Es ist ein eher unscheinbarer Mann, der kurz vor den Sommerferien in der
Aula der Universität Zürich ans Mikrofon tritt. Richard Münch, 73, emeritierter
Professor für Soziologie an der Universität Bamberg, ist kein grosser Redner,
doch was er am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung
zu sagen hat, das hat es in sich. Es geht um den bildungsindustriellen Komplex,
wie Münch ihn nennt, angelehnt an den berüchtigten militärisch-industriellen
Komplex, vor dessen zersetzendem Einfluss auf die Demokratie der damalige
US-Präsident Eisenhower in seiner berühmten Abschiedsrede im Jahr 1961 gewarnt
hatte. Und als Warnung will auch Münch verstanden wissen, was er in Zürich wie
in seinem neuen Buch mit dem gleichnamigen Titel präsentiert.
Der bildungsindustrielle Komplex, NZZ, 31.8. von Martin Beglinger