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17. Dezember 2015

Birchers Blick nach vorne

Walter Bircher, abtretender Direktor der PH Zürich, nimmt Stellung zu Fragen der Lehrerbildung. Dabei äussert er sich zu umstrittenen Themen wie der Generalisten-Ausbildung, Weiterbildung und den Folgen der knapperen finanziellen Mittel. Hinsichtlich des Projekts "Fokus starke Lernbeziehungen" sieht Bircher allerdings schwarz: Die Schule müsse sich der Tatsache anpassen, dass viele Lehrpersonen Teilzeit arbeiteten.



















Bircher: Kooperation mit Universität bezüglich Doktoratsprogrammen für Fachdidaktik, Bild: Karin Hofer
"Ich schaue gern nach vorn", NZZ, 17.12. von Walter Bernet

6. Oktober 2015

PHZH wünscht sich Promotionsrecht

Am 1. Januar dieses Jahres ist das neue Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG) in Kraft getreten. Der Name fasst die Absicht kurz und bündig zusammen: Förderung bei gleichzeitiger Koordination des Hochschulraums Schweiz. In diesem Gesetz wird unter anderem festgelegt, dass vom Bund «mehrjährige projektgebundene Beiträge für Aufgaben von gesamtschweizerischer hochschulpolitischer Bedeutung ausgerichtet werden» können.
Auf Vorschlag der pädagogischen Hochschulen soll mit diesen Förderbeiträgen die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Fachdidaktik vorangebracht werden.
Darauf hat die Lehrerinnen- und Lehrerbildung schon seit langem hingewiesen: Forschungsbasierte Fachdidaktik ist für die Tätigkeit von Lehrerinnen und Lehrern und für die Professionalisierung des Lehrpersonals von grosser Bedeutung. Fachdidaktik in der Ausbildung von Lehrpersonen umfasst Fragenkomplexe wie: Wie lernen Schülerinnen und Schüler in einer Fachdisziplin, welche Vorstellungen und Alltagskonzepte prägen ihre bisherige Sicht, welche Lehrmodelle und -beispiele sind für welchen Unterrichtsinhalt und für welche fachlichen Zielsetzungen besonders erfolgversprechend?
Kreative Lösungen für die Lehrerausbildung, NZZ, 6.10. von Walter Bircher und Peter Tremp

2. Oktober 2015

Anti-Pädophilie-Offensive

Wer sich in Zürich zum Lehrer ausbilden lassen will, muss in Zukunft einen Auszug aus dem Strafregister einreichen. Die PH will auf diese Weise Pädophile schon vor der Ausbildung aus dem Verkehr ziehen.
Strafregister-Befehl für neue Lehrer, Blick, 2.10.

9. Juli 2015

Heinz Rhyn neuer PHZH-Rektor

Heinz Rhyn heisst der neue Rektor der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH). Er wird Walter Bircher ablösen, der Ende Jahr aus Altersgründen zurücktritt. Wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst, ist Rhyn auf Antrag der vom Fachhochschulrateingesetzten Findungskommission gewählt worden


Der neue Rektor der PH Zürich, Bild: NZZ


Der Mann aus Bern setzt sich durch, NZZ, 9.7. von Walter Bernet

6. Juli 2015

Wirbel um Wahl von PH-Rektor

An der Pädagogischen Hochschule Zürich monieren Mitarbeiter Befangenheit bei der Auswahl des Rektors.
PH-Rektor: Wirbel vor der Wahl, NZZaS, 28.6. von René Donzé

31. Mai 2015

EDK will Fremdsprachenunterricht verbessern

Die Erziehungsdirektoren wollen den Unterricht in den Fremdsprachen verbessern. Und sie suchen Lösungen für den Mangel an Sprachlehrern.




Primarfranz in Zürich, Bild: Gaetan Bally


Französischzwang für Lehrer, NZZaS, 31.5. von René Donzé



7. Mai 2015

Zürich braucht jährlich 1000 Lehrer

Der Kanton Zürich hat laut PHZH-Direktor Walter Bircher einen jährlichen Bedarf von 1000 neuen Lehrkräften. Davon kommen 600 von der PHZH, der Rest sind Wiedereinsteiger und Ausserkantonale.
Der Lehrerberuf ist attraktiv, NZZ, 7.6. von Walter Bernet

26. Oktober 2014

Lehrerbildung: Ein Semester in der Westschweiz

Angehende Lehrer sollen in Zukunft ein Semester in der Romandie studieren müssen, bevor sie überhaupt unterrichten dürfen. Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli will sich jedenfalls für ein Welschland-Semester einsetzen, wie sie auf Anfrage sagt. Sie reagiert damit auf einen Brief der Lehrpersonenkonferenz Volksschule mit dieser Forderung. «Die Mehrsprachigkeit der Schweiz ist ein grosser kultureller Schatz, den wir viel stärker nutzen und bewirtschaften sollten», sagt Aeppli. Heute gehen alle Studierenden der Pädagogischen Hochschule Zürich für drei bis vier Wochen in einen anderen Sprachraum. «Wenn dieser Aufenthalt auf ein Semester verlängert würde, wäre das für die Beteiligten bestimmt ein Gewinn», sagt sie. «Ich fände es auch gut, wenn die Deutschschweizer PH-Studierenden in der Romandie im Deutschunterricht assistieren würden und die Romands vice versa <chez nous>.»
Romandie als Pflichtprogramm, NZZaS, 26.10. von René Donzé

15. Juni 2014

"Auch in der Schweiz werden die Maturanden mit den besten Noten eher nicht Lehrer"

Die deutsche Studie, wonach leistungsstarke Schüler nicht Lehrer werden, ist von Désirée Pomper in einen helvetischen Kontext gestellt worden. Sie hat dabei Walter Bircher (PHZH), Beat Zemp (LCH) und Hans Fehr (SVP) befragt.



Zum Lesen bitte anklicken


Nur mittelmässige Schüler wollen Lehrer werden, 20 Minuten, 14.6. von Désirée Pomper

4. Februar 2014

Knappe Praktikumsplätze

Für die Lehrerstudenten im Kanton Zürich wird die Suche nach einem Praktikumsplatz immer schwieriger. Gründe dafür sind die gestiegenen Studentenzahlen und die Zusatzausbildung, die es für die Betreuung von Praktikanten benötigt.
Lehrerausbildung: Praktikumsplätze sind extrem knapp, SRF Regional, 3.2. von Fanny Kerstein

19. November 2013

Vier Szenarien zur Zukunft der Schule

Eine Studie von Swissfuture und der PHZH legt vier Szenarien für die Volksschule im Jahr 2030 vor. "Wir wollen eine Diskussion anstossen, welche Auswirkungen der gesellschaftliche Wertewandel auf die Schule hat", sagt Co-Studienleiter Georges T. Roos. Für Walter Bircher, Rektor der PHZH ist die Chancengleichheit eine der grössten Herausforderungen für die Schule. Das bisherige "System Schule" reagiere oft träge. "Wir müssen Kompetenzen und Ressourcen an die einzelnen Schulen delegieren", findet Bircher.


Wertewandel beeinflusst Schule, Bild: Christian Brun

So könnte ein Schultag 2030 aussehen, 20 Minuten, 18.11. von Christoph Bernet

3. Oktober 2013

PHZH: Jeder Fünfte schmeisst hin

An der PH Zürich ist die Zahl der Studienabbrüche deutlich höher als an anderen Fachhochschulen. In den letzten zehn Jahren brachen durchschnittlich 20 Prozent ab. 



Hohe Zahl von selbst gewählten Studienabbrüchen, Bild: Dominique Meienberg


Jeder fünfte PH-Student bricht ab, Tages Anzeiger, 3.10. von Ev Manz

18. Juni 2013

PH-Direktor für eine Fremdsprache an der Primarschule

Als erster Schweizer PH-Direktor spricht sich Walter Bircher von der PH Zürich für eine Fremdsprache an der Primarschule aus. Anlässlich des SVP-Sonderparteitags wird er folgendermassen zitiert: "Bircher machte aber auch Zugeständnisse. So sei das Erlernen von zwei Fremdsprachen in der Primarschule übertrieben. Auch viele Lehrer stiessen an ihre Grenzen."
Mindestens einmal pro Woche wendet sich ein Lehrer an die SVP, Aargauer Zeitung, 17.6. von Anna Wanner

10. Januar 2013

Hohe Schule des pädagogischen Blablas

In der jüngsten Ausgabe der Weltwoche setzt sich Lucien Scherrer mit dem Drang der PH nach akademischen Weihen und Forschung zur Selbstverwirklichung auseinander. Fazit: Weniger wäre mehr: weniger Abgehobenheit, weniger Pseudowissenschaft, weniger Einbildung.


Als die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) im letzten September ihren neuen Campus in der Grossüberbauung Europaallee nahe des Hauptbahnhofs einweihte, war die Befriedigung spürbar. Es sei der schönste Tag seiner Karriere, sagte Rektor Walter Bircher. Endlich hatte die PH den Platz, der ihr gebührt: gross, ­visionär, von internationaler Ausstrahlung. Doch die Freude währte nur kurz. Da das Gebäude nach strengsten Minergie-Standards gebaut ist, wird das Klima durch eine kontrollierte Lüftung geregelt, die Fenster lassen sich nicht öffnen. Wegen akuter Lufttrockenheit klagten Dozenten über Juckreiz und Schwindelanfälle. Aussen Glanz, innen Mief: Der Prestigebau wurde zur Lachnummer. Ein Bild mit Symbolcharakter?
Die pädagogischen Hochschulen (PH) – aktuell gibt es deren 15 – sind vor zehn Jahren angetreten, die rund 150 Lehrerseminare im Land zu ersetzen. Ihr Auftrag ist simpel: Studenten zu Lehrkräften ausbilden, die im Schulzimmer reüssieren.
Doch die PH sind heute viel mehr als kommune Lehrerschulen. Sie leisten sich Forschungsgruppen, lassen ihre Studenten Arbeiten über «Humor» oder «Gender» schreiben und verleihen ihnen Titel wie «Master» und «Bachelor». Dass die Ausbildung einen universitären Touch erhielt, entspricht dem ­Willen der Politik. So schreibt die eidgenössische Konferenz der Bildungsdirektoren (EDK) vor, dass auch noch die kleinste PH Forschung ­betreiben muss, um anerkannt zu werden. Ob das der Lehrerausbildung gut bekommt, ist seit den Anfängen des PH-Systems umstritten. Anhänger der alten Lehrerseminare warnen vor einer Akademisierung, die den praktischen Geist der Lehrerseminare ersticken ­werde. Die SVP forderte vor einem Jahr gar die Einführung einer «Lehrer-Lehre» ohne ­pädagogische Hochschulen, fand aber kaum Widerhall.
Die PH selbst versichern, dass sie die Bodenhaftung nicht verloren hätten. Es sei ein «Gerücht», dass die Ausbildung theoretischer geworden sei, schrieb der Tages-Anzeiger kürzlich über die PH Zürich, wo mittlerweile 3000 ­Studenten (80 Prozent davon sind Frauen) ­unterrichtet werden. «Unsere Studenten verbringen heute über einen Viertel ihrer Ausbildungszeit im Klassenzimmer», sagt Rektor Walter Bircher, «das ist mehr als doppelt so viel wie zu Lehrerseminar-Zeiten.» Gleichzeitig liefere die Ausbildung ein solides theoretisches Fundament, ohne das der Alltag nicht zu meistern sei, erklärt der gelernte Primar- und Gymna­siallehrer. «Wenn ein Maurer auf einem Untergrund mauern muss, den er nicht kennt, braucht er theoretisches Grundwissen.» Die grosse Frage ist, wie es um die Verknüpfung von wissenschaftlichem Überbau mit der Basis steht: Taugt das, was an theoretischer Bildung vermittelt wird, im Alltag? Kümmert sich der akademische Apparat um das, was an der Basis läuft? Auf derartige ­Fragen antworten viele «Ehemalige» mit ­einem klaren «Nein». «Das Motto lautet: ‹Je wissenschaftlicher, desto besser›», sagt eine Lehrerin aus dem Zürcher Unterland. «In den Vorlesungen gab es wahnsinnig viel theo­retisches Blabla, dessen Sinn mir bis heute ­schleierhaft ist.»
Rund 500 Dozenten unterrichten an der PH, wie viele davon das Prädikat «Praktiker» verdienen, ist umstritten. Gemäss Walter Bircher verfügen mehr als 80 Prozent über ein Lehrerdiplom und haben auch unterrichtet. Das gibt ­jedoch kaum Aufschluss darüber, wie lange diese Erfahrung dauerte und wie lange sie her ist. Die oben zitierte Lehrerin schätzt, dass «höchstens ein Drittel» die heutige Realität im Klassenzimmer wirklich kennt.
Sie ist nicht die Einzige, die sich an weltfremden Modulen und Dozenten stört. Ein 45-jähriger Lehrer, der als Quereinsteiger an die PH kam, erinnert sich an «schöngeistige Theorien» und «Gspürschmi-Module». Neben der Übung «Ertaste mit den Füssen Gegenstände in einem Sack» musste er ein «Gender-Modul» besuchen, von dem ihm einzig geblieben ist, dass es auf der Welt offenbar zwei Geschlechter gibt und dass eines davon weiblich ist. Wer in der Schlussarbeit nicht konsequent von «Schülerinnen und Schülern» sprach, musste die Arbeit wieder­holen. Die Vorbereitung auf den Alltag – etwa auf den Umgang mit schwierigen Schülern – sei dagegen «lachhaft» gewesen. «Man hat uns eingetrichtert, dass man die Schüler mit ‹Ich-­Botschaften› in den Griff bekäme, also mit ­Sätzen wie: ‹Du, ich finde es nicht gut, dass du immer dreinredest.›» Im Klassenzimmer habe er schnell gelernt, dass das nicht funktioniere. «Wenn ich so mit Schülern rede, lachen sie mich aus und sagen: ‹Ist der schwul oder was?›»
Ähnliche Erfahrungen machte ein 28-jähriger Lehrer, der 2010 abgeschlossen hat. «Es gibt unter den Dozenten ein paar Lichtfiguren, aber die meisten folgen einem Mainstream, der antiautoritäre Erziehungsideale hochhält», sagt er. «Aber kaum jemand wagt es, ihnen zu widersprechen.» Mathematikformeln oder Rechtschreibung und Grammatik zu pauken, sei in dieser Gilde verpönt und ­gelte als geistlos, alles müsse «kreativ» sein und «spielerisch» erlernt werden. «Dabei», meint der Junglehrer, «sind schwache Schüler mit solchen Konzepten überfordert.»
Gerade Lehrerinnen und Lehrer, die nach der PH im rauen Alltag von Sek-B- oder ­Sek-C- Schu­len landen, erleben zuweilen einen Schock. «Wir hatten Studenten, die nach zwei Tagen heulend aus dem Klassenzimmer kamen», sagt Hanspeter Amstutz, ein erfahrener Sek-B-Lehrer an der Sekundarschule Effretikon. «An der PH hatte man ihnen eingeschärft, dass sie auf keinen Fall Frontalunterricht geben sollen, aber mit ihrem ‹offenen› Unterricht sind sie kläglich aufgelaufen.» Amstutz wirft der PH vor, Dogmen zu verbreiten, statt über Erfahrungen aus der Praxis zu diskutieren, wie man das früher in den Lehrerseminaren getan habe. «Die Dozenten mauern sich ein und klammern sich an Theorien, die von motivierten, selbständigen und disziplinierten Schülern ausgehen.» Schülern, die selbst in Sek-A-Klassen zu einer raren Spezies ge­hörten.
Walter Bircher kann die Vorwürfe, dass an der PH weltfremde Theorien verbreitet würden, nicht nachvollziehen. «Viele Studenten bewerten die theoretischen Konzepte in der Ausbildung positiv», sagt er. Dass die PH ­einem idealisierten, weltfremden Schülerbild nachhängt, wie von Amstutz suggeriert, bestreitet er: «Wir gehen von der Annahme aus, dass im Grunde alle Schüler neugierig sind und etwas lernen wollen. Das ist doch nicht idealistisch.»
Sicher ist: Was die Didaktiker der PH an Konzepten entwickeln, kommt bei der Basis nicht immer gut an – und das hängt auch damit zusammen, dass die Fähigkeiten der Schüler unterschiedlich eingeschätzt werden. 2008 lancierte die PH, die sich als internationales Sprachkompetenz­zentrum etablieren wollte, mit grossem Tamtam eigene Englischlehrmittel, «Voices», «First Choice» und «Explorers». Die Fachwelt war über die «ultramodernen Lehrmittel» (Tages-Anzeiger) begeistert und überschüttete sie mit Preisen, denn sie entsprachen ganz dem Zeitgeist: Statt Grammatik zu büffeln, sollten die Schüler die Sprache «erleben» und «erforschen».
Im Alltag erlebte das zehn Millionen Franken teure Wunderwerk ein Fiasko. Die Lehrerschaft weigerte sich, damit zu arbeiten, weil es die Schüler überfordere. Der Bildungsrat strich die Bücher auf Druck von unten von der Liste der ­obligatorischen Lehrmittel. Hanspeter Amstutz schüttelt über die Geschichte den Kopf: «Man hat die Gestaltung Didaktikern überlassen und Ratschläge von uns Praktikern ignoriert.»
Unter «konservativen» Lehrern wie Am­stutz gilt die PH als Hort von Bildungsreformern, welche die Welt mit neuen Unterrichtsmodellen beglücken wollen, deren Nutzen fragwürdig ist. Tatsächlich dürfen Lehrer, die auf «individualisierten» oder «integrativen» Unterricht setzen, auf Applaus hoffen. Wer das nicht tut, gilt als rückständig. So liegt der Weltwoche der Evaluationsbericht einer Schule vor, die wegen mangelnden Engagements für «individualisierte» Lernformen kritisiert wurde. Die Sekundarschule Uetikon dagegen, die mit «selbstgesteuertem» Unterricht experimentiert, wurde 2009 von der PH mit einem Preis ausgezeichnet, obwohl das System viele Schüler überforderte und einen Aufstand in der ­Elternschaft provozierte.
Dabei kommen inzwischen selbst PH-Untersuchungen zum Schluss, dass neue Unterrichtsformen nicht nur das Gelbe vom Ei sind. Die Autorinnen einer Studie über die integrative Schulung von verhaltensauffälligen und behinderten Kindern stellten nach einer Auswertung von Interviews mit Lehrern und Heilpädagogen etwas betreten fest, dass das Modell mehr «Grenzen» als positive Seiten ­habe. Ganz anders als in der Literatur dargestellt. «An der PHZH», so schreiben sie, «wird unserer Meinung nach ebenfalls ein relativ einseitiges Bild über die schulische Integration vermittelt, welche in ein sehr positives Licht gerückt wird.»
Für die Forschung gab die PH Zürich 2011 10,5 Millionen Franken aus, bei einem Gesamtbudget von 99 Millionen. Geld, das angeblich gut investiert ist. «Wir betreiben Forschung, die Fragen der Basis aufnimmt und Antworten an die Basis zurückgibt», sagt Rektor Bircher. Dieses Prinzip ist jedoch nicht immer leicht zu erkennen, etwa im Fall des laufenden Projekts «Rumba», das den «Umgang mit Anforderungen und Ressourcen von Lehrpersonen in der Bewältigung der Berufsanforderungen und ihr Zusammenwirken mit wahrgenommener Schulqualität» untersucht. Was für einen Nutzen die Basis aus der Arbeit der Gruppe Bisug ziehen soll – sie ist «spezialisiert auf Analysen von Bildungsverläufen und Sozialisationsprozessen in formalen und non-formalen Bildungsräumen mit Blick auf deren Strukturierung durch soziale Ungleichheiten» –, ist ebenfalls schleierhaft. Vielmehr zeugt das intellektuelle Imponiergehabe dieser Grüppchen, die sich im Internet ihrer «internationalen Vernetzung» rühmen, vom Drang nach wissenschaftlicher Selbstverwirklichung. Was hat das mit dem Grundauftrag der PH zu tun?
Für Hanspeter Amstutz ist klar: Die PH brauchen wieder mehr Erdung, der akademische Apparat muss zurückgestutzt und «mit der Praxis verzahnt» werden. Der Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl, der mit dem System der Lehrerbildung vertraut ist, wünscht sich allgemein, dass in der Ausbildung eine neue «Bescheidenheit» einkehrt. «Grosse Institutionen laufen immer Gefahr, ihre Kernaufgabe aus den Augen zu verlieren. Es ist so, als würden sich die SBB in einem philosophischen Diskurs darüber ergehen, was Verkehr bedeutet. Dabei geht es doch vor allem darum, dass die Züge funktionieren und pünktlich fahren.»
Quelle: Weltwoche 2.13 von Lucien Scherrer

6. September 2011

90 Quereinsteiger neu an der PH Zürich

90 Personen - 41 Männer und 49 Frauen - haben diese Woche als Quereinsteiger eine Sekundarlehrerausbildung begonnen, wie die Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH) am Montag mitgeteilt hat. Schon im kommenden Sommer treten die Neuen ihre erste Teilzeitstelle an. Angemeldet hatten sich 249 Interessierte, davon wurden 211 zum Aufnahmeverfahren zugelassen. 27 zogen ihre Bewerbung im Laufe des Verfahrens zurück, 57 wurden nicht zugelassen. Von den 127 aufgenommenen Personen meldeten sich laut Mitteilung nochmals 10 ab, und 27 wollen erst im Herbst 2012 mit dem Studium anfangen. Mit dem Lehrdiplom dürfen die Quereinsteiger in den Kantonen Zürich, Bern, Aargau, Basel-Stadt und -Landschaft und Solothurn unterrichten.
Kommentar: Die verschiedenen Angebote zur Überbrückung des Lehrermangels haben zur Folge, dass die Normalausbildung zusehends unter Druck gerät. 
Quelle: sda

15. August 2011

Zürcher Parlament will Englisch-Lehrmittel absetzen

Die Englisch-Lehrmittel im Kanton Zürich sollen ersetzt werden. Ein entsprechendes Postulat wurde vom Parlament als dringlich erklärt. Das Lehrmittel sei zu kompliziert, überfordere die meisten, vor allem die schulisch Schwachen. Es fehle auch an geeignetem Übungsmaterial, zudem sei der Aufwand für die Lehrpersonen viel zu hoch.
Für Walter Bircher, Rektor der PHZH, sind die Lehrmittel "der Zeit voraus". Der Schiffbruch dieses Prestigeprojekts muss ihn schmerzen. Nach der andauerenden Diskussion um die Qualität der Lehrerausbildung und der Ohrfeige des Volkes in der Mundartinitiative, erlebt seine Schule nun eine weitere Schlappe. Typisch für ihn ist, dass er dabei den schwarzen Peter gleich an die Lehrerschaft weitergibt, die jeden Entwicklungsschritt mitbewilligt habe.
Die Entwicklung der Lehrmittel kostete übrigens zehn Millionen Franken. Das ist der Preis, den Zürich für die systematische Geringschätzung der Meinung von Schulpraktikern zu zahlen hat. 
Totalschaden für die Englisch-Bücher, Tages Anzeiger, 15.8. von Daniel Schneebeli