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25. Mai 2021

KV-Reform darf Übertritt an weiterführende Schulen nicht gefährden

Es ist essenziell, dass Ausbildungen mit der Zeit gehen und deshalb immer wieder überarbeitet werden. Die KV-Lehre ist einer der grössten Bereiche der Berufsbildung – und eine der wichtigsten Zubringerinnen der Fachhochschulen. Eine Reform ist nötig, darf den Übertritt an weiterführende Schulen jedoch nicht gefährden; das wäre eine enorme Qualitätseinbusse und würde der Berufsbildung schaden.

Die KV-Reform darf nicht zur Sackgasse werden, NZZ, 25.5. von Andri Silberschmidt

20. Mai 2021

Euphorisch gefeierte Vorzeigeschulen - nur die Ideologie zählt

Schöne neue Schülerwelt: Lernwerkstatt, Logbuch, Lernbüro, Lerntheke, Förderband – mit solchen erfinderischen Lernmethoden werben die sieben Schulen, die am 10. Mai 2021 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet worden sind. Er wird alljährlich von der Robert Bosch Stiftung, der Heidehof Stiftung, der ARD und der ZEIT-Verlagsgruppe verliehen. Schirmherr ist der Bundespräsident. Wenn es darum geht, ihre Pädagogik griffig zu beschreiben, sind die preisgekrönten Schulen um Superlative nicht verlegen: Ihre Schulkultur sei demokratisch und vielfältig; ihre Pädagogik achtsam und kooperativ; ihr Anspruch antirassistisch, gewaltpräventiv und nachhaltig. Nach einer Information jedoch sucht man auf der Website der Schulen allerdings vergeblich: nach den von den Schülern erbrachten Leistungen. Keine der mit dem Schulpreis ausgezeichneten Schulen hat auf ihrer Website die Schulleistungsdaten der vergangenen Jahre veröffentlicht.

Haltungsnoten statt Leistungsmessung, Cicero.de, 20.5. von Rainer Werner

 

19. April 2021

KV-Reform sorgt für Unverständnis

13'000 Jugendliche entscheiden sich in der Schweiz jedes Jahr für eine Lehre zur Kauffrau oder Kaufmann. Sie lernen die Grundlagen des Berufs in Banken, bei Versicherungen oder bei Reisebüros. Das «KV» ist beliebt – und mit Abstand die am meisten gewählte Berufslehre in der Schweiz.

2022 soll die Lehre komplett umgekrempelt werden. Folgend einige Auszüge aus der Reform:

  • Aus Fächern werden Handlungskompetenzen. Anstatt Deutsch und Mathematik steht dann auf dem Stundenplan «Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld» oder «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen».
  • Neu ist nur noch eine Fremdsprache obligatorisch*. Eine weitere kann als Wahlpflichtfach belegt werden. Welche Sprache obligatorisch ist, soll der jeweilige Kanton festlegen.
  • Andere bisherige Pflichtfächer wie Finanz- und Rechnungswesen werden neu zur Option.
  • Bisher konnten die KV-Lernenden zwischen drei verschiedenen Profilen wählen: der Basisbildung (B-Profil), der erweiterten Grundausbildung (E-Profil) und der Berufsmatura (M-Profil). Das B- und E-Profil sollen gestrichen und mit «flexibleren Möglichkeiten ersetzt werden».

Schülerinnen und Schüler sollen nach Handlungskompetenzen beurteilt werden. Ein Beispiel des Handlungskompetenzbereich «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen». bild: zvg

28. Februar 2021

Gemeinsame Vision von Bildung

Lehrerinnen und Lehrer, die vom Miteinander überzeugt sind und in Grundprinzipien übereinstimmen, erreichen bei ihren Schülern bessere Lernerfolge. Entscheidend ist die Schulleitung. Das zeigt die Forschung.

Pädagogisch wirken durch Zusammen-Wirken, Journal21.ch, 27.2. von Carl Bossard

9. Dezember 2020

Die verstummten Lehrkräfte

Condorcet-Autorin Christine Staehelin antwortet auf Herrn Köhlis Aufruf, nicht mehr weiter zu analysieren sondern zum Angriff überzugehen. Sie zeichnet ein bedrückendes Bild bildungsbürokratischer Übergriffe und gibt den Ball zurück.

Von gescheiterten Reformen und warum die Lehrkräfte verstummen, condorcet.ch, 9.12. von Christine Staehelin

7. Dezember 2020

Nicht wieder dieselben Theorien hervorholen

Die Massnahmen zur Verbesserung von Deutsch- und Mathematikleistungen sind zu begrüssen. Der kritische Punkt dürfte dabei wieder einmal die verordnete Weiterbildung der Lehrpersonen werden. Wenn dafür dieselben Dozentinnen und Dozenten aufgeboten werden, die mit ihren Theorien letztlich für die unbefriedigenden Leistungen der Schülerinnen und Schüler verantwortlich sind, darf man sich auch von einer zusätzlichen Lektion nicht allzu viel versprechen: Schreiben nach Gehör, Output-Orientierung, konstruktivistisches Lernen, Kompetenzen, selbst organisiertes Lernen im altersdurchmischten Grossraum, Verzicht auf Fehlerkorrektur, Multiple-Choice-Tests, Lernprogression durch algorithmische Steuerung, und, und, und. Alle diese Reformideen torpedieren das Lernen mehr, als dass sie es fördern. Also bitte: Keine Fortbildung mit untauglichem theoretischem Ballast!

Basler Zeitung, 7.12., Leserbrief von Felix Schmutz

28. November 2020

Wir Bildungsvollzugsbeamten

„Franz, du schaffst das!“ Mit dieser Erwartungshaltung hätten ihn die Lehrer gestärkt. So erinnert sich der Unternehmer Franz Käppeli an seine Schulzeit. (1) Der Gründer der Labor medica AG wird in eine arme Bauernfamilie geboren. Als elftes von zwölf Kindern wächst er in Muri im Freiamt auf. Sein Studium an der ETH Zürich berappt er selber. Der promovierte Biochemiker Käppeli baut eines der führenden medizinischen Laboratorien der Schweiz auf, verdient ein Vermögen und stiftet gegen 15 Millionen Franken als Beitrag an die Renovation des Klosters Muri – dies mit der einzigen Begründung, seine Lehrer hätten ihm viel zugetraut und ihn ermutigt.

Setzt sich für besseren Unterricht ein: Carl Bossard, Bild: meinbezirk.at 
"Franz, du schaffst das!", Journal21.ch, 27.11. von Carl Bossard

18. Oktober 2020

Schulreformen verstärken Chancenungleichheit

Dass die nichtakademischen Berufe von manchen Akademikereltern zu wenig gewürdigt werden, ist zweifellos richtig. Wo ich als langjährige Berufsschullehrerin widersprechen muss: «Bildung für alle» ist nicht nur auf dem akademischen Weg zu erlangen. Gerade in der Schweiz mit ihrem qualitativ hochstehenden und durchlässigen dualen Berufsbildungssystem ist eine Berufslehre der «Königsweg» zu vielen weiterführenden Möglichkeiten. Auch für diesen Weg werden gute schulische Grundlagen vorausgesetzt. Dafür hätte die Volksschule zu sorgen, und in neun Schuljahren wäre dies auch für Kinder mit weniger guten familiären Bedingungen möglich.

NZZaS, 18.10. Leserbrief von Marianne Wüthrich

2. September 2020

25. August 2020

Coronakrise als "Frischzellenkur"

Die Verbände der Schweizer Schulleitenden VSLCH und CLACESO haben im Mai ihre jährliche Befragung zur Stellensituation an den Schulen durchgeführt. Dies vor dem Hintergrund des Distance Learning während des Lockdowns. Aus der Erhebung geht hervor, dass der Fernunterricht den Schulen neuen Schwung verliehen hat. Die Schulleitungsverbände sprechen sogar von einer Frischzellenkur für die Schulen.

Die Entwicklungsziele der Schulleiter

Mitgliederumfrage 2020. Stellensituation in Zeiten von Corona. Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz

Coronokrise als Frischzellenkur für die Schule, Blog PHZH

18. Mai 2020

Die ewig Morgigen

„Das haben wir immer so gemacht! Und es hat sich bewährt; das wissen wir. Was wollen wir ändern?“ Sätze wie diese kennt man, und ihre Absender auch. Es sind die ewig Gestrigen – resistent gegen Wandel, immun gegen Kritik. Sie wissen, was richtig ist und wie’s geht. Und zwar ganz genau! Ihre Standardfloskeln gehören ins Repertoire der drei Todesgefahren: „sicher sein, fertig sein, wissen“. 

Von den ewig Morgigen, Journal21.ch, 17.5. von Carl Bossard

9. Februar 2020

Bahnt sich in Basel eine Wende an?

Für den Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer dürfte es ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen gewesen sein. Letzten Mittwoch hat er verkündet, dass die Basler Lehrerinnen und Lehrer für den Mathematikunterricht in den Primar­ und Sekundarschulen künftig zwischen mehreren Lehrmitteln auswählen können. Einen Tag später hat ein Initiativkomitee aus Vertretern mehrerer Basler Parteien ein Volksbegehren gestartet, das die Lehrmittelfreiheit in Basel­-Stadt generell gesetzlich verankern will. Das Zugeständnis an die Lehrerschaft ist letztlich auch das Eingeständnis, dass nicht alles, was seinerzeit unter dem Label Reformpädagogik eingeführt wurde, auch erfolgreich war.
Die Mathematikdefizite der Basler Schülerinnen und Schüler sind spätestens seit Mai 2019 aktenkundig. Bei den ersten gesamtschweizerischen Schultests nämlich, deren Ergebnisse im letzten Mai publiziert wurden, hat BaselStadt abgeschlagen auf dem letzten Platz unter den 26 Kantonen abgeschlossen – ausgerechnet derjenige Kanton, der bei Schulreformen immer zuvorderst dabei war.
Die Abkehr vom Reformglauben, Basler Zeitung, 8.2. von Thomas Dähler

26. Januar 2020

Chancengleichheit als Fata Morgana


Als Gouverneur im südlichen Russland soll der Feldherr Grigori Alexandrowitsch Potemkin (1739–1791) seine Soldaten angewiesen haben, entlang von Strassen Kulissendörfer zu errichten. Dies, um Katharina der Grossen (1729–1796) Fortschritte bei der Besiedelung vorzutäuschen, als sie sich auf einer Inspektionsreise durch die neuen Provinzen befand. Diese Geschichte ist allerdings erfunden, eine pure Legende, die Potemkin von Neidern am Zarenhof angedichtet wurde.
Doch das geflügelte Wort von den «Potemkinschen Dörfern» ist geblieben und steht bis heute für die Vorspiegelung falscher Tatsachen. Nun ist das Bedürfnis nach einer Verschönerung von Sachverhalten ja nie aus der Mode gekommen. Es wird heute sogar ziemlich exzessiv ausgelebt – nicht zuletzt im Bildungsbereich. Genauer betrachtet ist dieser mittlerweile ein einziges grosses Potemkinsches Dorf, und eine Hauptgasse dieser Kulissensiedlung soll hier besichtigt werden: die Verpflichtung der Volksschule, in einer scharf auf Konkurrenz angelegten Gesellschaft Chancengleichheit herzustellen.

19. Januar 2020

Zeit für etwas Lockerheit


Machen Sie folgendes Experiment: Gehen Sie auf eine wildfremde Person zu, in einer Bar, an einer Vernissage, im Wartezimmer des Zahnarztes, wo auch immer, und fragen Sie sie, was sie von unserem Schulsystem hält. Erst Stunden später werden Sie beide sich trennen und einander erschöpft, aber glücklich in den Armen liegen, im Wissen, einen weiteren Gefährten gefunden zu haben in der Klage über den desolaten Zustand der Schweizer Volksschule.
Regt euch mal ab, ihr Schwarzmaler! Eine Abrechnung mit den Schulpessimisten, NZZaS, 19.1. von Thomas Grüninger

14. Januar 2020

Selbstorganisiertes Lernen produziert Chancenungleichheit


Vor ein paar Wochen konnte man in verschiedenen Zeitungen lesen, Tausende Schülerinnen und Schüler würden wegen des enormen Schuldrucks in der Psychiatrie landen. Der Leistungsdruck in unseren Schulen sei absolut besorgniserregend, wie Psychiater, aber auch Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbandes der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz, meinen. Der Druck habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Schüler müsse überall Topleistungen bringen. Wenn nicht, werde er abgeklärt und in die Nachhilfe geschickt. Die Folgen seien grosse Unsicherheit, Angst und Orientierungslosigkeit. Funktioniere alles nicht mehr, komme es oft zum Zusammenbruch.
Wenn die Schule überfordert, BZ Basel, 14.1. von Mario Andreotti

11. Januar 2020

Das Detail versperrt den Blick aufs Ganze


Wer die Politik des Schweizer Lehrerverbandes LCH verfolgt, könnte sich leicht verlieren. Sie ruft nach Einzelteilen, justiert im Partikularen und verlangt mehr Geld. Wo bleibt der pädagogische Blick aufs Ganze?

6. Januar 2020

Debakel für die Bildung


Gemäss den modernen Bildungsbürokraten müsste ausgerechnet die Schule der einzige Lebensbereich sein, in dem Fertigkeiten ohne ständiges Üben erlernt werden können. Nachdem sie die geschriebene Sprache jahrelang nach dem Gehör anstatt gemäss korrekter Schreibweise haben zu Papier bringen dürfen, sollen die Kinder danach eine saubere Schriftsprache erlernen und verstehen. Ein Wunder, dass derart unsägliche Pädagogik nicht auch im Rechnen angewandt wird! Und bevor die Primarschüler den halbwegs korrekten sprachlichen deutschen Ausdruck beherrschen, wird von ihnen erwartet, dass sie mit Tablets Powerpoint-Präsentationen anfertigen und Fremdsprachen lernen. Solche weltfremden Methoden und die gezielte, politisch begründete Nivellierung nach unten zum vermeintlichen Schutz der weniger Begabten sind für das Bildungsniveau eine Katastrophe.
NZZ, 6.1. Leserbrief von Guido Tognoni


21. Dezember 2019

Lehrermangel nicht Ursache sondern Folge fehlgeleiteter Reformen

Trotz des schlechten Leseverständnisses der 15-Jährigen bringt es laut Hans Fahrländer nichts, über Pisa, Lehrpläne undStrukturreformen zu streiten, «wenn die Grundvoraussetzung für eine gelingende Schule fehle, nämlich genügend gutes Lehrpersonal». 
Zusammen das Lernen und die Welt entdecken, St. Galler Tagblatt, 21.12. von Marianne Wüthrich

20. Dezember 2019

Die bildungspolitische Bilanz: reduce to the max

Roger von Wartburg, Präsident des Lehrervereins Baselland (LVB), geht aus vom Resultat seines Kantons in der Überprüfung der schulischen Grundkompetenzen (ÜGK) und sucht nach Erklärungen für das enttäuschende Ergebnis. In seiner Analyse ordnet von Wartburg die bildungspolitischen Entscheidungen der letzten Jahre und kommt zum Schluss, dass es sich nicht um Zufall handeln kann. Sein brillanter Text verdient es, kopiert und in den Lehrerzimmern des Landes ausgehängt zu werden. 
Widersprüchliche Entscheide, fragwürdige Entwicklungen - Warum das ÜGK-Fiasko nicht nur Zufall ist, LVB-inform, Dezember 2019, von Roger von Wartburg

16. Dezember 2019

Satire oder schon Wirklichkeit?

Wenn ein Kabarettist über Bildung redet, beklagt er meistens, wie dumm die anderen sind. Das liegt Dieter Nuhr fern. Er weiß, dass er nichts weiß. Oder nur ein bisschen. Oder vielleicht hier und da doch so manches.
Nuhr Wissenswertes, 14.11. ARD