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8. Februar 2018

Widerstand gegen intransparente Steuerung im Bildungssystem

Demokratie braucht Bildung, wie Bildung auf Demokratie angewiesen ist. Soweit reicht der Konsens in der helvetischen Bildungsdebatte. Doch in der Frage, ob das Verhältnis der beiden beschädigt sei, gehen die Meinungen auseinander. Das Spannungsfeld zwischen Schulreformen und Demokratie stand im Zentrum einer Veranstaltung im deutschen Wuppertal, die Lehrer, Eltern und Bildungswissenschaftler aus Österreich, der Schweiz und Deutschland anlockte. Im folgenden Artikel werden problematische Entwicklungen im Kontext der Diskussion um die Kompetenzorientierung der Lehrpläne benannt.
Change Management Beispiel aus dem Kanton Thurgau, Bild: Urs Kalberer
Widerstand gegen intransparente Steuerung im Bildungssystem, Urs Kalberer, 7.2.

11. Oktober 2015

Lehrplan 21: Wo bleibt der Widerstand von links?

In der ganzen Schweiz regt sich Widerstand gegen das neoliberale Konstrukt „Lehrplan 21“. Erstaunlicherweise fehlt jedoch der Widerstand von links, obwohl die WoZ immer wieder über kritische Stimmen von links berichtete. Zwei Beispiele: Die Bildungsgruppe des linken Thinktanks Denknetz lehne den LP 21 kategorisch ab, weil er sich vom emanzipatorischen Bildungsverständnis verabschiede und es nur noch um die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Menschen gehe. Gemäss dem Lehrplanforscher Prof. Rudolf Künzli entmündige der LP21 die Lehrpersonen.
Leserbrief, Widerstand gegenden Lehrplan 21, von Peter Aebersold

22. September 2015

Thurgauer Schulleiter stützen Lehrplan 21

Der Hintergrund des folgenden Leserbriefs bildet die kürzlich stattgefundene Tagung der Thurgauer Schulleiter. Diese setzen sich ein für den Lehrplan 21 und werden über ein neues Führungsinstrument (Classroom Walkthrough) informiert
Widerstand gegen den Lehrplan 21, Leserbrief Thurgauer Zeitung, 18.9. von Lutz Wittenberg

21. September 2015

Classroom Walkthrough: Neues Führungsinstrument für Schulleiter

Die Thurgauer Schulleiter haben ein neues Führungsinstrument, das sich Classroom Walkthrough nennt. Dabei handelt es sich um ein Kontroll-Instrument, das bereits in den USA angewendet wird. Es gibt dazu auch schon eine entsprechende App fürs Handy. Wie funktioniert Classroom Walkthrough? Die Schulleitung besucht die Lehrkräfte 10 bis 15 Mal pro Jahr während 7 bis 10 Minuten. Die Lehrkräfte erhalten innerhalb von 24 Stunden ein schriftliches oder mündliches Feedback. Der Besuch ist nicht angemeldet, das Schulzimmer wird ohne anzuklopfen betreten. Es gibt keine Begrüssung und auch keine Verabschiedung. 
Es scheint mir ungeheuerlich, was da passiert: Erstens ist es stillos, einfach in eine Lektion hineinzutrampen ohne anzuklopfen und ohne begrüsst zu werden. Die Klassengemeinschaft hat für mich auch immer etwas Beschützendes - hier soll niemand exponiert werden und die Schüler und der Lehrer sollen sich sicher fühlen. Zweitens fehlt mir bei vielen Schulleitern die pädagogische Qualifikation. Weshalb sollten sich gute Lehrer jemandem unterordnen, der aus dem Klassenzimmer geflüchtet ist? Drittens wäre es illusorisch, das als Qualitätssicherung oder Weiterbildung anzusehen. Classroom Walkthrough ist ein Machtinstrument, welches das Gefälle zwischen Lehrer und Schulleitung verstärkt. Gehen Sie doch mal aufs Erziehungsdepartement Ihres Kantons und machen dort einen klassischen Walkthrough durch die Büros und senden danach per Email ein Feedback. Classroom Walkthrough macht deutlich, bei wem die Macht liegt. 
Das Vorgehen der Thurgauer Schulleiter hat etwas Verzweifeltes: Der nächste Schritt wäre dann das gläserne Klassenzimmer, das dank Kameras jederzeit vom Schulleiterbüro aus einseh- und hörbar ist. Wollen wir das wirklich? (uk)
Quelle: YouTube
Auszug aus: Thurgauer Zeitung, 4.9. von Werner Lenzin