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9. Dezember 2020

Abklärungen und Therapien im frühen Alter

Kürzlich erzählte mir wieder mal eine Mutter, die Schule habe ihr empfohlen, ihren sechsjährigen Sohn psychologisch abklären zu lassen. Sie wisse ja, ihr Bub sei verträumt und seine Frustrationstoleranz gering. Aber sie habe einfach Mühe damit, dass Eigenheiten, die doch durchaus zu diesem Alter gehörten, so stark problematisiert würden.

"Mit dem Kind stimmt etwas nicht", Tages Anzeiger, 5.12. von Sabine Sommer

11. Februar 2020

Immer mehr Kinder mit einer Diagnose

Alles wollen wir sein – nur nicht normal. Das gilt auch für den Nachwuchs. Klärt die Psychologin die Eltern auf, ihr Kind sei nicht so speziell, sondern normal, sind viele enttäuscht. Verständlich, denn die Pädagogik plädiert für die Einzigartigkeit jedes Kindes. Inzwischen gibt es allerdings mehr therapierte als gesunde Kinder.
Was ist normal? In der Öffentlichkeit ist die Definition kein Problem. «So ein Kind wie dieses ist doch nicht normal», gilt als selbstverständliches Deutungsmuster des gesunden Menschenverstandes, wie man Kinder voneinander unterscheiden kann. Dies führt allerdings zu einer Zweiteilung in «normale» und «abweichende», in Kinder ohne und mit Therapie. Weil es in der zweiten Gruppe so viele sind, ist die Abweichung von der Norm zur Regel geworden.
Das ist doch nicht normal, BZ Basel, 10.2. von Margrit Stamm

24. Dezember 2018

"Offensichtliche Überforderungen werden nicht wahrgenommen"


Noch nie war das Thema Homeschooling so aktuell wie heute («Spielend lernen ohne Schule»; BaZ 18. 12. 18). Und dies kommt nicht von ungefähr – denn in ähnlichem Ausmass gibt auch die grundsätzliche Frage «Wie zeitgemäss und zukunftsfähig ist die heutige Schule überhaupt ?» immer häufiger Anlass zur Diskussion – sowohl in der Politik, Wirtschaft wie auch in den Medien. Als Lehrer und Lehrerberater haben wir seit mehr als 40 Jahren direkten Einblick in den Schulalltag und konnten die Schulentwicklung in vier Jahrzehnten unmittelbar beobachten und miterleben. Immer deutlicher zeichnete sich ab, dass die technische und gesellschaftliche Entwicklung in diesen Jahren das herkömmliche Schulsystem, die Lehrpersonen und insbesondere die Unterrichtsformen komplett überfordern – auf Kosten der Kinder und deren anfänglicher Lern- und Lebensfreude.
Schulsystem ist überfordert, Basler Zeitung, 24.12. von Verena Bräm und Jonas Ulmer

25. Oktober 2018

Stillsitzen im Kindergarten


Der Sohn einer Freundin mag den Frosch nicht ausmalen. Auch den Polizisten nicht oder die Blume. Das Finde-die-zehn-Unterschiede-Bild interessiert ihn ebenfalls nicht.
Überhaupt sitzt er im Kindergarten nicht gern am Pültchen, da wird er ganz unruhig. Viel lieber spielt er. Wenn er ein Lego-Haus baut oder einen Arzt mimt, ist er konzentriert. Der Bub ist fünfeinhalb.
Kaum im Kindergarten, schon in Therapie, Mamablog Tages Anzeiger, 25.10. von Seraina Sattler

15. Oktober 2018

Wundersame Verwandlung


Tim* ist ein fröhlicher Bub. Dem Achtjährigen sieht man nicht an, dass er anders ist als andere. Dass er viel langsamer ist, dass er in der zweiten Klasse noch in die Hose machte oder dass er keine Verbform beherrscht. «Mit drei Jahren konnte er 15 Wörter», erzählt seine Mutter.
Seit dem Alter von neun Monaten bekommt Tim Frühförderung: Physiotherapie, Logopädie; eine Heilpädagogin besucht ihn regelmässig daheim.
Integration absurd: Die wundersame Verwandlung eines Sonderschülers in einen Regelschüler, Beobachter, 11.10. von Birthe Homann und Conny Schmid

19. August 2018

Largo: Fremdbestimmung hat zugenommen

Es fing bei Managern an, heute haben wir Kinder mit Burn-out. Eine Folge des Leistungsdrucks an den Schulen?
Remo Largo: Dass Kinder in der Schule leistungsmässig unter Druck gesetzt werden, gehört zum Wesen einer Leistungsgesellschaft. Auch die Schule steht unter Druck, aus Wirtschaft und Politik kommen ständig neue Forderungen, was sie alles leisten soll. Es gibt noch einen anderen Punkt, den ich gravierender finde, über den aber kaum gesprochen wird: Viele Eltern haben Existenzängste, spätestens seit der Finanzkrise 2008.
Interview mit Remo Largo "Der Druck hat zugenommen", Sonntagszeitung, 19.8. von Fabienne Riklin und Nadja Pastega

13. November 2017

Klare Zunahme von Cybermobbing

Jürg Forster, Leiter schulpsychologischer Dienst Stadt Zürich, über den Wandel in der Volksschule
«Dauerhaftes Schulschwänzen ist oft ein Tabu», NZZ, 13.11. von Rebekka  Haefeli

3. November 2017

Die verpasste Chance des Conradin Cramer

Eigentlich hätte er jetzt die Chance seines Lebens. Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) könnte die Probleme der Lehrer anpacken, die sein Vorgänger verschlafen hat. Gewerkschafterin und Grossrätin Kerstin Wenk (SP) hat diese Probleme im BaZ-Interview gestern dezidiert angesprochen: überfüllte Klassenzimmer, in denen sich Heilpädagogen, Logopäden, Zivildienstleistende und Praktikanten die Klinke in die Hand geben. Die Verbürokratisierung der Schule, sodass die Lehrer kaum mehr Zeit haben, zu unterrichten. Lernberichte schreiben, die Kinder vermessen, bewerten, einstufen.
Nun fassen Lehrerinnen und Lehrer endlich den Mut, das System anzuprangern. In der Primarschule Gotthelf haben sie verweigert, Lernberichte zu verfassen. Nur auf Wunsch der Eltern sollten solche abgegeben werden. Sie argumentieren, dies sei unnötiger Druck und würde gar nichts bringen. 15 Pädagogen aus der Primarschule Wasgenring gratulierten darauf ihren Kollegen in einem BaZ-Leserbrief zu ihrem Mut. Gleichzeitig stellten sie fest, dass ihre Meinung von oben immer weniger gefragt ist.
Das Schweigen des Conradin Cramer, Basler Zeitung, 3.11. von Franziska Laur

28. Oktober 2017

Kein Demokratieabbau auf dem Buckel der schwächeren Schüler

Am 26. November wird in der Stadt Zürich über die Abschaffung der gesamtstädtischen Schulkommission für Sonderschulen und Therapien abgestimmt. Ausgerechnet der linksdominierte Stadt- und Gemeinderat wollen die Abschaffungdieser kostengünstigen Milizkommission, die in erster Linie den schwächerenSchülern zu Gute kommt. Einmal mehr klaffen der Gutmenschenanspruch und das tatsächliche Handeln weit auseinander.
Nein zum Demokratieabbau auf dem Buckel der schwächeren Schüler, 28.10. von Peter Aebersold

9. April 2017

Nicht wissen wohin mit dem Geld

Unpolitisch sei sie, die Jugend von heute, angepasst und egozentrisch. Zu diesem Befund kamen Soziologen, oft mit 68er-Hintergrund, in den vergangenen Jahren immer wieder. Die Demonstrationen von Schülern wollen so gar nicht in dieses Klischee passen. In mehreren Städten finden Aktionen gegen das Sparen in der Bildung statt. So etwas gab es schon lange nicht mehr. Aber ist der Protest gegen die «Sparpolitik» überhaupt berechtigt?
Sparen in der Bildung? Wenn, dann am richtigen Ort, Basellandschaftliche Zeitung, 5.4. von Patrick Müller

19. März 2017

Am Ende

Ihr Name sei M, Meier, Müller oder Mahlstein – Frau M ist 41, Lehrerin seit zwanzig Jahren, morgen zum ersten Mal in der 4b, 23 Kinder, es ist Sonntag, bald Mitternacht.

Drei fallen auf, hat der Vorgänger notiert, Benjamin, Nils, Dylan, ein unglückliches Trio, die Neue machen wir fertig.

Eine kindliche Drohung, sagt die Schulleitung.

Nicht ernst nehmen.
Am Ende - Eine Primarlehrerin steigt aus. Das Magazin, 18.3. von Erwin Koch

28. August 2016

Auf den Hund gekommen

«Wenn ich traurig bin, tröstet mich Yoshi», sagt Anna*. «Manchmal kommt er zu mir, und ich kann ihn streicheln.» Das Mädchen aus der sechsten Klasse von Lehrerin Sandra Bucher spricht freimütig über ihre Gefühle, wenn es um den Schulhund geht. Auch Beni, ein Knabe mit Tendenz zu unkontrolliert aggressivem Verhalten, wird sanft, wenn er schildert, wie ihn Yoshi einmal aus der WC-Kabine lockte, in die er sich im Ärger eingeschlossen hatte. «Er hat den Ball unter der Türe durch geschubst, weil er mit mir spielen wollte.» Und besonders toll findet Lena, «wenn wir in der Turnstunde mit Yoshi im Wald spielen gehen».
Yoshi bringt Ruhe in die Klasse, NZZaS, 28.8. von René Donzé

10. Januar 2016

Sinnvoll sparen in der Bildung

Michael Furger zeigt in seinem Kommentar auf, wie man in der Bildung sparen könnte, ohne dass dabei die Qualität leiden muss.
Liebe Politiker, man kann in der Bildung auch sinnvoll sparen, NZZaS, 10.1. von Michael Furger

16. April 2015

Zu viele Therapien - zu wenig Erziehung

Immer wieder sorgen Jugendliche, die in der Schule querschlagen, für Schlagzeilen. In den meisten Fällen fehlt es den Kindern nicht an Behandlung, sondern an Erziehung.
Bei uns gibt es zu viele Therapien und zu wenig Erziehung, NZZaS, 12.4. von Sefika Garibovic

30. Dezember 2014

Standardisiertes Abklärungsverfahren

Instrument des Sonderpädagogik-Konkordats als Entscheidungsgrundlage für die Anordnung verstärkter individueller Massnahmen.
Standardisiertes Abklärungsverfahren (SAV). Handreichung. EDK, Oktober 2014

Sonderpädagogisches Konzept Wallis

Infolge der neuen Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen unterliegen die schulischen Massnahmen der Invalidenversicherung seit dem 1. Januar 2008 der Zuständigkeit der Kantone. Die schulische Integration geht damit letztlich auf einen Sparbeschluss zurück. Der Kanton Wallis hat die interkantonale Vereinbarung über die Sonderpädagogik gutgeheissen und entsprechend ein Konzept ausgearbeitet.
Die verschiedenen je nach Alter des Kindes anzuordnenden Leistungen, Bild: Departement für Bildung und Sicherheit Kanton Wallis

27. November 2014

Wie Sonderschüler produziert werden

Die Zürcher Volksschule hat untersucht, warum es heute doppelt so viele Sonderschüler gibt wie vor wenigen Jahren. Erstmals liegen nun genaue Daten vor. Sie zeigen Überraschendes. 
Quelle: Volksschulamt Zürich
Wie Sonderschüler produziert werden, Tages Anzeiger, 27.11. von Marius Huber

25. November 2014

Fokus auf Sonderschulung

Die Lenker der Zürcher Volksschule bestreiten, zu viele Kinder zu therapieren. Fixe Grenzen verhinderten dies. Die Folge ist allerdings, dass immer mehr in der Sonderschule landen.





Speziell betreuter Schüler, Bild: Urs Flüeler

Wo der "Therapiewahn" die Kinder wirklich trifft, Tages Anzeiger, 24.11. von Marius Huber


17. November 2014

Übertherapierte Kinder aus überforderten Schulen

Die Rede ist von Therapiewahn. Oder wird nur genauer hingeschaut, was ein Kind braucht? «Man weiss heute, wie wichtig die frühen Jahre sind», sagt Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des Dachverbandes für Lehrerinnen und Lehrer. Der Präsident des Westschweizer Lehrerverbandes, Georges Pasquier, kritisiert aber Übertreibungen bei der Sonderpädagogik: «Immer mehr Kindern wird ein Etikett angeklebt.» Eine leichte Schwäche werde gleich zum Handicap. Kinder würden «übermedizinalisiert und pathologisiert».


Auflösung der Kleinklassen sorgt für mehr Sonderschüler, Bild: Tages Anzeiger

Übertherapierte Kinder aus überforderten Schulen, Südostschweiz, 17.11. von Daniela Karst

10. November 2014

"Therapieren nach dem Giesskannenprinzip"

Jedes dritte Kind erhält während seiner Schulzeit eine spezielle Förderung. Oskar Jenni, der Nachfolger von Remo Largo am Zürcher Kinderspital, spricht von "Therapieren nach dem Giesskannenprinzip". 







Jenni: "Es kann nicht sein, dass so viele Kinder nicht den Normerwartungen entsprechen".



"Therapiewahn" an Zürcher Schulen, Tages Anzeiger, 10.11. von Ev Manz und Simone Schmid