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19. Mai 2021

Widerstand gegen KV-Reform nun auch von Bankenseite

Nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Diese Meinung vertreten die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) und der Zürcher Bankenverband bezüglich der Reformierung der kaufmännischen Grundbildung «Kaufleute 2022». Die Reform gefährde die Qualität der Ausbildung - wenn nicht sogar die Banklehre.

Bankverbände sehen Banklehre durch KV-Revision in Gefahr, Nau, 17.5.

19. April 2021

KV-Reform sorgt für Unverständnis

13'000 Jugendliche entscheiden sich in der Schweiz jedes Jahr für eine Lehre zur Kauffrau oder Kaufmann. Sie lernen die Grundlagen des Berufs in Banken, bei Versicherungen oder bei Reisebüros. Das «KV» ist beliebt – und mit Abstand die am meisten gewählte Berufslehre in der Schweiz.

2022 soll die Lehre komplett umgekrempelt werden. Folgend einige Auszüge aus der Reform:

  • Aus Fächern werden Handlungskompetenzen. Anstatt Deutsch und Mathematik steht dann auf dem Stundenplan «Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld» oder «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen».
  • Neu ist nur noch eine Fremdsprache obligatorisch*. Eine weitere kann als Wahlpflichtfach belegt werden. Welche Sprache obligatorisch ist, soll der jeweilige Kanton festlegen.
  • Andere bisherige Pflichtfächer wie Finanz- und Rechnungswesen werden neu zur Option.
  • Bisher konnten die KV-Lernenden zwischen drei verschiedenen Profilen wählen: der Basisbildung (B-Profil), der erweiterten Grundausbildung (E-Profil) und der Berufsmatura (M-Profil). Das B- und E-Profil sollen gestrichen und mit «flexibleren Möglichkeiten ersetzt werden».

Schülerinnen und Schüler sollen nach Handlungskompetenzen beurteilt werden. Ein Beispiel des Handlungskompetenzbereich «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen». bild: zvg

13. April 2021

KV wird fachlich ausgehöhlt

Der radikale Umbau der KV-Ausbildung mit dem Projekt «Kaufleute 2022» könnte ein chwerer Schlag für die bisher weltweit erfolgreiche Schweizer Berufsausbildung werden, wenn die sogenannte «Kompetenzorientierung» mit dem «selbstgesteuerten Lernen» (SOL), wie wir sie  vom umstrittenen Lehrplan 21 kennen, auch in anderen Berufen «Schule machen» sollte.

KV-Reform 2022 - Berufsausbildung wird fachlich ausgehöhlt, 12.4. von Peter Aebersold

Ohne Grundlagen- und Fachwissen in die Zukunft?

Der radikale Umbau der KV-Ausbildung mit dem Projekt «Kaufleute 2022» ist Teil der Vision «Berufsbildung 2030» der vom Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI 2016 gestartet wurde, um sämtliche Berufe der bisher weltweit erfolgreichen Schweizer Berufsausbildung total auf eine «Schmalspurausbildung» umzubauen. Die EDK-Präsidentin Silvia Steiner befürchtete bereits 2018, dass das heutige Berufsbild KV in zehn Jahren nicht mehr existieren werde.

Ohne Grundlagen- und Fachwissen in die Zukunft? 12.4. von Peter Aebersold

26. März 2021

Jenseits der Erledigungsmentalität

Ein vergilbter Artikel hat allen Aufräumaktionen getrotzt. Es ist die Geschichte des Tessiner Briefträgers Guerino Saglini. Sein Leben lang hat er für die Post gearbeitet. Was denn einen guten Pöstler ausmache, fragte ihn die NZZ beim Übertritt in die Pension. „Passione! Leidenschaft!“, sagte Saglini kurz und bündig. Keinen Tag sei er ohne Freude zur Arbeit gegangen, fügte er bescheiden bei. 

Eine Kultur jenseits der Erledigungsmentalität, Journal21.ch, 25.3. von Carl Bossard


14. Februar 2021

In Baselland soll ignorierter Volksentscheid nun durchgesetzt werden

2017 stimmte der Baselbieter Landrat der Entwicklung von Stofflehrplänen einstimmig zu und 2018 bestätigte das Stimmvolk diesen Entscheid mit einem Ja-Anteil von 84%. Weshalb lancierte nun die «Starke Schule beider Basel» erneut eine Initiative? Rennen Sie da nicht offene Türen ein?

Alina Isler (Vorstandsmitglied Starke Schule beider Basel): Bis heute hat die Bildungsdirektion keine Anstalten unternommen, den Volksentscheid zu akzeptieren, geschweige denn, ihn umzusetzen. Nach wie vor bestehen die Lehrpläne in allen Fächern ausser in Englisch weitgehend aus Kompetenzbeschreibungen, ergänzt mit einzelnen Stoffinhalten ...

Lehrpersonen ignorieren die unbrauchbaren Lehrpläne, Condorcet.ch, 12.2.

16. Dezember 2020

Lehrer sehen deutliches Sinken der Leistungen

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) führte in den vergangenen zwei Wochen eine breit angelegte Umfrage zum Thema «Leistungsniveau der Schüler/-innen heute im Vergleich zu vor 5 Jahren» bei den Lehrpersonen der Schulstufen Primar, Sek 1 und Sek 2 durch. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Eine deutliche Mehrheit der Lehrpersonen stuft die Leistungen der Schüler/-innen heute schlechter oder deutlich schlechter ein als früher.

Umfrage: Schüler/-innen zeigen immer schlechtere Leistungen, Starke Schule beider Basel, 16.12. von Michael Pedrazzi

12. Oktober 2020

Heftige Kritik am Lehrplan Geschichte

2018 haben die Stimmberechtigten im Kanton Baselland entschieden, dass die Lehrpläne ergänztwerden müssen: Zusätzlich zu den bereits darin verankerten Kompetenzen sollen jetzt auch Stoffinhalte und Themen festgeschriebenwerden. So steht es nun im revidierten Bildungsgesetz. Die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion hat den neunseitigen Entwurf des Lehrplans Geschichte für die drei Sekundarschuljahre auf der Internetsite zugänglich gemacht. Wer nun glaubt, im Sekundarlehrplan Geschichte stosse man auf wichtige historische Ereignisse wie den Mauerfall, die Katastrophe von Tschernobyl oder den Balkankrieg, irrt sich. Stattdessen dominieren «Grundkompetenzen» sowie zu 12 Themen ausführlich formulierte Grobziele, welche die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen. Diese werden ergänzt durch umfangreiche Arbeitsanweisungen für die einzelnen Leistungszüge und eine relativ unsystematische Liste von allgemein gehaltenen Inhalten, die zu den vorgegebenen Kompetenzen passen. 

Kein Ende im Streit um die Lehrpläne, Basler Zeitung, 8.10. von Thomas Dähler

7. Oktober 2020

AVS foutiert sich um Bildungsrat

Die Starke Schule beider Basel (SSbB) lancierte im Juli 2016 die Initiative «Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen». Die Initiative wurde zurückgezogen zugunsten eines Gegenvorschlages, der von allen wesentlichen Bildungsorganisationen (LVB, AKK, KSL, SSbB) und politischen Parteien unterstützt wurde, nachdem der Regierungsrat das Versprechen abgab, für die Sekundarstufe 1 Stofflehrpläne in Ergänzung zu den Kompetenzbeschreibungen durch das AVS ausarbeiten zu lassen. Das Stimmvolk befürwortete im Juni 2018 an der Urne den ausgewogenen und breit abgestützten Kompromissvorschlag mit 84.2% deutlich.

AVS setzt Beschlüsse des Bildungsrates nicht um, Starke Schule beider Basel, von Jürg Wiedemann, 6.10.

30. August 2020

Baustelle Schule

Entdeckt in einem Primarschulhaus: Ein farbenfrohes Bild mit dem Hundertwasser-Haus in Wien, gemalt vom Künstler selber, verziert die Tür zum Klassenzimmer. Auf den einzelnen Wohnungen leuchten 22 Kindergesichter. Jedes schaut verschmitzt unter dem gelben Schutzhelm hervor. Mitten drin der Lehrer als munterer Bauleiter. Und darüber ihr gemeinsames Motto fürs neue Schuljahr: „Wir bauen an unserer Zukunft – einzeln und im Team.“ 

Baustelle Schule, journal21.ch, 22.8. von Carl Bossard

14. Februar 2020

Puppen des Zeitgeists


Alles redet über Bildung. Vom Kampf um Bildungsressourcen ist die Rede, von Bildungsreserven, von Bildungsmanagement, von Bildungsexpansion, gar von Bildungsoffensive. Die Sprache zeigt sich militant. 
Auch wenn bildungspolitische Postulate und Parolen anderes verkünden, ist die Tendenz eindeutig: Die Wissens- und Informationsgesellschaft reduziert Bildung auf Ausbildung. Spätestens seit PISA und Bologna dominiert das Kriterium der Effizienz. Gefragt sind direkt anwendbare Kompetenzen. Sie gehorchen dem Diktat der aktuellen Verwertbarkeit – und machen Kinder und Jugendliche, pointiert und als These formuliert, zu Puppen des Zeitgeistes.

8. Dezember 2019

Pisa-Teilnahme abbrechen


Da waren sie wieder, die Kulturpessimisten und Bildungsnostalgiker, die schon immer gewusst haben, was falsch läuft in der Schule: zu viele Reformen, zu viel Integration und Kuschelpädagogik, zu wenig Drill.
Die neusten Resultate der Pisa-Studie bewiesen es diese Woche schliesslich schwarz auf weiss: Die Schweizer Jugendlichen können schlecht lesen, und in der Mathematik und den Naturwissenschaften waren die Zahlen auch schon besser. Das einst stolze Schweizer Bildungswesen sei nur noch Mittelmass - heisst es in den Medien. Eine Schmach, ein Alarmsignal, der Lehrerverband sieht Handlungsbedarf.
Die Pisa-Resultate sind nicht das Problem. Der Test ist es. NZZaS, 8.12. von Michael Furger

8. November 2019

Bitte die Notbremse ziehen!


In drei Stunden und 45 Minuten von New York nach Paris - die Concorde war doppelt so schnell unterwegs wie ein normales Passagierflugzeug. 1969 startete das Prestigeobjekt zum Jungfernflug. Unterdessen sind die einstigen Überflieger nur noch im Museum zu bestaunen.
Kinder als Versuchskaninchen missbraucht, Basler Zeitung, 8.11. von Roland Stark

3. November 2019

Im Spannungsfeld von Schule und Wirtschaft

Wenn es darum geht, den Zustand unseres Bildungswesens nach der Einführung der Kompetenzorientierung mit den Ansprüchen einer modernen demokratischen Gesellschaft zu vergleichen, dann kommt man an der kritischen Analyse von Jochen Krautz (Bergische Universität Wuppertal) nicht vorbei. Krautz zeigt auf, wie unsere Schule immer stärker in den Einflussbereich des wirtschaftlich Verwertbaren gerät, der die Menschen zu Humankapital reduziert. Diese Entwicklung, so folgert Krautz, ist nicht nur schädlich für die Qualität des Unterrichts und den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie gefährdet letztendlich das Funktionieren unserer westlichen Demokratien.
Jochen Krautz:"Das Recht der Kinder auf Bildung wird verletzt". Bild: uk

Ökonomisierung der Kindheit als Herausforderung für die Schule. Vortrag von Prof. Dr. phil. Jochen Krautz, St. Gallen, 30. Oktober 2019, Veranstalter: Verein Ostschweizer Kinderärzte & Ostschweizer Kinderspital, Bericht von Urs Kalberer

Narrativer Geschichtsunterricht


Der Geschichtsunterricht in der Volksschule hat einen schweren Stand. Eigentlich würde gemäss Hanspeter Amstutz ein lebendiger Geschichtsunterricht eine Grundlage für das Verstehen wesentlicher Zusammenhänge schaffen. Der ehemalige Sekundarlehrer bricht im Interview eine Lanze für den narrativen Unterricht. Andreas Stadelmann und Regula Argast, Dozierende für Fachdidaktik Sekundarstufe 1 an der PHBern, befürworten narrativen Unterricht, plädieren aber in ihrem Beitrag für einen erweiterten und der Kompetenzorientierung entsprechenden Begriff von Erzählen.
Hanspeter Amstutz setzt sich für einen besseren Geschichtsunterricht ein, Bild: Screenshot SRF

2. September 2019

Gemeinde schafft Noten ab


Ab diesem Schuljahr erhalten Kinder und Jugendliche in Waldkirch und Bernhardzell nicht mehr eine «6», wenn sie bei einer Prüfung besonders gut abgeschnitten haben. Stattdessen bekommen sie ein «Lernziel sehr gut erreicht». Der Schulrat hat entschieden, das Benotungssystem für alle Fächer und Stufen anzupassen. Statt mit einer Zahl werden Schüler mit Worten beurteilt. Konkret wird angegeben, in welcher Qualität die Lernziele erreicht wurden: sehr gut, gut, genügend, nicht genügend, schwach oder sehr schwach. Schulratspräsidentin Susanne Roth sagt: «Die Aussagekraft der neuen Beurteilung ist grösser und der Lernweg der Schülerinnen und Schüler kann besser aufgezeigt werden.»
"Lernziel sehr gut erreicht" - In den Schulen von Waldkirch gibt es keine Noten mehr, St. Galler Tagblatt, 2.9. von Michel Burtscher

27. August 2019

Initiative zur Reduktion der Kompetenzbeschreibungen zustande gekommen


Die Baselbieter Landeskanzlei hat es bestätigt: Die formulierte Initiative "Die gigantische und unerfüllbare Anzahl von 3'500 Kompetenzbeschreibungen in den Lehrplänen auf ein vernünftiges Mass reduzieren" ist mit 1'845 gültigen Unterschriften zustande gekommen.
Nun muss die Regierung eine Vorlage ausarbeiten mit einer Empfehlung, ob sie dem Landrat empfiehlt die Initiative anzunehmen oder abzulehnen. Nach ersten Gesprächen mit Regierungsrätin Monica Gschwind sieht es so aus, dass die Bildungsdirektion an den 3'500 Kompetenzbeschreibungen im Lehrplan Volksschule Baselland festhalten will. Der Beglaubigungsprozess ist jetzt abgeschlossen und die formulierte Initiative muss spätestens nach 18 Monaten dem Volk vorgelegt werden.
Initiative ist zustande gekommen, Starke Schule beider Basel, 26.8.

23. Juni 2019

Starke Schule will Kompetenzen reduzieren

Der neue Lehrplan Volksschule Baselland, mit welchem seit dem Schuljahr 2018/19 an den Sekundarschulen gearbeitet wird, ist nicht zielführend: Er ist unübersichtlich, schwammig formuliert und deutlich zu umfangreich. Bedenklich ist zudem, dass ein wesentlicher Teil des Lehrplans vom Amt für Volksschulen (AVS) in Eigenregie mit dem Ziel formuliert wurde, den selbstorganisierten und konstruktivistischen Unterricht in den Klassenzimmern zu manifestieren. Fachexpertinnen und -experten wurden nicht oder lediglich als Marionetten eingebunden, welche den Lehrplan faktisch nur noch absegnen durften.
Gigantische Anzahl Kompetenzbeschreibungen reduzieren, Starke Schule beider Basel, 23.6. von Alina Isler

6. Juni 2019

Eigene Materialien eignen sich besser


Die neuesten Studien lassen Mathematik- und Fremdsprachengenies in unserem Kanton ins Abseits schwinden. Untersuchungen wollen dieses Phänomen nun erklären. Ich bin überzeugt, dass alle Kinder mathematische, sprachliche, naturwissenschaftliche sowie künstlerische Fähigkeiten in sich tragen. Diese gilt es individuell herauszuschälen. Es stellt sich für mich nach wie vor die Frage, wie bringen Lehrpersonen, trotz Lehrplan 21 und den zum Teil unbrauchbaren Lehrbüchern, den Schülerinnen und Schülern den Schulstoff verständlich bei. 
Zurück zu mehr Frontalunterricht, Basler Zeitung, 5.6. von Caroline Mall

22. Mai 2019

Es braucht Zuversicht


Wer mit Kindern unterwegs ist, wer Jugendliche auf ihrem Lern- und Lebensweg begleitet, der muss ein Geschwisterpaar an seiner Hand führen: die Zuversicht auf der einen und den Optimismus auf der anderen Seite. Nicht den blinden Optimismus und nicht die naive, illusionäre Zuversicht mit dem schnell zitierten positiven Denken. Auch nicht der kitschige Blick durch die rosa-rote Brille. Nein, es ist das Aufklärungsvertrauen, die Zuversicht als menschliche Grundhaltung – für junge Menschen eine Art mentaler Lebensversicherung und damit grundlegender Treibstoff des Lebens. Seelische Ressourcen leben von dieser Antriebsenergie der Zuversicht.
Vom pädagogischen Wert der Zuversicht, Journal 21, 22.5. von Carl Bossard