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27. Juli 2020

Klares Votum gegen Rumantsch Grischun


Der im Vorfeld viel zitierte Kampf um die letzte Bastion von Rumantsch Grischun als Schulsprache ging deutlicher aus, als im Vorfeld erwartet wurde. Mit 213:141 Stimmen unterstützte die Gemeindeversammlung von Surses am Freitagabend eine Volksinitiative für die Rückkehr zum Surmiran als Schulsprache. Sowohl der Gemeindevorstand wie auch der Schulrat hatten sich im Vorfeld gegen die Initiative ausgesprochen.
Eine klare Antwort und neue Fragen, Südostschweiz, 27.7. von Olivier Berger

16. August 2019

Bald auch noch Romanisch an Deutschschweizer Schulen?


Die vierte Landessprache zeigt sich derzeit so lebendig wie kaum je zuvor. 19 Tage lang zelebriert die Lia Rumantscha, die Dachorganisation der romanischen Sprach- und Kulturvereine, ihr 100-jähriges Bestehen. Schauplatz ist das Dorfzentrum von Zuoz im Engadin. Aufgeführt wird ein Festspiel, das wegen der grossen Nachfrage Zusatzvorstellungen ansetzen musste. Ergänzend gibt es eine bunte Palette gutbesuchter Konzerte und Veranstaltungen zu Sprache, Kultur, Bildung, Literatur. Die Stimmung ist gelöst, die Lia Rumantscha macht keineswegs den Eindruck einer kranken 100-Jährigen. Dennoch steht die Frage im Raum: Wie lange gibt es das Rätoromanische noch?
Auch Bundesrat Cassis war am Jubiläum der Lia Rumantscha dabei, Bild: Lia Rumantscha

Rätoromanisch soll an Deutschschweizer Schulen gelehrt werden, NZZ, 16.8. von Jörg Krummenacher

Romanisch braucht verstärkte Zusammenarbeit


Im Bündnerland studiere und lehre, das isch wie flattere inere Volière», meinte die Kabarettistin Patti Basler. Bunte Vögel, und jeder sehe sein Tal als Nabel und rede so wie ihm wachse ... der Schnabel. Die Slam-Poetin – bekannt vor allem aus der SRF-Polit-Sendung «Arena» – hat gestern für die Auflockerung im sonst doch recht trockenen Programmblock «Scola e furmaziun» gesorgt. In acht Kurzvorträgen wurde das für die Rumantschia existenzielle Thema beleuchtet. Mit dem Resultat, dass die gleichen Problematiken und Herausforderungen immer wieder erwähnt wurden, dies aber aus verschiedenen Perspektiven.
Kräfte bündeln für die romanische Schule, Südostschweiz, 16.8. von Fadrina Hofmann

2. Mai 2019

Linguistisches Waterboarding


«Bien di, my dearest ami» – die Basler Primarschüler sollen sich nicht nur mit Frühfranzösisch und dem fast so zeitigen Englisch beschäftigen, sondern sich auch noch für eine weitere Fremdsprache begeistern. Die SP-Bildungspolitikerin Sibylle Benz findet, dass die Kinder in der Schule in Zukunft vermehrt mit Rätoromanisch in Kontakt kommen sollten, etwa in Form einer Projektwoche. So sollen sie «einen Sinn für die vierte Landessprache entwickeln».
Badespass auf Rätoromanisch, Basler Zeitung, 2.5. von Nina Jecker

19. Juli 2017

"Bevölkerung steht hinter dem Modell der Zweisprachigkeit"

Die Gemeindeschule Samedan ist seit 2001 offiziell zweisprachig. Ab dem Kindergartenalter lernen die Kinder in Samedan Romanisch und Deutsch. Für Andrea Urech überwiegen die Vorteile dieses Schulmodells. Er ist überzeugt, dass die Kinder davon profitieren und nicht überfordert sind.
Andrea Urech fördert das Romanische in Samedan, Bild: Nicolo Bass
"Romanisch ist mehr als nur eine Beilage", Engadiner Post, 10.7. von Nicolo Bass

29. September 2015

Wieder Knatsch in der Rumantschia

Im Jahr 2012 gab es eine Vereinbarung zum damals viel diskutierten Thema «Rumantsch Grischun in der Schule». Diese Vereinbarung ­basierte auf einem «Modell der ­Koexistenz», welches unter der Leitung der Lia Rumantscha zwischen Befürwortern (Pro Rumantsch) und Gegnern (Pro Idioms) der einheitlichen rätoromanischen Schriftsprache angenommen wurde.
Für die Gegner (Pro Idioms ­Engiadina und Pro Idioms Surselva) war diese Vereinbarung allerdings schnell vergessen. Sie protestierten nämlich vehement, als die Inhalte dieser Vereinbarung in die Vorschläge des Lehrplans 21 einflossen.
Die Lia Rumantscha macht nun also einen neuen Vorschlag für den Lehrplan21. Darin gibt es vom ­ursprünglichen Modell der Koexistenz nur noch einige Brotkrumen. Der neue Vorschlag kommt dem Ziel der Pro Idioms, die gemeinsame Schriftsprache ganz aus der Volksschule zu verbannen, sehr nahe.
Leserbrief, Südostschweiz, 29.9. von Maria Cadruvi

27. September 2015

Kompromiss zu Romanisch befriedigt niemanden

Die Kinder in Romanischbünden sollen erst in der Oberstufe mit Rumantsch Grischun in Kontakt kommen. Diesen Vorschlag, zur Umsetzung des Lehrplans 21, unterbreitet die Lia Rumantscha der Bündner Regierung. Gegner und Befürworter von Rumantsch Grischun sind unzufrieden.











Gemischter Unterricht von Idiom und Rumantsch Grischun gibt zu reden, Bild: Keystone
Sprachvorschlag der Lia Rumantscha erntet Kopfschütteln, SRF Regional, 25.9.
Klare Positionen und weit voneinander entfernt, Regi GR, 25.9.

13. Juni 2015

Rumantsch Grischun erst ab Oberstufe

Kinder sollen Rumantsch Grischun erst in der 7. Klasse kennenlernen. Diesen neuen Vorschlag macht die Lia Rumantscha im Zusammenhang mit der Umsetzung des Lehrplans 21. Er dürfte die Gegner von Rumantsch Grischun beruhigen, die Befürworter aber verärgern.




Rumantsch Grischun: Von der ersten, zur vierten, zur siebten Klasse. Bild: Keystone

Erster Kontakt mit Rumantsch Grischun erst in der Oberstufe, SRF Regional, 11.6.

24. April 2015

Neues Romanischlehrmittel

Die Bündner Regierung nimmt das Detailkonzept der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR) für ein neues Sprachlehrmittel in den romanischen Idiomen zur Kenntnis. Bis auf einige Punkte, welche nachgebessert oder konkretisiert werden müssen, wird das Konzept von der Regierung gutgeheissen. Zudem erhält die PHGR den Auftrag für die Erarbeitung des Sprachlehrmittels in den Idiomen.



In Graubünden wird ein neues Romanischlehrmittel erarbeitet, Bild: SO
Detailkonzept für neues Sprachlehrmittel in den romanischen Idiomen steht, Südostschweiz, 23.4.

21. Januar 2015

Romanische Eltern verlieren vor Bundesgericht

Einmal mit Rumantsch Grischun eingeschulte Kinder müssen in Graubünden während der ganzen Schulzeit in der romanischen Einheitssprache unterrichtet werden. Die Unterrichtssprache darf für diese Schüler nicht ins regionale Idiom wechseln. Das befand das Bundesgericht bereits zum zweiten Mal. 



Erbitterter Kampf um die Schulsprache in der Rumantschia, Bild: Keystone

Sprachenstreit: Romanische Eltern verlieren vor Bundesgericht, SRF Regional, 21.1.

2. Oktober 2014

Kein Interesse an Romanischlehrer-Ausbildung

In Graubünden gibt es zu wenig Sekundarlehrer. Speziell mangelt es an Lehrern, die Romanisch studiert haben und dieses Fach deshalb unterrichten dürfen. Die PH Graubünden wollte mit einem entsprechenden Lehrgang Gegensteuer geben. Das Interesse ist klein.



Bloss eine Person macht den normalen Lehrgang, Bild: zvg

Ausgebildete Romanisch-Lehrer sind Mangelware, SRF Regional, 2.10.

7. April 2014

Ungenügende Romanischkenntnisse

Die Lehrer in Romanischbünden können nur schlecht Romanisch. Dies zeigt eine Umfrage von zehn Schulleitern im Engadin. "Unsere Praktikanten haben Probleme mit der Grammatik, der Rechtschreibung und mit dem Wortschatz". Deshalb fordern die Engadiner nun Romanischunterricht an der PHGR. Davon will die Schule aber nichts wissen. Sie bietet aber eine Hilfestellung an: Seit August können die Junglehrer dort ihre Arbeitsblätter auf Fehler korrigieren lassen.




Korrektur-Service für Lehrer an der PHGR, Bild: PHGR

Ungenügend: Lehrer in der Rumantschia reden schlecht Romanisch, SRF Regional, 4.4.

20. November 2013

Wieder Schulbücher in allen romanischen Idiomen

Die Bündner Regierung lässt wieder Lehrmittel in den romanischen Idiomen drucken. Ursprünglich sollte nur die einheitliche Schriftsprache Rumantsch Grischun unterrichtet werden. Das aber hatte in den Regionen zu heftigem Widerstand geführt.



Erstmals ein Konzept für die romanischen Lehrmittel, Bild SRF

Regionen bekommen wieder ihre eigenen romanischen Schulbücher, SRF Regional, 20.11.

12. Oktober 2013

Romanen rufen Strassburg an

Eine Elterngruppe will den Entscheid des Bundesgerichts zum fehlenden Anspruch auf Schulunterricht in einem der romanischen Idiome nicht akzeptieren. Sie hat eine Beschwerde an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angekündigt. Die II. Öffentlichrechtliche Abteilung des Bundesgerichts war im vergangenen Juli zum Schluss gekommen, dass die in der Bundesverfassung verankerte Sprachenfreiheit keinen Anspruch auf Schulunterricht in einem der fünf Idiome verleiht. Als Landessprache sei nur das Rätoromanische als solches anerkannt, nicht aber seine einzelnen Idiome. Auch die Verfassung des Kantons Graubünden gehe nicht weiter. Dem grundrechtlichen Anspruch von Minderheiten sei Genüge getan, wenn der Unterricht in romanischer Sprache angeboten werde. Hintergrund des Lausanner Verdikts waren die 2007 gestarteten Pilotversuche mit Rumantsch Grischun als Schulsprache. Mehrere Gemeinden aus dem Münstertal und der Surselva hatten sich beteiligt. In der Folge formierte sich aber Widerstand gegen das künstlich geschaffene Rumantsch Grischun als Schulsprache.
Quelle: sda

12. Juli 2013

Bundesgericht stützt Rumantsch Grischun

Die Gegner von Rumantsch Grischun dürfen die Kunstsprache nicht so schnell vom Stundenplan streichen, wie sie es gewünscht haben. Das Bundesgericht stützt den Entscheid der Bündner Regierung, wonach Klassen, die mit Rumantsch Grischun als Unterrichtssprache begonnen haben, diese weiterhin beibehalten müssen.



Trotz des Entscheids des Bundesgerichts hat Rumantsch Grischun in Romanischbünden keine Zukunft in der Schule, Bild: wikipedia.org


Machtwort aus Lausanne im Bündner Sprachenstreit, SRF, 12.7.

15. April 2013

Regierung stützt Rumantsch Grischun

Rumantsch Grischun soll weiterhin Alphabetisierungssprache bleiben. Dies obwohl die meisten Gemeinden wieder in ihren Idiomen unterrichten. Erst mit der Einführung des Lehrplans 21 soll die Frage der Alphabetisierungssprache wieder auf den Tisch kommen. 




Martin Jäger: "Ich behalte meine Linie bei", Bild: Keystone

Interview mit Regierungsrat Martin Jäger, SRF Regional, 15.4. von Pius Kessler

14. April 2013

Rumantsch Grischun am Ende?

Nachdem die Gemeindeversammlung von Laax eine Rückkehr zum Idiom Sursilvan als Schulsprache beschlossen hat, ist Rumantsch Grischun in einer wichtigen Gemeinde abgelehnt worden. Wie damit das sogenannte Koexistenzmodell (Idiome und Rumantsch Grischun als gleichwertige Partnersprachen) in der Praxis umgesetzt werden soll, ist unklar. 
Rumantsch Grischun praktisch am Ende, SRF Regional, 14.4.

26. März 2013

Relativierung des sprachlichen Territorialprinzips

In einem Leserbrief meldet sich Romedi Arquint zu Wort in Sachen Territorialprinzip. Dieses kann sich fürs Romanische kontraproduktiv auswirken.
Quelle: NZZ, 23.3.
Zwei Fallen für das Bündner Italienisch, NZZ, 21.3. von Sascha Zala

1. März 2013

Nachgefragt: Mariano Tschuor

1. MarianoTschuor, Sie sind Direktor des romanischen Fernsehens und Radios (RTR) und kritisieren die passive Haltung der Regierung in der Frage desRumantsch Grischun. Warum hätten Sie sich eine klarere Führungsrolle gewünscht?
Die sehr starke Gemeindeautonomie im Kanton Graubünden ist historisch gewachsen und macht es der kantonalen Regierung nicht immer einfach, eine jeweils kohärente Politik zu führen. Im Fall der Sprachpolitik manifestiert sich dieses Dilemma ganz besonders. Die Gemeinden entscheiden autonom über ihre jeweilige Amts-, respektive Alphabetisierungssprache. Die Ausgabe von Lehrmitteln wird jedoch vom Kanton verantwortet.
2003 hat der Bündner Grosse Rat beschlossen, ab dem Jahr 2005 romanische Lehrmittel nur noch in Rumantsch Grischun und nicht mehr in den Idiomen zu produzieren. 2010 formierte sich schliesslich die Bewegung Pro Idioms. Diese fordert eine komplette Rückkehr zu den Idiomen als Alphabetisierungssprache in den romanischen Primarschulen. Entgegen der kantonalen Sprachpolitik wurde über dieses Politikum daraufhin in diversen romanischen Gemeinden abgestimmt. Konsequenz: diese Gemeinden kehrten mehrheitlich zu den Idiomen zurück.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Regierung hier federführend die Diskussion geleitet und moderiert und die Entscheide von 2003 weiterhin umgesetzt hätte. Die romanische Sprachwelt besteht in erster Linie aus den Idiomen. Dies ist eine Tatsache. Aber es geht einfach nicht mehr ohne Rumantsch Grischun, das unabdingbar geworden ist, wenn man sich auch an ein romanisches Publikum ausserhalb des eigenen Tales richten möchte.
2. Ist es sinnvoll, dass Romanen gleich viele Fremdsprachen wie die Deutsch- und die Italienischbündner lernen sollen? Können die drei Sprachregionen gleich behandelt werden?
Die drei Sprachregionen Graubündens werden de jure bereits gleich behandelt. Im öffentlichen Leben dieses Kantons ist es jedoch so, dass der deutschen Sprache de facto eine überragende Rolle zukommt. Dies ist schon seit mehreren Jahrhunderten der Fall, auch als Romanisch noch von einer Mehrheit der Bündnerinnen und Bündnern gesprochen wurde.
Heute lernen alle Bündner Primarschüler Englisch als zweite Fremdsprache ab der 5. Primarschulklasse. Die erste Fremdsprache bei den Italienischbündnern ist Deutsch, bei den Deutschbündnern eine andere Kantonssprache, was häufig Italienisch ist. Bei den Rätoromanen ist die erste Fremdsprache natürlich Deutsch, wobei Italienisch von vielen als Freifach auf der Sekundarstufe I belegt wird. Grösste Verliererin in diesem Sprachenangebot ist eigentlich die französische Sprache. In einem dreisprachigen Kanton ist das Fuder halt nolens volens überladen.
3. Wie könnte Ihrer Meinung nach das Romanische in der Schule am besten gefördert werden?
Ich bin nicht Rektor einer Pädagogischen Hochschule, sondern leite ein  Medienhaus. Aus meiner Sicht ist jedoch entscheidend, dass der Romanischunterricht als positives Erlebnis erfahren werden kann. Romanische Grammatik soll gebüffelt werden. Romanische Literatur soll gelesen werden. Vor allem aber soll der Unterricht Spass machen und den Schülern vermitteln können, dass Romanisch kein Hemmschuh ist, sondern ein linguistischer Türöffner und Horizonterweiterer. Man kann mit Romanisch eigentlich nur gewinnen.
4. Sie fordern, dass man „ernsthaft“ über die Schulpolitik nachdenken müsse. Was steht dabei bei Ihnen im Vordergrund? Was muss der nächste Schritt in der Schulpolitik sein?
Die Parallelität von den Idiomen und Rumantsch Grischun soll mit dem Koexistenz-Modell Wirklichkeit werden. Die Bündner Erziehungsdirektion muss sich nun Gedanken darüber machen, wie dieser Kompromiss konkret umgesetzt werden kann. Rumantsch Grischun darf nicht zu einer lästigen Beilage oder Garnitur des Romanischunterrichts werden. Die Lehrer sollen dazu ermutigt und bisweilen gar verpflichtet werden, Rumantsch Grischun nach Augenmass in den Unterricht einzubauen.

24. Februar 2013

Tschuor: Ernsthaft über Schulpolitik nachdenken

Aus Anlass "Romanisch 75 Jahre Landessprache" kritisiert Mariano Tschuor, Direktor von Radio Televisiun Rumantscha RTR, die Schulpolitik des Kantons Graubünden. Er hätte sich eine aktivere Rolle der Regierung beim Streit um Rumantsch Grischun (RG) gewünscht. Die Resultate hätten gezeigt, dass der Weg mit RG als Alphabetisierungssprache viel versprechend gewesen seien. Doch die Diskussion darüber sei zu emotional verlaufen.
Ausserdem bezeichnet Tschuor es als "Nonsens", dass der Kanton Graubünden von den Subventionen des Bundes Gelder für die romanischen Schulbücher abzwackt. Man müsse sich "ernsthaft" die ganze Schulpolitik im Hinblick aufs Romanische überlegen.



Mariano Tschuor: Viel mehr Sympathien aus der Deutsch- als aus der Welschschweiz. Bild: rtr

Tagesgespräch, 20.2. von Urs Siegrist mit Mariano Tschuor, Radio SRF