Die Gemeinde Malans im Kanton Graubünden beabsichtigt, den bestehenden Schulrat in eine Schulkommission umzuwandeln. Konkret bedeutet dies, dass die Mitglieder nicht mehr vom Stimmvolk, sondern neu vom Gemeindevorstand gewählt würden. Dieser befürwortet die Schaffung einer Schulkommission, da dies «zeitgemäss» sei.
Schulrat oder Schulkommission, Urs Kalberer, 4.3.
Mit der Umwandlung des Schulrates in eine Kommission würde
diese gleichgesetzt mit anderen bestehenden Kommissionen auf Gemeindeebene wie
beispielsweise dem Bauwesen oder den Finanzen. Dies schwächt die Mitsprache der
Bevölkerung in Schulfragen massiv und überlässt wichtige Entscheidungen
Personen, die dem Gemeindevorstand genehm sind. Entsprechend fühlt sich die neu
zu bildende Kommission auch primär dem Gemeindevorstand und nicht mehr dem Volk
verpflichtet.
Doch die verschiedenen Aufgaben der Volksschule (z.B. Kontrolle
der Schulleitung, Vermittlung bei Krisensituationen) erfordern eine
demokratisch breit abgestützte Behörde. Die direkte Demokratie in Schulfragen
muss erhalten bleiben. Der Stimmbürger soll weiterhin in Wahlen direkt auf das
Schulwesen Einfluss nehmen können, indem er bestimmt, welche Personen sich um
das Wohl der Schule kümmern. Schliesslich nennen wir unsere Schule nicht
umsonst mit berechtigtem Stolz «Volksschule». Die Volksschule «gehört» dem Volk
und soll auch von diesem getragen und kontrolliert werden.
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