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4. November 2018

Schule braucht Zeit


Eile und Hektik halten Einzug in die Schule – und mit ihnen der Effizienzimperativ. Doch Lernen lässt sich nicht beschleunigen. Schule braucht Zeit. Eine Erinnerung an ihren Ursprung.

Die Schule hat einen wunderschönen Namen. Er stammt aus dem Altgriechischen. Aristoteles‘ geschliffener Begriff müsste Programm sein: scholé, was so viel wie Musse heisst.[1] Die Schule, die scholé, wäre jener Ort, an dem sie noch möglich sein müsste, eine gewisse Musse. Ein Ort, an dem man füreinander Zeit hat und einander zuhört, zueinander findet und sich aneinander reibt, miteinander lernt und gemeinsam zu Neuem unterwegs ist. Das ist der tiefe Sinn von Schule. Bildung basiert auf scholé. Lernen kann man nicht beschleunigen. Lernen kennt keine Autobahnen, keine Schnellstrassen und keine abgekürzten Routen oder gar Überholspuren. Da gelten Feldwege und da gehören Bergpfade dazu. Manchmal auch Unterholz und Dickicht. Und natürlich Umwege. Darum braucht Lernen Zeit. Eben: scholé!
Bildung braucht "scholé", Journal21, 3.11. von Carl Bossard

12. Oktober 2018

Plenum digitale - Vacuum mentale, Teil 1

Ein paar Zitate - aus dem Zusammenhang gerissen - von der 2. Frankfurter (In-)Kompetenzkonferenz, die unter dem Motto "Plenum digitale - Vacuum mentale" stand.


"Kulturelle Leitideen sollten eine humanistische Basis haben".

"Wer meint, Computer könnten Menschen ersetzen, unterliegt einer Selbsttäuschung".

"Schulentwicklung pendelt zwischen Humanismus und Utilitarismus".

"Das Leistungsprinzip ist vereinbar mit Humanität in der Bildung". 







Julian Nida-Rümelin ist ein deutscher Philosoph. Er lehrt seit 2004 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Spezialgebiete sind Entscheidungs- und Rationalitätstheorie, theoretische und angewandte Ethikpolitische Philosophie und ErkenntnistheorieNida-Rümelin war Kulturreferent der Landeshauptstadt München und Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder. Bild: uk