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28. November 2018

Die üble Rolle des LEGR



Die demokratische Grundhaltung wurde schon vor Jahren an die Wand gefahren. Um Reformpläne ganz im Sinne der Promotoren, der Bildungsbürokraten und der Pädagogische Hochschule GR bei ihren Mitgliedern durchzusetzen, wird auf die in demokratischen Gesellschaften übliche argumentbasierte Überzeugungsarbeit in Abwägung von Pro und Contra verzichtet. Die Lehrerschaft wartete deshalb vergeblich auf ausgewogene Informationen und offene Debatten im Schosse „ihres“ Verbandes. Die Vereinsverantwortlichen verbreiten stattdessen vorgefertigte Glaubenssätze, welche bedenkenlos als alternativlose Wahrheiten dargestellt werden. Im „Bündner Schulblatt“, dem Presseorgan der Bündner Volksschullehrerschaft, fehlen kritische Beiträge von Wissenschaftlern, Fachjournalisten und Lehrern gänzlich!
Die Vereinsleitung der „Lehrpersonen Graubünden“ (LEGR) hat sich von der gelebten Demokratie längst verabschiedet, Südostschweiz, 28.11. von Fritz Tschudi

7. Juni 2016

Gehorsam statt Mündigkeit

Der viel zitierte Bildungsartikel in der Bundesverfassung verlangt folgendes:

1 Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig.
2 Sie sorgen für einen ausreichenden Grundschulunterricht, der allen Kindern offen steht. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht. An öffentlichen Schulen ist er unentgeltlich.2
3 Die Kantone sorgen für eine ausreichende Sonderschulung aller behinderten Kinder und Jugendlichen bis längstens zum vollendeten 20. Altersjahr.3
4 Kommt auf dem Koordinationsweg keine Harmonisierung des Schulwesens im Bereich des Schuleintrittsalters und der Schulpflicht, der Dauer und Ziele der Bildungsstufen und von deren Übergängen sowie der Anerkennung von Abschlüssen zustande, so erlässt der Bund die notwendigen Vorschriften.4
5 Der Bund regelt den Beginn des Schuljahres.5
6 Bei der Vorbereitung von Erlassen des Bundes, welche die Zuständigkeit der Kantone betreffen, kommt der Mitwirkung der Kantone besonderes Gewicht zu

Da steht nichts Revolutionäres. Die Bestimmungen leuchten ein und waren folglich nie umstritten. Darum wurde der Verfassungsartikel im Jahre 2006 mit überwältigendem Mehr vom Volk gutgeheissen. Verlangt wird die Harmonisierung unseres Schulwesens, die Angleichung der Bildungsziele, und weitere, hauptsächlich administrative Massnahmen.
Der Reformlobby schien das alles aber allzu dürftig. Absatz 4 (fett) wird nun dazu missbraucht, zusätzliche Begehrlichkeiten als Forderungen aus dem Bildungsartikel darzustellen. Hinweise auf den Verfassungsartikel zur Begründung des kompetenzorientierten Lehrplans 21, der Frühfremdsprachenregelung und der flächendeckenden Integrationsbestrebungen sind als Killerargumente zur Ausschaltung gegnerischer Kritik gedacht und in den Medien gang und gäbe.
Mit "Killerargumenten" aus der Trickkiste gegen Reformkritiker, Südostschweiz-Blog, 7.6. von Fritz Tschudi

7. Mai 2016

Keine fundierten Informationen für die Öffentlichkeit

Das beharrliche Schweigen der Offiziellen nennt sich in der Sprache des Lehrplans 21 (LP21) «Kompetenzkompensationskompetenz». Diese hat sich anscheinend zur wichtigsten Basiskompetenz in der heutigen Bildungspolitik gemausert. Sie gilt als unverzichtbar. Und in der Tat: Für die breite Öffentlichkeit ist der Lehrplan 21 ein grosses Fragezeichen geblieben. Vor allem die Eltern schulpflichtiger Kinder warten auf überzeugende Antworten.
Informiert die Bevölkerung über den Lehrplan 21! Schulblog Südostschweiz, 4.5. von Fritz Tschudi

15. März 2016

Strategien für die Bildungsdebatte

Die Schweizer Bildungsdebatte krankt. Die verantwortlichen Bildungspolitiker und deren Instanzen betrachten Kritik an ihren Projekten nicht als willkommene Rückmeldungen, die eine inhaltliche Debatte zum Wohle der Schule befeuern könnte, sondern als Einmischung. Wie anders ist es zu erklären, dass sich Lehrer nicht mehr getrauen, Stellung zu umstrittenen Projekten zu nehmen. Fritz Tschudi richtet sich nun direkt an die Akteure des Bildungswesens und ruft ihnen ihre eigentliche Aufgabe in Erinnerung. (uk)
Strategien für die Bildungsdebatte, 13.3. von Fritz Tschudi

10. Februar 2016

Kontrollwahn beherrscht unsere Schulen

Die Kernaufgabe der Lehrpersonen, das Unterrichten, wird in die Ecke gedrängt. Protokolle, jede Menge Formulare für Absenzen, Beobachtungen, Prüfungsdokumentationen und Schülerbeurteilungen gehen vor. Arbeitsbeschaffungen am laufenden Band beherrschen die «unterrichtsfreie Zeit». Eine aufgeblähte Datenhortung füllt die Server, hauptsächlich wohl zur Befriedigung bürokratischen Strebens. Dazu kommen Fragebögen, die akribisch ausgewertet werden müssen, Mitarbeitergespräche, wo «Zielvereinbarungen» formuliert werden …
Kontrollwahn beherrscht unsere Schulen, Blog Südostschweiz, 10.2. von Fritz Tschudi

23. Dezember 2015

Von Edelweiss und Political Correctness

Ein Edelweiss-Sträusslein gilt als Liebesbekenntnis. In der Naturmedizin helfen Edelweisstinkturen freie Radikale zu neutralisieren und verhindern die Verstärkung von Superoxiden, die zum Alterungsprozess der Haut beitragen.













Ein stolzer, patriotischer Schweizerknabe, Bild: Südostschweiz

Hemden mit Edelweissen sind rassistisch, findet Fräulein Rottenmeier, Blog Südostschweiz, 23.12. von Fritz Tschudi

18. November 2015

Unterwürfig konformistische Lehrerverbände

Jede Aktivität im Leben, jedes Lernen inner- und ausserhalb des Unterrichts, ist kompetenzbildend. Man könnte sagen, im menschlichen Leben sind Kompetenzbildungen gar nicht zu verhindern.
Lehrplan 21: Anpassung wichtiger als Mündigkeit, Schulblog Südostschweiz, 18.11. von Fritz Tschudi

16. Oktober 2015

Unterrichtsideologien und der Lehrplan 21

Was macht man mit einem «Lehrplan», der keiner ist? – Was sollen Lehrplan 21-kompatible Lehrmittel, wenn sie hauptsächlich für die Verlage hilfreich sind? – Was machen Lehrpersonen, wenn sie aufgrund einer verordneten Unterrichtsdoktrin nicht mehr eigenverantwortlich unterrichten dürfen? – Es sind genau solche, auf den ersten Blick aberwitzige, Fragen, welche die Problematik des Lehrplans 21 andeuten.
Lehrplan 21 - Die Krux mit der Debatte, Blog Südostschweiz, 14.10. von Fritz Tschudi

1. Oktober 2015

Lehrplan 21 braucht breite Legitimation

Fritz Tschudi erklärt, warum es die Initiative zur Mitsprache des Volkes bei Lehrplänen braucht. 
Presseerklärung zur Lancierung der Volksinitiative, 1.10.

8. September 2015

Tausende Kompetenzen für eine bessere Volksschule?

Kürzlich googelte ich mich hartnäckig durch die Weiten des Web. Ich war auf der Suche nach starken Argumenten zugunsten des Lehrplans 21 und nach fundierten Begründungen für die postulierte "Unverzichtbarkeit des kompetenzorientieren Unterrichts". 
Tausende Kompetenzen für eine bessere Volksschule, Blog Südostschweiz, 8.9.von Fritz Tschudi

12. August 2015

Change Management am Beispiel des Lehrplans 21

Die Bildungsverantwortlichen in den kantonalen Erziehungsdirektionen haben es während Jahren versäumt, ihre mündigen Lehrerinnen und Lehrer mit stichhaltigen und einsichtigen Argumenten von der Überlegenheit des neuen Lehrplans 21 zu überzeugen. Die unentwegt behauptete Unverzichtbarkeit der Kompetenzorientierung bleibt für viele aufgeklärte Lehrpersonen dubios. Lapidare Erklärungsversuche zeugen von der despektierlichen Haltung gegenüber dem Intellekt der Lehrerschaft.








Matthias Burchardt: "Lehrer sollen mental umprogrammiert werden", Bild: Bildung-Wissen.eu


Wie mit "Change Management" kritische Lehrerkollegen auf Linie gebracht werden sollen, von Fritz Tschudi, 10.8.



6. Juli 2015

Harte Landung in Absurdistan

Es liegen Beispiele vor, die ein Versagen der Kompetenzorientierung und der damit zusammenhängenden Neuausrichtung der Schulen, vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich und Frankreich teils drastisch belegen. Das sind keine unmassgebliche Einzelfälle: Die Leistungsnivellierung nach unten wird, entgegen den offiziellen Beteuerungen, zur offensichtlichen Tatsache.
Nicht nur Theorie und Praxis klaffen immer weiter auseinander. Auffallend ist überdies die Zwanghaftigkeit politisch begründeter Bildungs- und Schulreformen, unter sichtbarer Dauerpräsenz von «Diktaten» und Angstmacherei, bei gleichzeitiger  Beschwichtigung. Der Verlust an Demokratie und auch der Verzicht auf bildungspolitische Eigenständigkeit werden als schwerwiegende Kollateralschäden schweigend in Kauf genommen.
Für die Ausrichtung unseres Bildungssystems sorgen längst – von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt – die Bürokraten in Brüssel und Paris (OECD). Das ist Tatsache, keine Verschwörungstheorie. Wie schlimm muss es um das Selbstverständnis unseres Staates bestellt sein, wenn die Bildungspolitik ein überaus erfolgreiches Bildungssystem ohne Not aus der Hand gibt und sich widerspruchslos fremden Bildungsdiktaten, selbst im Volksschulbereich, unterstellt? Der aktuelle Import aus der OECD-Küche, das Kompetenzkonzept des Lehrplans 21, soll unsere Kinder und ihre Lehrer «auf Kurs bringen».
Hans-Peter Klein an einer Anhörung zum Bildungsplan, 9. Mai 2014, Dauer: 22 Minuten

Harte Landung in Absurdistan, Blog Südostschweiz, 1.7. von Fritz Tschudi

3. Juni 2015

Pädagogische Hochschule mit Profil - oder simpler Durchlauferhitzer?

Es knarrt im Gebälk. Viele Eltern sehen sich vom unsensiblen Umbau der Volksschule überrannt. Der «komische neumodische» Unterricht bewegt die Gemüter, auch jene mancher Lehrer. Im Gespräch begegnet mir viel Skepsis und Unmut, aber auch Angst. Andere schütteln resigniert den Kopf: Sie verstehen den «Irrsinn» der neuen Schulwelt nicht.
Pädagogische Hochschule mit Profil - oder simpler Durchlauferhitzer, Bildungsblog Südostschweiz, 27.5. von Fritz Tschudi

30. April 2015

Lehrplan 21 an Expo Mailand






































Expo Mailand 2015 ganz im Sinne des Lehrplans 21: Kompetenzblasierte Handlungsorientierung. Oder in den Worten des Karikaturisten: Viel Kulisse, wenig Inhalt.
Quelle: Tages Anzeiger, 30.4. Karikatur von Felix Schaad (mit Dank an Fritz Tschudi für den Hinweis).

24. April 2015

Vom Ausmisten unserer Traditionen

Früher war bei passender Gelegenheit zu hören: «Jede Gesellschaft hat die Schule, die sie verdient.» Der damalige gesellschaftliche Konsens über menschliche und staatliche Grundwerte erlaubte diese Aussage ohne Hemmungen. Der versteckte Drohfinger machte Sinn. Doch die Bildungseinrichtungen stehen heute unter dem Druck, den vielfältigen Ansprüchen und Erwartungen einer heterogenen Gesellschaft gerecht zu werden. Was ist zu tun angesichts des allgegenwärtigen Wertezerfalls und dem Abbau von Gemeinsinn? Gerade die Volksschule dümpelt kläglich in der Wirrnis extremer Orientierungslosigkeit.
Wer macht die "Volksschule von morgen" - und was wird sie uns bringen? Blog Südostschweiz, 22.4. von Fritz Tschudi

17. April 2015

Rundumsorglospakete aus dem Wolkenkuckucksheim - wie lange noch?

In einer dreiteiligen Artikelserie berichtet Fritz Tschudi über seine Erfahrungen mit dem Bündner Lehrerverband Legr. Er schildert, wie gegenteilige Meinungen systematisch unterdrückt, Versprechen nicht eingehalten und Vertrauen missbraucht wurde. Während der Lehrerverband sich so von seinen Mitgliedern distanziert, schmiegt er sich nah an die Positionen von LCH, PHGR und der kantonalen Administration. Hier läuft einiges nicht so, wie es sollte. Ein warnendes Lehrstück für andere Kantone. (uk)
Lehrerverbände - Back to the Roots (Teil 3). Fritz Tschudi, 16.4.

26. März 2015

Keine Fragen, keine Kritik, keine Debatte

Im zweiten Teil seiner Serie über die Rolle der Lehrerverbände angesichts des Lehrplans 21 geht Fritz Tschudi ins Gericht mit dem Bündner Lehrerverband LEGR. 



Lehrerverbände - Back to the Roots, von Fritz Tschudi, 24.3.

18. März 2015

Bitte vorzeigen, liebe Unterrichtsexperten

Der Expertenstatus im Bildungswesen wird hauptsächlich durch die Medien vergeben. Es ist leider nicht immer die Fachkundigkeit, welche aufhorchen lässt. 
Üblich ist der marktschreierische Auftritt als Bildungsunternehmer, das missionarische Gehabe als Heilsbringer oder die gewiefte Präsentation vermeintlich wissenschaftlich gesicherter Notwendigkeiten, bei gleichzeitiger Verachtung für alles Bisherige. Die Ehrerbietung durch das Publikum sollte sich darum in Grenzen halten, würde ich meinen. Doch weit gefehlt.
Best practice: Vor die Klasse stehen und vorzeigen, liebe Unterrichtsexperten, Schulblog Südostschweiz, 18.3. von Fritz Tschudi

7. März 2015

Schön falsch ist auch schön

Im ersten Teil seiner Trilogie zu Schule und Reformen befasst sich Fritz Tschudi mit der Rolle der Lehrerverbände. Diese missbrauchten ihre wichtige Rolle als Informations- und Debattierplattform, indem sie immer stärker zur Disziplinierung der eigenen Basis beitrügen. 




Lehrerverbände - Back to the Roots! Fritz Tschudi

11. Februar 2015

Merseburger Zaubersprüche

«Phôl ende Wuodan fuorun zi holza. dû wart demo balderes folon sîn fuoz birenkit…, rezitierte unser Deutschlehrer den 2. Merseburger Zauberspruch. Verantwortlich für dieses zentrale Fach zeichnete Dr. Josef Niedermann alias «Rilke». Er hiess uns die belustigenden Zeilen nachzusprechen und diese dann zu übersetzen.
Mit althochdeutscher Pferdeheilkunde aus dem 8. Jahrhundert begann «Rilke» uns 16-Jährigen der deutschen Sprache näherzubringen – oder umgekehrt.
Drei Jahre später, bei Bertolt Brecht, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, animierte der schmächtige, kulturbegeisterte Mann, dessen rechtes Hosenbein stets zwei Zentimeter höher stand, unsere flausenhaften Hirni zu wundersamen Höhenflügen. Der Mann war Meister seines Fachs. Er hatte Charisma, verstand es Debatten anzuregen und sich als Anker und Orientierungshilfe zu positionieren. Sein unerschöpflicher Wissensfundus, seine fast unheimliche Dossierfestigkeit, aber auch die ansteckende Begeisterung für sein Metier blieben mir in eindrücklicher Erinnerung. Er war von A bis Z authentisch, ein effektiver Kompetenzengenerator. So geschehen im Lehrerseminar Rickenbach (Schwyz) vor gut 50 Jahren.
Merseburger Zaubersprüche, Blog Südostschweiz, 11.2. von Fritz Tschudi