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30. März 2017

Mundart-Initiative nicht konsequent umgesetzt

«Was haben wir heute für einen Wochentag?» fragt die Kindergärtnerin. Die Knirpse kennen die Antwort nicht. «Heute ist Dienstag», sagt Tanja Janezic. «Und wie ist das Wetter? Schaut mal zum Fenster hinaus. Wo hat sich die Sonne versteckt?»Neun Uhr morgens im Klotener Kindergarten Feld.
"Drülle, drülle, s'isch nöd schwär...". Bild: Leo Wyden
"Dienstag" statt "Ziischtig" in der Kindergartenrunde, Zürcher Unterländer, 29.3. von Andrea Söldi

28. Januar 2016

Mundart auch in der Primar und Sek

Das Zuger Stimmvolk hat beim Thema Mundart in der Volksschule nun doch mehr Auswahl als anfänglich erwartet: Der Kantonsrat hat einen Gegenvorschlag genehmigt, der die SVP-Mundartinitiative aushebeln soll. Abgestimmt wird am 25. September.













Die Zuger Initiative erlaubt Mundart in bestimmten Fächern auch an der Oberstufe, Bild: Keystone
Gegenvorschlag soll Mundart-Initiative der SVP aushebeln, Bund, 28.1.

22. September 2013

Luzern lehnt Mundart-Initiative ab

Die Luzerner Mundart-Initiative ist abgelehnt worden. Die SVP Luzern kämpfte allein und deshalb ist der Ausgang keine Überraschung. Angenommen wurde hingegen der Gegenvorschlag der Regierung, der neu Mundart und Hochdeutsch im Kindergarten gleichwertig fördern möchte.


Weiterhin Mundart und Hochdeutsch an Luzerner Kindergärten, Bild: zvg

Luzern lehnt Mundartinitiative der SVP ab, SRF Regional, 22.9.

25. Juni 2013

Entkrampfter Zugang zum Hochdeutschen

Wieder einmal versucht man es mit einer Entkrampfung. Es wird von einer Mundart-Hochdeutsch-Problematik gesprochen, die "entschärft" werden müsse. Konkret sieht das so aus, dass man die Mundart sogar aus dem Kindergarten ausgrenzt oder einschränkt. Entkrampfung? Entschärfung? Schuldige für die schwachen Deutschleistungen sind schnell gefunden: die Mundart und die Lehrer. Deshalb sollen diese wieder zu Weiterbildungen aufgeboten werden, wo dann zielgerichtet "entkrampft" wird.
Den wichtigsten Satz im untenstehenden Artikel muss man langsam und bewusst aufnehmen - da die Mundart den Erwerb von weiteren Fremdsprachen begünstige. Genau dies haben auch die Kämpfer gegen die Entfernung der Mundart aus der Volksschule immer wieder gesagt. Mundart ist eben kein Hindernis auf dem Weg zu besseren Sprachkenntnissen, sondern der Schlüssel dazu.


Mundart: Hypothek oder Kapital für die Schweiz? Bild: jimynu.ch

Neue Wege aus der Mundart-Kontroverse, NZZ, 25.6. von Christof Forster

5. Februar 2013

Deutsch lernen an Privatschule

Zürcher Gemeinden schicken Schüler ohne Deutschkenntnisse an eine Privatschule. Dort erhalten sie 20 Wochen lang Unterricht. Der Kurs kostet 9000 Franken pro Kind. Mir geht es hier nicht um die Kosten, sondern um die in dieser Nachricht verborgene Botschaft. Offensichtlich sind die DaZ-Spezialistinnen an der öffentlichen Schule nicht in der Lage, einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu bieten. Oder die (verkrusteten) Strukturen stehen im Weg. Motivierte Lehrkräfte einer Privatschule sind bereit hier einzuspringen und der Staat bezahlt sogar. Nun prüft auch die Stadt Zürich eine Kooperation.



Privatschule gräbt öffentlicher Schule das Wasser ab, Bild: Dominique Meienberg

Gemeinden schicken ausländische Schüler in die Privatschule, Tages Anzeiger, 5.2. von Daniel Schneebeli und Liliane Minor

24. Oktober 2012

Luzerner Regierung bekämpft Mundart-Initiative mit Gegenvorschlag

Wie zu erwarten war, stellt die Luzerner Regierung der Mundart-Initiative der JSVP einen Gegenvorschlag gegenüber. Dieser Vorschlag basiert auf einer gleichwertigen Förderung von Hochdeutsch und Mundart. Damit will man die Initiative als zu einseitig abstempeln. Die Tatsache, dass die Regierung einen Gegenvorschlag ausarbeitet, ist ja eigentlich bereits das Eingeständnis, dass man sich getäuscht hat. Im Jahr 2004 verlangte der Regierungsrat nämlich noch hauptsächlich Hochdeutsch im Kindergarten.
Luzerner Regierung versucht mit Gegenvorschlag Gesicht zu wahren, Bild: Roger Grütter / Neue LZ
Regierung will Mundart und Hochdeutsch, Neue Luzerner Zeitung, 24.10.

27. September 2012

Perfide Ausgrenzung der Mundart

Vor anderthalb Jahren gelang einer kleinen, bunt gemischten Gruppe von Kindergärtnerinnen, Lehrern und Schulpolitikern ein sensationeller Abstimmungssieg. Ohne Geld, aber mit vielen Argumenten, zwang die heterogene Gruppe den Verbund von Zürcher Bildungsverwaltern, PH und Medien in die Knie. In einem unfair geführten Abstimmungskampf wurde versucht, die Alltagssprache der deutschen Schweiz schul- und gesellschaftspolitisch zu marginalisieren. Das Ausmass dieses dreisten Versuchs einer Entschweizerung der Schweiz wird wohl erst aus gesicherter historischer Distanz deutlich werden. Man wird sich fragen, wie es jemals möglich war, dass Menschen mit solchen Argumenten an die Spitze unseres Schulsystems gespült wurden.
Doch die Früchte des Sieges sind in Gefahr: Mit der Primainitiative (flächendeckende Einführung der Grundstufe) und dem Gegenvorschlag (freiwillige Einführung der Grundstufe) werden zukünftige Kindergartenkinder keine Mundart mehr hören. Die so entstehenden Klassen sind dann nicht mehr Kindergärten, sondern gehören administrativ zur Primarschule. Und dort wird bekanntlich Hochdeutsch gesprochen. 
Die Evaluation der Grundstufe hat gezeigt, dass es sich gegenüber dem Kindergarten um ein Modell handelt, das keine nennenswerten Vorteile aufweist. Dieses ernüchternde Fazit wird noch düsterer, wenn man die Kosten in Betracht zieht (70 Millionen Franken jährlich für den Kanton Zürich allein). 
Abstimmungssieg plötzlich gefährdet, Bild: www.mundart-kindergarten.ch

1. August 2012

Der Sprachen-Taliban

In regelmässigen Abständen erhalten gefährliche Sprach-Provokateure eine Plattform in Deutschschweizer Zeitungen. Dort drohen sie mit der Verblödung, der Provinzialisierung oder mit einem Sprachenkrieg, wenn wir nicht augenblicklich aufhören, unsere Dialekte zu sprechen. 
In der NZZ schreibt José Ribeaud - Lehrer, Gewerkschaftssekretär und Journalist - über die viersprachige Schweiz im Umbruch. Ribeaud hat die Hauptfeinde des Schweizer Sprachfriedens identifiziert: das Englische und die Deutschschweizer Mundarten! Wenn er uns nun aufruft, den Einfluss des Englischen zurückzudrängen, dann überschätzt er unseren Einfluss auf die Welt massiv. Hätten seine Vorfahren mit gleicher Verbissenheit den Einfluss der Römer bekämpft, dann hätten wir heute keine lateinische Schweiz.
Ribeaud provoziert und warnt: Mehr Beamtenstellen für die lateinischen Schweizer und einen permanenten Bundesratssitz für die italienische Schweiz. Sonst drohe ein Sprachenkrieg nach belgischem Muster. Ist Ribeaud mehr als ein marktschreierischer sprachlicher Lobbyist?
Der Tag, an dem Schweizer anderen Schweizern vorschreiben, wie sie zu sprechen haben, ist der Tag, an dem dieses Land zerfällt. Was wir für ein friedliches Miteinander nicht brauchen, sind interessengesteuerte Sprachen-Taliban à la Ribeaud.

Droht mit belgischen Zuständen, José Ribeaud, Bild: swissinfo.ch
Viersprachige Schweiz im Umbruch, NZZ, 31.7. von José Ribeaud
Weitere Informationen zu José Ribeaud aus: Klartext

5. Juli 2012

Ausländer-Förderung an der Schule ist praktisch wirkungslos

Seit 16 Jahren investiert der Kanton Zürich Geld in Schulen mit vielen Fremdsprachigen. Nun zeigt eine Studie: Die Schüler sind nicht besser als früher. 
Ein Viertel der gesamten Schülerschaft besucht sogenannte Quims-Schulen (=Qualität in multikulturellen Schulen). Pro Jahr steckt Zürich durchschnittlich 40'000 Franken in eine solche Quims-Schule. Dies ohne messbare Wirkung. Das Geld versickert. Interessant nun die Lösungsansätze. Sowohl der Bildungsrat wie auch der Lehrerverband ZLV wollen mehr Geld. 
Viel Geld, wenig Wirkung? Dank der Förderung Fremdsprachiger wurde nur das Klima an den Schulen besser.
Viel Geld, wenig Wirkung. Bild: Alessandro Della Bella / Keystone
Ausländer-Förderung in der Schule ist praktisch wirkungslos, Tages Anzeiger, 5.7.

3. Mai 2012

Abbau bei HSK

Viele Länder streichen die Unterstützungen für den Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) und gefährden damit die sprachliche Entwicklung für Migrantenkinder in ihrer jeweiligen Erstsprache. Diese freiwilligen Kurse finden meist nachmittags oder abends statt. In der Schweiz gibt es Kurse in über 20 verschiedenen Sprachen. Oft ist der Sprachunterricht die einzige ausserfamiliäre Verbindung zum Heimatland der Kinder.
In Österreich ist HSK in den Unterricht mit verbindlichen Lehrplänen integriert. Anders als in der Schweiz werden die Lehrkräfte von den Schulbehörden ausgewählt, angestellt und bezahlt. Studien belegen, dass die Förderung der Erstsprache die Entwicklung einer Zweitsprache nicht beeinträchtigt.

Abbau bei HSK gefährdet die Sprachkompetenzen von Migranten, Bild: Ursula Häne
Eine unersetzliche Verbindung zur fremden Heimat, Wochenzeitung, 3.5. von Jan Jirat

20. Februar 2012

Erstsprachförderung im Frühbereich

In der Schweiz gilt nach wie vor der Grundsatz, dass fremdsprachige Kinder so schnell wie möglich Deutsch lernen sollen. Dabei wird die Herkunftssprache vernachlässigt. Das Prestige dieser Sprachen ist zudem sehr unterschiedlich. Handelt es sich etwa um Englisch, so wird der Nutzen der Förderung wohl von keiner Seite bestritten. Anders sieht dies zum Beispiel bei Albanisch, Serbisch oder Türkisch aus. Welche Auswirkungen das auf den Erwerb von weiteren Sprachen hat, untersucht ein interessanter Artikel von Judith Häusermann.
Erstsprachförderung im Frühbereich, von Judith Häusermann in vpod bildungspolitik 174, Seiten 4-8

16. Februar 2012

Sprachförderung - ein wichtige Thema

Sie haben richtig gelesen. Das Basler Erziehungsdepartement wirbt in einem Brief an Eltern von Kindern, die 2013 in den Kindergarten kommen, für die sprachliche Frühförderung. Vor allem bei Eltern, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Ausgerechnet dieser Brief ist aber nicht fehlerfrei - es hat mehrere grammatikalische Schnitzer darin. 
"Sprachförderung ist für Sie ein wichtige Thema" Regionaljournal DRS, 15.2. von Peter Bollag

1. Dezember 2011

Grundsätzlich Mundart an Zürcher Kindergärten

Ab dem nächsten Schuljahr wird in Zürcher Kindergärten "grundsätzlich Mundart" gesprochen. Der Bildungsrat hat im Kindergarten-Lehrplan den Abschnitt zur Unterrichtssprache neu geregelt. Er setzt damit die im Mai 2011 angenommene Volksinitiative "Ja zur Mundart im Kindergarten" um. Hochdeutsch soll nur noch in Sequenzen mit klarem Bezug zu hochsprachlichen Situationen und Vorgaben (Lieder, verse, Vorlesen, erstes Lesen, Rollenspiele usw.) verwendet werden. Bisher galt die Regel, dass teilweise Mundart, teilweise Hochdeutsch zu verwenden sei. Die Lehrperson hatte die weniger oft verwendete Sprache während mindestens eines Drittels der Unterrichtszeit zu sprechen.
Im Abstimmungskampf hatten die Initianten stets betont, dass die Verwendung der Hochsprache nicht gänzlich ausgeschlossen werden soll. Ihren Verein "Ja zur Mundart im Kindergarten" haben sie nach dem Abstimmungserfolg aber nicht aufgelöst, weil sie fürchteten, dass der Begriff "grundsätzlich" zu offen ausgelegt werden könnte. Jetzt gibt der Vorstand des Vereins Entwarnung. Der Bildungsrat erfülle den Volkswillen mit seiner Umsetzung weitgehend.
Der Bildungsrat legte bei der Neuregelung Wert darauf, dass der Begriff "grundsätzlich" für alle Schulstufen gleich verwendet wird. Wie in Primar- und Sekundarklassen ausnahmsweise Mundart-Sequenzen möglich sind, sollen es im Kindergarten Hochdeutsch-Sequenzen sein. Deren vorrangiges Ziel müssen die Vorbereitung auf die Unterrichtssprache der Primarstufe und die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den beiden Sprachformen sein.

Ab August 2012 wird an den Zürcher Kindergärten grundsätzlich Mundart gesprochen. Bild: Tages Anzeiger
Quelle: Nur ausnahmsweise Hochdeutsch, NZZ 1.12. von Walter Bernet, leicht gekürzt.
Im Kindergarten kommt Mundart wieder zuerst, Regionaljournal DRS, 30.11.

5. November 2011

Luzern: Mundart-Initiative steht

Im Kanton Luzern ist die Volksinitiative "Für Mundart im Kindergarten" mit 4033 Unterschriften zustande gekommen. Hinter der Initiative steht die Junge SVP Luzern. Die Initiative fordert, dass im Kindergarten grundsätzlich die Mundart als Unterrichtssprache eingeführt wird. Heute gilt im Unterricht die Direktive 2/3 Hochdeutsch zu 1/3 Mundart. Die JSVP schreibt, nach Annahme der Initiative werde es weiterhin möglich sein, einzelne Unterrichtsblöcke in Hochdeutsch abzuhalten. 
JSVP-Initiative "Für Mundart im Kindergarten" steht, Neue Luzerner Zeitung, 4.11.

10. Oktober 2011

Abstimmung über Mundart im Kindergarten auch in Luzern

Nach den Erfolgen der Mundartinitiativen in Zürich und Basel-Stadt folgt nun mit Luzern der dritte Kanton, der erfolgreich eine Initiative startete. Grund für den Unmut ist die Bestimmung, dass die Kindergärtnerinnen hauptsächlich Hochdeutsch zu sprechen haben. Damit will man auf die schwachen Leseleistungen bei Schulaustritt (PISA) reagieren.
Volk entscheidet über Mundart im Chindsgi, Neue Luzerner Zeitung, 9.10. von Guido Felder.

16. Juni 2011

Ausführungsgehilfen

"Aargauer Ärzte dürfen Grippepatienten ab 1. Juli nur noch mit Aspirin behandeln. Eine entsprechende Volksinitiative haben die Stimmberechtigten des Kantons am Wochenende mit 54% Ja gutgeheissen." Diese Meldung dürfte uns erspart bleiben. Weiteren kantonalen Abstimmungen über den Gebrauch des Dialekts im Kindergarten müssen wir jedoch entgegensehen, obwohl sie aus Sicht einer Schule, die das Wohl und die optimale Förderung der Kinder zum Ziel hat, ähnlich sinnlos sind. Sie degradieren Lehrpersonen zu Ausführungsgehilfen, denen nicht zuzutrauen ist, dass sie ihrer Klasse und der jeweiligen Situation entsprechend die richtige Ausdrucksweise wählen.
Heinz Weber, in Bildung Schweiz 6/2011, der Zeitschrift des LCH.


Positionspapier der LCH-Stufenkommission 4bis8: "Hochdeutsch soll auch Beziehungssprache sein."

4. Juni 2011

Monika Bütler über den Sinn von Schulprojekten ohne Evaluation

Am Beispiel von Hochdeutsch im Kindergarten ärgert sich Monika Bütler über Schulprojekte ohne entsprechende seriöse Abklärungen. Sie wundert sich darüber, dass viele Reformen kaum evaluiert werden. Aus: NZZ am Sonntag, 22. Mai 2011.


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