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9. Dezember 2019

Mundart im Kindergarten schadet nicht

«Kanton Aargau verbietet Hochdeutsch im Kindergarten»–so titelten Zeitungen 2014. Von «Mundartzwang» war die Rede, weil die Aargauer eine Volksinitiative angenommen hatten, welche vorschreibt, dass die Kindergartenlehrpersonen Mundartsprechen sollen. Seit dem Inkrafttreten der Regelung im Schuljahr2016/17sind im Aargau nun nur noch kurze Unterrichtssequenzen wie Vorlesen oder Singen auf Hochdeutsch erlaubt. Vor der Abstimmung wurde damals im Aargau heftig debattiert–die Mundart ist ein emotionales Thema. Nun, fünf Jahre später, gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass zumindest die Aufregung um Nutzen oder Schaden umsonst war: Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt aus dem Bodenseeraum untersuchte die Frage, ob Lehrpersonen im Kindsgi Standarddeutsch oder Dialekt sprechen sollen. 
Mundart im Kindsgi schadet nicht, BZ Basel, 9.12. von Sabine Kuster und Urs Oskar Keller

16. Februar 2018

Motion für Schweizerdeutsch an französischsprachigen Berner Schulen

Auszug aus dem Motionstext:
In der Tat beschliessen zu viele französischsprachige Jugendliche im Kanton Bern nach ihrer Schulzeit und Ausbildung, in einem Westschweizer Kanton zu arbeiten und/oder sich dort niederzulassen, da die Sprache ein zu grosses Hindernis darstellt. Für unseren Kanton, dem seine französischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger wichtig sind und der auf seine Zweisprachigkeit stolz ist, ist dies bedauernswert. Dies umso mehr, da sich der Kanton Bern als Brückenkanton zwischen diesen beiden Sprachregionen versteht. Somit ist es notwendig, zu handeln und alle Massnahmen in die Wege zu leiten, die dazu dienen könnten, den Zusammenhalt zwischen diesen beiden Sprachkulturen zu stärken und die Lebensqualität der französischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern.
Schweizerdeutsch-Unterricht an den französischsprachigen Schulen, Motion von Samantha Dunning (SP), Kanton Bern, 24.1.

5. Juli 2017

Mundarten erkennen

Mitarbeiter/innen der Universität Zürich koordinieren ein Projekt zu schweizerdeutschen Dialekten, dessen Ziel es ist, herauszufinden, wie gut Schweizerinnen und Schweizer eigentlich die Landesdialekte erkennen. Dazu wurde eine Plattform entwickelt, in deren Zentrum das Online-Spiel "din dialäkt" steht, bei dem Nutzerinnen und Nutzer ihr Dialektwissen testen können.
Hier geht es zur Webseite. Bild: Screenshot "din dialäkt"

30. März 2017

Mundart-Initiative nicht konsequent umgesetzt

«Was haben wir heute für einen Wochentag?» fragt die Kindergärtnerin. Die Knirpse kennen die Antwort nicht. «Heute ist Dienstag», sagt Tanja Janezic. «Und wie ist das Wetter? Schaut mal zum Fenster hinaus. Wo hat sich die Sonne versteckt?»Neun Uhr morgens im Klotener Kindergarten Feld.
"Drülle, drülle, s'isch nöd schwär...". Bild: Leo Wyden
"Dienstag" statt "Ziischtig" in der Kindergartenrunde, Zürcher Unterländer, 29.3. von Andrea Söldi

25. September 2016

Grundsätzlich Mundart an Zuger Kindergärten

Die Zugerinnen und Zuger wollen grundsätzlich Mundart am Kindergarten. Allerdings lehnen sie eine Initiative ab, die in einzelnen Fächern auch an der Primarschule Mundart vorschreiben wollte.
Die Zuger wollen keinen Zwang zur Mundart im Kindergarten, Neue Zuger Zeitung, 25.9.

29. August 2016

Zug stimmt über Mundart im Kindergarten ab

Im Kanton Zug kommt am 25. September – wie bereits in anderen Kantonen – die Mundart-Initiative der SVP zur Abstimmung. Sie verlangt, dass im Kindergarten ausschliesslich Schweizerdeutsch gesprochen wird.

Der Initiative wird ein Gegenvorschlag entgegengestellt, Bild: Neue Zuger Zeitung
Zuger stimmen über Mundartpflicht im Kindergarten ab, Neue Zuger Zeitung, 29.8.

18. August 2016

Änderungen an der Aargauer Volksschule

Neben der Mundartpflicht im «Chindsgi» bringt das Schuljahr 2016/17 der Volksschule Aargau eine Reihe von weiteren Änderungen.
Was sich alles an Aargauer Schulen ändert, Aargauer Zeitung, 8.8. von Jörg Meier

23. Juni 2016

Mundartförderung im Kindergarten

Immerhin ein gutes halbes Dutzend Kindergärtnerinnen besuchten die Veranstaltung der Basler Interessengemeinschaft Dialekt, und sie sprachen klare Worte. Ihnen sei die Umgangssprache eine Herzensangelegenheit, sie sei ein Stück Kultur. Sie seien ausserdem überzeugt, dass man den Kindern keinen Gefallen tue, wenn man sie zwinge, Hochdeutsch zu sprechen. Man hoffe, dass das Gesetz, mindestens die Hälfte des Kindergarten-Unterrichts in Schriftdeutsch zu bestreiten, wieder geändert wird. Im Aargau müssen Kindergärtnerinnen, die keine Mundart können, gar um ihren Job fürchten. Zürich führte nach einem Volksentscheid mit 53,9 Prozent Ja-Stimmen im Jahr 2012 Mundart als alleinige Unterrichtssprache in Kindergärten ein.
Eine Schatztruhe voller Mundart, Basler Zeitung, 23.6. von Franziska Laur

21. Juni 2016

Neues Lehrmittel für Dialektförderung

Die Basler Interessengemeinschaft Dialekt lädt zu einem Abend, der unter dem Motto «Förderung von Freude an Mundart und Sprache» steht. Vorgestellt wird das Projekt «Sproochschatz» von Michael Luisier, das dieser zur Förderung der Mundart in den Kindergärten geschaffen hat. Luisier, Kulturredaktor bei Radio SRF, hat dieses Projekt mit grosszügiger finanzieller Unterstützung der E. Zunft zu Rebleuten entwickelt. 
Die Basler Interessengemeinschaft Dialekt besteht seit 2011 und engagiert sich für die Umgangssprache. Besonderes Anliegen der IG ist es, den Dialekt in den Kindergärten zu fördern. Zur konkreten Unterstützung der Dialekt- Pflege will die IG ein Medium realisieren lassen, das dem Dialekt auch wirklich hilft. Damit beauftragt wurde Michael Luisier. Das Resultat liegt nun ausführungsreif vor.
Im Kindergarten Dialekt fördern, Basler Zeitung, 21.6.

26. Mai 2016

Vater der Mundart-Initiative ist tot

René Kunz, der langjährige Kantonalpräsident der Schweizer Demokraten Aargau, ist im Alter von 73 Jahren verstorben. Kunz war vier Jahre lang Grossrat und ist der Vater der sogenannten Mundart-Initiative.











Kunz setzte sich mit der Mundart-Initiative durch, Bild: zvg
René Kunz ist tot: Der Vater der Aargauer Mundart-Initiative starb nach kurzer schwerer Krankheit, Aargauer Zeitung, 26.5.

28. Januar 2016

Mundart auch in der Primar und Sek

Das Zuger Stimmvolk hat beim Thema Mundart in der Volksschule nun doch mehr Auswahl als anfänglich erwartet: Der Kantonsrat hat einen Gegenvorschlag genehmigt, der die SVP-Mundartinitiative aushebeln soll. Abgestimmt wird am 25. September.













Die Zuger Initiative erlaubt Mundart in bestimmten Fächern auch an der Oberstufe, Bild: Keystone
Gegenvorschlag soll Mundart-Initiative der SVP aushebeln, Bund, 28.1.

29. Oktober 2015

Zuger stimmen über Mundart im Kindergarten ab

Der Zuger Kantonsrat entschied  mit 56 zu 18 Stimmen die Initiative "Ja zur Mundart" abzulehnen. Definitiv ist dies aber erst Ende Januar 2016, wenn der Rat zu dieser Vorlage die zweite Lesung mit Schlussabstimmung durchführt. Dies dürfte angesichts des Stimmenverhältnisses aber nur eine Formsache sein.






Die Initiative kommt wahrscheinlich ohne Gegenvorschlag vors Volk, Bild: Keystone
Zuger Stimmvolk soll über Mundart-Initiative abstimmen, SRF Regional, 29.10.

18. August 2015

Aargau setzt Mundart-Initiative um

Der Aargauer Grosse Rat hat im Schulgesetz festgelegt, dass in Kindergärten grundsätzlich nur noch Mundart gesprochen wird. Die Umsetzung des Volksentscheids vom Mai 2014 bereitete aber einigen Ratsmitgliedern Mühe.




Schweizerdeutsch gehört zum Anforderungsprofil einer Kindergärtnerin im Aargau, Bild: Keystone

Mundart-Initiative im Aargau umgesetzt. Kündigungen möglich, SRF Regional, 18.8.

30. November 2014

Mundart im Kindergarten frühestens ab 2016

Die Aargauer Regierung setzt den Volksentscheid vom Mai 2014 um und legt im Schulgesetz fest, dass an Kindergärten grundsätzlich nur noch Mundart gesprochen wird. Die Änderung kann aber frühestens auf das Schuljahr 2016/17 in Kraft treten.





Mundart im Kindergarten gilt im Aargau nicht ab sofort, Bild: Keystone


Mundart im Kindergarten: Volksentscheid wird frühestens 2016 umgesetzt, Aargauer Zeitung, 28.11.

17. September 2014

Zuger Mundartinitiative zustande gekommen

Im Kanton Zug soll im Kindergarten grundsätzlich Mundart gesprochen werden. Eine entsprechende Volksinitiative ist mit 2000 Unterschriften zustande gekommen.




Die gesammelten Unterschriften werden am 24. September eingereicht, Bild: Dominik Wunderli

Volk stimmt über Mundart im Chindsgi ab, Neue Luzerner Zeitung, 17.9.

26. August 2014

"Sprachaufenthalte in der Deutschschweiz sind nicht nützlich"

José Ribeaud fordert, dass alle Deutschschweizer ab Kindergarten Hochdeutsch lernen sollten. Ausserdem findet er Sprachaufenthalte für Westschweizer Klassen in der Deutschschweiz nicht nützlich. Da sprächen dann alle in ihrem Dialekt und die Romands hätten keine Chance. "Das ist schlicht diskriminierend". Um Deutsch zu lernen, müssen die Romands nach Deutschland.




Der Jurassier José Ribeaud wohnt heute in Berlin, Bild: Tages Anzeiger

"Der Entscheid des Thurgauer Parlaments ist für uns eine Demütigung", Tages Anzeiger, 25.8. von Anja Burri

2. August 2014

Keine Mundart in Lehrerausbildung

Ich gratuliere Ihnen zu diesem endlich einmal sachlich korrekten Artikel über das Schweizerdeutsch. Die Gleichung «Dialekt gleich SVP», die viele gerne pflegen, geht eben nicht unbedingt auf!

Zu ergänzen wäre noch, dass es für die Schulen die wunderbarsten Lehrmittel-Standards gibt, solche für den Dialekt aber völlig fehlen. Ebenso fehlt die Auseinandersetzung mit diesem Thema in der Ausbildung für Lehrpersonen. Dialekt existiert dort nicht. Genauso fehlt ein institutionalisierter Austausch von Klassen und Lehrern zwischen den einzelnen Sprachregionen der Schweiz.
Leserbrief, NZZ, 2.8. von Liselotte Reber-Liebrich

Auch Schweizer-Hochdeutsch ist nicht minderwertig

Linguistikprofessorin Helen Christen plädiert dafür, unsere Mundarten Anderssprachigen gegenüber selbstbewusst als normale informelle Alltagssprache zu vermitteln. Sie thematisiert auch «die sprachlichen Konsequenzen der vermehrten Präsenz von Hochdeutsch in der Deutschschweiz». Ihre Ausführungen möchte ich durch zwei meines Erachtens bedenkliche Konsequenzen ergänzen: Es gibt immer mehr Schweizerinnen und Schweizer, die sich ihres gerollten Rs schämen und meinen, sie müssten das Zäpfchen-R verwenden, wenn sie Hochdeutsch sprechen; eine Umstellung, die auch bei den «Modellsprechern» von Radio und Fernsehen meist aufgesetzt wirkt. Noch befremdlicher finde ich die zunehmend praktizierte Unart, das R als A auszusprechen oder ganz zu verschlucken. Im Bestreben, das Hochdeutsch der (Nord-)Deutschen nachzuahmen, verwenden mehr und mehr auch gebildete Schweizerinnen und Schweizer in der indirekten Rede fälschlicherweise den Konjunktiv II - z. B. er sagte, er wäre (statt sei) krank.

Ich meine nicht, dass wir unser Schweizer-Hochdeutsch wie Dürrenmatt zelebrieren sollten, aber wir sollten es ohne lächerliche Verrenkungen selbstbewusst verwenden, denn nicht nur unsere Dialekte sind «nicht minderwertig» (Christen), sondern auch unser Schweizer-Hochdeutsch.
Leserbrief, NZZ, 2.8. von Manfred Kämpfen

29. Juli 2014

"Schweizerdeutsch ist nicht minderwertig"

Helen Christen, Linguistikprofessorin an der Universität Freiburg, plädiert dafür, Anderssprachigen zu vermitteln, dass Schweizerdeutsch eine selbstverständliche Alltagssprache ist.






Das Schweizerdeutsche ist eine vielfältige Sprachlandschaft, Bild: Kleiner Sprachatlas der deutschen Schweiz


"Schweizerdeutsch ist nicht minderwertig", NZZ, 29.7. von Paul Schneeberger


4. Juli 2014

Schlüer zu Mundart im Kindergarten

SVP-Bildungspolitiker Ulrich Schlüer beschreibt das Ziel der Mundart-Initiativen: Deutschschweizer Kinder fänden den Zugang zur Sprache nur über den Dialekt.



Nach dem Erfolg im Aargau ist die SVP mit ihren Mundart-Initiativen im Aufwind, Bild: Keystone

"Ein Kind soll sprechen, wie ihm der Schnabel gewachsen ist", Basler Zeitung, 4.7. von Anja Burri