Schulklassen
bestehen im Regelfall aus Kindern zweier Jahrgänge; der Stichtag entscheidet,
ab welchem Datum ein Kind standardmässig eingeschult wird. Für den untersuchten
Zeitraum war dies jeweils der 1. Mai. Wer exakt an diesem Tag geboren ist, ist
364 Tage älter als jemand, der am 30. April des darauffolgenden Jahres geboren
wurde. Dieser Unterschied bedeutet, im statistischen Durchschnitt, für die
jeweils älteren Kinder einen Entwicklungsvorsprung. Der Effekt, dass dieser
Entwicklungsvorsprung Einfluss auf spätere Selektionen hat, sei es im Sport
oder im akademischen Bereich, wird in der Forschung als relativer Alterseffekt
bezeichnet. Erste wissenschaftliche Publikationen dazu wurden bereits in den
1970er Jahren veröffentlicht.
Relativer Alterseffekt, Schweiz am Wochenende Ausgabe Basel, 28.10.




