augenöffner, ein „Muss“ für alle im Bildungsbereich Tätigen!

Krautz’ Thesen bleiben nicht auf deutsche Verhältnisse beschränkt, denn das Diktat des Ökonomismus, die Reformstrategien und dieselben Akteure bestimmen das Schweizer Bildungswesen in gleicher Weise.

(Textwiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion „Gesellschaft für Bildung und Wissen“, http://bildung-wissen.eu/ )

25. Juni 2011

LCH ist gegen "sinnlosen Wettbewerb"

Die Delegiertenversammung des LCH sprach sich gegen Bildungs-Benchmarking aus. Damit soll verhindert werden, dass Schulen entsprechend ihrem Leistungsausweis (z.B. Übertrittsquote an Gymnasien) belohnt oder bestraft werden. Bildung könne nicht mit einem wirtschaftlichen Produktionsprozess verglichen werden, meint der Zentralpräsident des LCH, Beat Zemp. Diese Präzisierung ist notwendig. Der LCH unterstützt nämlich Harmos, dessen Grundpfeiler auch ein Schulmonitoring vorsieht. Deshalb warnt der LCH zurecht frühzeitig gegen Absichten, die Resultate von Vergleichstests zur Finanzierung oder Entlöhnung einzusetzen.
Interview mit Beat Zemp, Zentralpräsident LCH, in NZZ 20.6.
Dazu ein Beitrag von Alexander Sautter (Radio DRS) mit Stimmen von Beat Zemp, Ernst Buschor und Matthias Binswanger.