Die Debatte um den Fremdsprachenunterricht an der Volksschule ist um
eine Facette reicher. Angestiftet von seiner Bildungskommission WBK, erwartet
der Nationalrat vom Bundesrat ein Konzept für mehr Sprachaustausche.
«Systematisch» und «flächendeckend» sollen sie künftig sein. Diese
Stossrichtung kommt in den Kantonen sicher besser an als Drohungen aus
Bundesbern. Bis jetzt hörte man sowohl aus dem Bundesrat wie aus der WBK
schärfere Töne: Notfalls werde man eine Landessprache als erste Fremdsprache
verordnen, bekamen jene Kantone zu hören, die Französisch auf die Oberstufe
verlegen wollen.
Kommentar von Christoph Aebischer zum Vorstoss der Bildungskommission, Berner Zeitung, 25.11.
Papiere wie jenes, das der Bundesrat nun ausarbeiten soll, nützen aber wenig, wenn sie in der Schublade verschwinden. Derzeit ist das Interesse an Austauschprojekten über die Sprachgrenzen hinweg gering. Nur gerade 645 Schulklassen nahmen das Abenteuer im vorletzten Schuljahr auf sich.
Soll sich daran etwas ändern, braucht es mehr als ein Konzept. Es braucht Engagement. Gerade Sprachaufenthalte sind nicht umsonst zu haben. Den Lehrern verursachen sie Aufwand, den Gemeinden und Kantonen Kosten. Zwar alimentiert der Bund solche Projekte mit derzeit einer Million Franken pro Jahr. Das ist aber nicht mehr als eine Minimotivationsspritze.
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