Manche Migrantenkinder
können kaum ein Wort Deutsch, wenn sie in die Schule kommen – obwohl sie in der
Schweiz geboren wurden. Ein unhaltbarer Zustand, findet eine Mehrheit im Thurgauer
Grossen Rat. Die Politiker von SVP, CVP und GLP sowie einzelne Freisinnige
wollen jene Eltern finanziell bestrafen, die nicht dafür sorgen, dass ihr
Nachwuchs trotz entsprechenden Angeboten die Landessprache lernt. Die
Integrationsunwilligen sollen den später nötig gewordenen Zusatzunterricht aus
ihrer eigenen Tasche bezahlen. Doch da gibt es ein wesentliches Problem: Die
Bundesverfassung schreibt vor, dass der Grundschulunterricht «unentgeltlich»
sein müsse. Deshalb hat die Thurgauer Legislative am Mittwoch mit 77 zu 30
Stimmen eine Standesinitiative verabschiedet, die vom nationalen Parlament eine
Verfassungsänderung verlangt.
Integrationsunwillige Ausländer sollen Sprachkurse ihrer Kinder bezahlen müssen, NZZ, 9.1. von Simon Hehli

