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24. Mai 2021

Die Banken ziehen die Notbremse bei der KV-Reform

Der heftige Protest der Bankenvereinigungen gegen die Reform der KV-Ausbildung lässt aufhorchen. Offenbar haben die Banken gerade noch rechtzeitig bemerkt, welch verheerende Auswirkungen das geplante Ausbildungsmodell für ihre Auszubildenden hätte. Die Taktik der Reformer, das Grundkonzept in Kabinettsmanier möglichst weit voranzutreiben und erst dann in die Vernehmlassung zu schicken, wenn nur noch Retuschen angebracht werden können, scheint diesmal zu scheitern.

Die Banken ziehen die Notbremse bei der KV-Reform, 21.5. von Hanspeter Amstutz

25. November 2020

Verfehlter Rassismusvorwurf

Es ist schon ein starkes Stück, wenn zwei Rassismus-Expertinnen den Schweizer Lehrmittelverlagen vorwerfen,  unsere Lehrmittel seien im Kern rassistisch. Man fragt sich, aufgrund welcher Kriterien ein solch vernichtendes Urteil entstanden ist. Ich kenne mich bei den Unterrichtsmaterialien des Zürcher Lehrmittelverlags einigermassen aus und teile  nicht den Eindruck, die Darstellungen über die himmeltraurige Geschichte der Sklaverei oder über afrikanische Kulturen seien rassistisch gefärbt.

Reinste Ressentimentforschung, Condorcet.ch, 25.11. von Hanspeter Amstutz

20. September 2020

Schule soll Buben stärker gerecht werden

Bubenförderung ist ein Thema, das nicht so recht zum Zeitgeist passt. In den Schulen stellen Lehrerinnen und Lehrer fest, dass Buben weit mehr an spannenden Realienthemen als an der zweiten Fremdsprache interessiert sind. Wird das Leben in Fächern wie experimenteller Physik oder moderner Geschichte ins Schulzimmer geholt, sind Buben oft wie verwandelt. Wo es etwas zu entdecken gibt, kommt ihre kreative Seite zum Zug. Wenn sie einmal eine Sache fasziniert, bekommt bei ihnen auch die deutsche Sprache die nötige Bedeutung. Leider hat die Schule in den letzten Jahren viel mehr in Fächer investiert, die bei den meisten Buben die Herzen kaum höher schlagen lassen.

NZZaS, 20.9. Leserbrief von Hanspeter Amstutz

6. Juni 2020

Hoher Anteil von digitalem Unterricht ist unverantwortlich

Unsere Staatskasse wird zurzeit mit der Rettung ganzer Wirtschaftszweige arg strapaziert. Das wird auch die Bildung zu spüren bekommen, wenn die nächsten Investitionen anstehen. Werden wir finanzielle Mittel primär für teure Digitalisierungsprojekte einsetzen, oder wären nicht gezielte Anstrengungen zur Verbesserung des Präsenzunterrichts lohnenswerter?

Schule braucht keine Digitalisierung um jeden Preis, Tages Anzeiger, 6.6. von Hanspeter Amstutz

10. Mai 2020

Vor einer Weichenstellung bei den schulischen Investitionen

Matthias Burchardts Abrechnung mit der um sich greifenden Heilserwartung an eine rasche Digitalisierung der Schule kommt mir vor wie ein reinigendes Gewitter, das wieder klare Sicht in die Weite schafft. Er vergleicht unreflektierte Digitalisierungsforderungen mit einem Boulevardtheater, bei dem viel Geld für Requisiten, nicht aber für bessere Schauspielkunst eingesetzt werden soll. Zu Recht ärgert sich Burchardt über Medien, die das Theaterstück aufgrund der schönen Kleider rühmen, jedoch kaum nach der Qualität der Aufführung fragen. Eine forcierte Digitalisierung könnte man mit einem Boulevardtheater vergleichen, bei dem viel Geld für Requisiten, nicht aber für bessere Schauspielkunst eingesetzt wird. Das Bild kann noch mit der Rolle unkritischer Medien erweitert werden. Mit grossen Worten rühmen sie das Theaterstück aufgrund der schönen Kleider, ohne jedoch nach der Qualität der Aufführung zu fragen.

Im Präsenzunterricht zeigt sich die Schulqualität, Hanspeter Amstutz, 8.5.

28. April 2020

Der Geschichtsunterricht braucht einen kräftigen Anschub

PeterGautschi sieht im Geschichtsunterricht aktuell die grosse Herausforderung, anstelle spekulativer Narrative spannende Erzählungen zu finden, die auf Fakten beruhen und nicht ins Ideologische kippen. Ich stimme ihm voll zu, dass bildendes Storytelling auch ohne mythische Überhöhung die zentrale Rolle in einem lebendigen Geschichtsunterricht übernehmen sollte.
Der Geschichtsunterricht braucht einen kräftigen Anschub, von Hanspeter Amstutz, 28.4.

18. März 2020

Gedanken eines Grossvaters

Als Grossvater bin ich in der aktuellen Corona-Krise zum Zuschauen verurteilt. Ich komme mir vor wie ein Beobachter, der auf ein wild gewordenes Meer hinausblickt, aber an Land bleiben muss. Gefordert sind alle, die im aktiven Leben an vorderster Front stehen: Mütter, Ärzte, Pflegepersonal und irgendwie auch die Lehrerinnen und Lehrer.
Gedanken eines Grossvaters, 17.3. von Hanspeter Amstutz

9. März 2020

Wirkung von Methoden beachten


Wenn in heterogenen Regelklassen integrierte Schüler mit starken Verhaltensauffälligkeiten gut vorbereitete Lektionen durch häufiges Stören durcheinanderbringen, entsteht viel Frustration (NZZ 28. 2. 20). Besonders betroffen davon sind jüngere Lehrpersonen, die mit neuen Konzepten für selbstverantwortliches Lernen vor ihre Klasse treten. Das erstaunt erfahrene Schulpraktiker wenig. Je anspruchsvoller der Unterricht bezüglich der Eigenverantwortung der Schüler ist, desto wichtiger ist es, dass eine Klasse weiss, was zielgerichtetes Arbeiten konkret bedeutet.
Aus der Froschperspektive, NZZ, 9.3. Leserbrief von Hanspeter Amstutz

Fokus auf Erstsprache legen


Das Defizit im Deutsch unserer Schulabgänger schreckt auf. Neben der Frühförderung gilt es, das Bildungsprogramm viel stärker auf die schulische Erstsprache auszurichten. Lesen und Schreiben lehren ist ein Grundauftrag der Volksschule. Was so banal tönt, ist letztlich ein komplexer Lernprozess, der systematisch und fächerübergreifend gefördert werden muss.
Kinder brauchen ein tägliches Bad in der Sprache, Tages Anzeiger, 9.3. von Hanspeter Amstutz

1. März 2020

Schule in der Froschperspektive sieht anders aus

Im neusten Gastbeitrag des Condorcet-Blogs wird eine Situation geschildert, wie sie kompetente Fachlehrkräfte in den tieferen Niveaus der Sekundarschule leider gar nicht so selten antreffen. Sicher ist das vorliegende Unterrichtsprotokoll eher ein Extremfall. Aber es genügt, wenn in Regelklassen mit zwanzig Schülern drei oder vier Auffällige bestens vorbereitete Physikübungen mit unsozialem Verhalten durcheinanderbringen. Wut und Frustration sind gross, wenn sorgfältig geplanter Unterricht durch dumme Bemerkungen einzelner völlig aus den Fugen gerät. Wer als junger Lehrer mit einem Rucksack voller Schönwetterpädagogik vor eine Klasse tritt, ist doppelt gefährdet. Je anspruchsvoller der Unterricht bezüglich der Eigenverantwortung der Schüler ist, desto wichtiger ist es, dass eine Klasse zuerst einmal weiss, was zielgerichtetes Arbeiten konkret bedeutet.
Schule in der Froschperspektive sieht anders aus, 1.3. von Hanspeter Amstutz

22. Februar 2020

Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule


Zweifellos besteht zwischen den offenkundigen Sprachdefiziten vieler Vorschulkinder und dem PISA-Debakel bei den Schulabgängern im Deutsch ein Zusammenhang. Dennoch wäre es verfehlt, den Hebel nur bei der Frühförderung anzusetzen, wie dies allgemein gefordert wird. Lesen und Schreiben lernen ist ein Grundauftrag der Volksschule. Was so banal tönt, ist letztlich ein komplexer Lernprozess, der systematisch und fächerübergreifend gefördert werden muss.
Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule, 9.2. von Hanspeter Amstutz

8. Dezember 2019

Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule


Liegt es primär am veränderten Freizeitverhalten oder trägt die Schule massgebend zum  Lesedebakel der Schweizer Schüler bei der PISA-Studie bei? Bildungsfachleute rätseln, wo die Ursachen liegen könnten. Sicher hat der Trend hin zum oberflächlichen schnellen Lesen mit der Flut der Informationen zugenommen. Wer Unmengen von Kurzfutter-Botschaften auf dem Smartphone konsumiert und sich dabei nicht gross darum kümmert, was auf der Welt geschieht, wird sich kaum in eine längere Lektüre vertiefen.
Deutsch lernen – ein unterschätzter Grundauftrag der Volksschule, 8.12. von Hanspeter Amstutz

13. November 2019

Volksschule braucht offene Reformkultur

Zu recht kritisiert Carl Bossard die wilde Phase des didaktischen Experimentierensder letzten Jahre. Fremdsprachen-Lehrmittel mit völlig neuen Lernkonzepten wurden ohne eigentliche Erprobungsphase eingeführt. Begleitet war die Umstellung durch verlockende Versprechungen vom schnellen Lernerfolg. Schon in der Primarschule würden dank der neuen Methoden die Kinder munter parlieren und einfache Texte bestens verstehen. Lehrerinnen und Lehrer wurden in Weiterbildungskurse geschickt, um die Kinder künftig im intensiven Sprachbad fördern zu können.
Wer schweigt, schadet der Volksschule, 6.11. von Hanspeter Amstutz

3. November 2019

Narrativer Geschichtsunterricht


Der Geschichtsunterricht in der Volksschule hat einen schweren Stand. Eigentlich würde gemäss Hanspeter Amstutz ein lebendiger Geschichtsunterricht eine Grundlage für das Verstehen wesentlicher Zusammenhänge schaffen. Der ehemalige Sekundarlehrer bricht im Interview eine Lanze für den narrativen Unterricht. Andreas Stadelmann und Regula Argast, Dozierende für Fachdidaktik Sekundarstufe 1 an der PHBern, befürworten narrativen Unterricht, plädieren aber in ihrem Beitrag für einen erweiterten und der Kompetenzorientierung entsprechenden Begriff von Erzählen.
Hanspeter Amstutz setzt sich für einen besseren Geschichtsunterricht ein, Bild: Screenshot SRF

20. Oktober 2019

Lernbegleiter oder Lehrerpersönlichkeiten


Die Zukunft unserer Volkschule hängt weitgehend davon ab, wieweit brav ausführende Lernbegleiter oder selbständig handelnde Lehrerpersönlichkeiten die Schulen prägen werden.
Andere Vorstellungen von gutem Unterricht, 19.10. von Hanspeter Amstutz

2. Juni 2019

Drängende Fragen zu den Tests der EDK

Die Widersprüche zwischen den Schweizer PISA-Resultaten und den Ergebnissen des nationalen Tests über die Grundanforderungen sind eklatant. Die verwirrenden Aussagen zu den Basiskompetenzen unserer Schuljugend werfen eine ganze Reihe von grundlegenden Fragen auf. Offensichtlich wurde bei der Konzeption der Tests nicht mit der nötigen Sorgfalt abgeklärt, was genau die Grundanforderungen sind und auf welche Weise diese geprüft werden sollen.
Drängende Fragen zu den Tests der EDK, 2.6. von Hanspeter Amstutz

20. Mai 2019

Erzählungen für spannenden Geschichtsunterricht


Haben Sie lebendige Erinnerungen an Ihren Geschichtsunterricht in der Volksschule?Wenn ja, dann dürften packende Erzählungen und anregende Klassengespräche wohleine wichtige Rolle gespielt haben. Wenn nein, dann besuchten Sie vermutlich bei einem Langweiler den Geschichtsunterricht.
Was ist los mit unserem Geschichtsunterricht? 15.5. von Hanspeter Amstutz

13. Februar 2019

Von der offenen Vision zum praxisfernen Dogma


Möglichst alle Kinder sollen gemeinsam in Regelklassen unterrichtet werden. Mit dieser sozialen Leitidee sollen Ausgrenzungen vermieden und die Chancengerechtigkeit erhöht werden. Doch die Umsetzung des Konzepts ist keine Erfolgsgeschichte. Die schulische Integration von stark verhaltensauffälligen Kindern und Schülern mit besonderen Bedürfnissen ist zu einer offenen Dauerbaustelle geworden. Die Kosten laufen aus dem Ruder, die Klassenlehrpersonen beklagen sich über die hohe Mehrbelastung und die wenigen Heilpädagoginnen eilen von Zimmer zu Zimmer, um pädagogische Feuerwehrarbeit zu leisten.
Von der offenen Vision zum praxisfernen Dogma, Zürcher Oberländer, 13.2. von Hanspeter Amstutz

7. November 2018

Geschichte als Königsweg zu gutem Deutsch


Für gezielte Wortschatzerweiterung in der Erstsprache erweist sich der Unterricht in Mensch und Umwelt als Königsweg für aufbauendes Lernen. Doch Geschichte hat einen schweren Stand in der Schule.
Der Geschichtsunterricht hat einen schweren Stand – wie sich das auf die Deutschkenntnisse der Kinder auswirkt, NZZ, 7.11. von Hanspeter Amstutz

15. Oktober 2018

Deutsch lernen im Handumdrehen?


Gute Deutschkenntnisse sind eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg in den Berufslehren wie in den Maturitätsschulen. Mit der deutschen Sprache vertraut sein bedeutet aber noch viel mehr. Wer sich in vielen Bereichen präzis in der deutschen Sprache ausdrücken kann, hat sich ein Weltbild erschaffen, das eine gute Orientierung ermöglicht und zur eigenen Urteilsfähigkeit beiträgt. Eine Erstsprache gründlich zu lernen, ist für die meisten Heranwachsenden ein langer Weg. Für den schulischen Spracherwerb bedeutet dies, dass Sprache immer wieder mit anschaulichen Inhalten verknüpft und erarbeitet werden muss. 
Deutsch lernen im Handumdrehen? Von Hanspeter Amstutz, 14.10.