«Das Ziel ist klar: Passepartout will den
Fremdsprachenunterricht verbessern.» Deutlicher lässt sich der Anspruch der
sechs Kantone Bern, Basel-Stadt, Baselland, Solothurn, Freiburg und Wallis an
das Sprachenkonzept ihrer Schulen nicht formulieren. 50 Millionen Franken haben
die Kantone in die neuen Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d’œil» und «New
World» investiert. Doch während die Verantwortlichen das Projekt noch immer
hochloben, versagt es in der Realität. Das sinkende Schiff dürfte nicht mehr zu
retten sein.
Im
Kanton Baselland hat der Landrat den Ausstieg aus dem Projekt Passepartout
beschlossen. Im Kanton Solothurn hat Bildungsdirektor Remo Ankli die Notbremse
gezogen und das Lehrbuch «Clin d’œil» im obersten Niveau der Sekundarschule aus
dem Verkehr gezogen. Im Kanton Bern sind die schriftlichen
Französisch-Prüfungen fürs Gymnasium wegen mangelhaften Voraussetzungen
abgesagt worden. Baselland, Bern und Wallis beschlossen, die überlang
konzipierte Ausbildung für die Lehrkräfte abzukürzen. Eiligst wurden für den
Unterricht Zusatzlehrmittel und eine Überarbeitung von «Mille feuilles» in
Auftrag gegeben. Und weil der Kanton Wallis nicht warten mochte und Druck
machte, wurde den Schulen «als Zwischenlösung», wie es Projektleiter Reto
Furter nennt, ein neues Materialset abgegeben. «Dass die Überarbeitung so lange
dauert, ist ein Problem», sagte Furter dem «Regionaljournal
Bern-Freiburg-Wallis» von Radio
SRF.
Passepartout ist kaum mehr zu retten, Basler Zeitung, 6.4. von Thomas Dähler