Wie Lehrer
unterrichten, das weiß man im Groben. Aber wie sie sich fortbilden, wie sie
ihre Kenntnisse auffrischen – fachlich, pädagogisch, organisatorisch –, das
entzieht sich dem öffentlichen Blick weitgehend. Schaut man dennoch hin, stößt
man auf allerlei Nutzloses wie Skurriles. Grundschullehrerin Jana etwa-nimmt an
einem mehrtägigen Lehrgang teil, Thema «Kommunikation in Konfliktsituationen».
Kürzlich hatte sie doch einen schwierigen Mobbingfall in der 4. Klasse, und im
Kollegium brodelt es ja ohnehin dauernd. Weich beginnt der Fortbildungstag mit
fernöstlichen Sphärenklängen, dann wird die Zeit mit Kennenlernspielchen
vertrödelt; später debattiert man das Thema zwar in Kleingruppen an, werden im
Plenum typische Konfliktthemen gesammelt, Vermutungen über Lösungsstrategien
angestellt, einige Fälle im Rollenspiel in Szene gesetzt und diskutiert. Aber
alles bleibt im Vagen, es gibt keinerlei Input von Experten – am Schluss
allerdings lange Evaluationsbögen.
Zwischen Spreu und Weizen trennen FAZ 18.10. von Michael Felten