Eine oder zwei Fremdsprachen in der Schule? Ein
Lehrplan für alle Deutschschweizer Kantone oder 21 verschiedene Vorgaben? Mehr
Integration oder mehr Separation in der Klasse? Die Diskussionen über diese und
andere Fragen haben eines gemeinsam: Gestritten wird selten aus der Perspektive
dessen, was im Schulzimmer am Ende richtig oder falsch ist. Zu oft dominieren
politische und ideologische Argumente oder diffuse Werthaltungen die Debatten.
Es gibt aber Themen, die direkt zu den ganz konkreten Problemstellungen führen,
denen Lehrkräfte im Schulalltag aller Stufen ausgesetzt sind und die nicht mit
dem Zweihänder zu lösen sind. Dazu gehört der Umgang mit Behinderungen und
anderen individuellen Defiziten von Schülern und Studenten. Mit den
integrativen und inklusiven Schulungsformen sind Antworten noch dringender
geworden. Ein Begriff dazu ist in Bildungskreisen in letzter Zeit in aller
Munde, aber noch kaum in der Öffentlichkeit angekommen: der Nachteilsausgleich.
Der Einzelfall und die Gerechtigkeit, NZZ, 27.6. Kommentar von Walter Bernet