23. Mai 2018

Allfälliger Streik um Pensionskasse legal

An der Delegiertenversammlung des LVB vom 21. März 2018 haben die anwesenden Delegierten einstimmig und ohne Enthaltungen der LVB-Geschäftsleitung den Auftrag zur Durchführung einer Urabstimmung über Kampfmassnahmen erteilt, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Der Landrat kommt bei der Änderung des Pensionskassendekrets den Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Basellandschaftlicher Personalverbände ABP, verglichen mit der vom Regierungsrat bevorzugten «Variante 4» der Landratsvorlage 2017/625 (Änderung des Pensionskassendekrets – Massnahmen des Kantons Basel-Landschaft in Folge der Reduktion des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes), nicht substanziell entgegen.
  2. Die laufenden rechtlichen Abklärungen weisen nicht darauf hin, dass ein Streik gegen den Landratsentscheid zum Pensionskassendekret klar unzulässig wäre.
Rechtsgutachten erachtet allfälligen Streik für bessere Pensionskassenleistungen als legal, LVB, 23.5.


Ein Glarner präsidiert neu die EDK-Ost

Der Glarner FDP-Regierungsrat Benjamin Mühlemann ist der neue Präsident der Erziehungsdirektoren-Konferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein (EDK-Ost). Er tritt die Nachfolge des St.Galler Bildungsdirektors Stefan Kölliker an, welcher das Amt seit April 2010 ausübte.
Mühlemann ist seit 2014 Mitglied der Glarner Regierung, Bild: Benjamin Mühlemann
Glarner Regierungsrat präsidiert Erziehungsdirektoren-Konferenz-Ost, sda, 22.5.

Nur Lehrer gegen konkrete Stoffinhalte und Themen im Lehrplan

Mit der Gesetzesänderung «Stufenlehrpläne Volksschule» wollen der einstimmige Landrat und alle Parteien einen Schlussstrich unter die leidigen Auseinandersetzungen um den Lehrplan 21 im Baselbiet ziehen. Stimmt das Volk am 10. Juni zu, wird der Deutschschweizer Lehrplan 21 mit konkreten Stoffinhalten und Themen für jedes Schuljahr und für alle Sekundarschul-Niveaus ergänzt. Dagegen sind nur die Lehrerinnen und Lehrer: Deren offizielle Vertretung, die Amtliche Kantonalkonferenz (AKK), opponiert allein gegen das Vorhaben.
Nur die Lehrer finden Stufenlehrpläne überflüssig, Basler Zeitung, 23.5. von Thomas Dähler

Checks für mehr Bildungsgerechtigkeit

Die Checks bilden die Leistungen von Schülerinnen und Schülern in sehr grossenVergleichsgruppen objektiv ab. Sie leisten damit einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit, den die Schulnoten nicht erbringen können. Eine Untersuchung der Vodafone-Stiftung zeigte nämlich einen deutlichen Zusammenhang zwischen sozialem Status und Schulnoten auf: Je höher der Status, desto besser die Benotung. Eine weitere bedeutsame Verzerrung entsteht durch den Referenzgruppenfehler. Ebenso führen sowohl der Wohnort als auch das Geschlecht zu Verzerrungen.
Basler Zeitung, 23.5. Leserbrief von Christine Staehelin

22. Mai 2018

Abstimmung über Stadtzürcher Tagesschulen

Soll das Stadtzürcher Pilotprojekt auf weitere 24 Schulen ausgedehnt werden? Am 10. Juni entscheiden die Stimmberechtigten über einen entsprechenden Objektkredit.
Der Objektkredit von insgesamt 74,57 Millionen Franken setzt sich wie folgt zusammen:

§  29,7 Mio. Betreuungsaufwand für die gebundenen Mittage
§  4,6 Mio. Aufgabenstunden nach Unterrichtsschluss (2 Stunden pro Woche und Primarklasse)
§  21,8 Mio. Infrastrukturanpassungen an den 24 Pilotschulen
§  0,9 Mio. Miete von zusätzlichen Betreuungsflächen
§  7,798 Mio. Planung und Vorbereitung an den Schulen
§  3,921 Mio. Projektsteuerung Schulentwicklung
§  1,5 Mio. Projektsteuerung Bau und Infrastruktur
§  0,658 Mio. administrativer Initialaufwand
§  3,693 Mio. administrativer Betriebsaufwand


Das gemeinsame Mittagessen ist der Grundpfeiler des Pilotprojekts, Bild: Karin Hofer

Was bringt der Check S3?

Aargauer Grossräte aus sieben Parteien wollen den standardisierten «Check S3» abschaffen. Damit will man die Leistung der Schülerinnen und Schüler flächendeckend messen und vergleichen. Die Regierung will erst Resultate.
Die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land und Solothurn führen gemeinsam standardisierte Tests durch, die sogenannten Checks, Bild: Barbara Scherer
Bringt der "Check S3" Schülern etwas für die Berufsorientierung? Aargauer Zeitung, 22.5. von Mathias Küng

Überforderter Bildungsrat

Der Bildungsrat ist in seiner heutigen Form halb Legislative, halb Exekutive: ein Fremdkörper im demokratischen System des Kantons Baselland, dessen Zukunft der Landrat zurecht infrage stellt. Der Bildungsrat ist heute nicht demokratisch zusammengesetzt und fällt dennoch weitreichende Entscheide – Entscheide, die politisch motiviert sind und sich in der jüngsten Vergangenheit auch mal als krasse Fehlentscheide herausgestellt haben. Die Stimmberechtigten erhalten am 10. Juni an der Urne die Gelegenheit, den verpolitisierten Bildungsrat durch einen Beirat Bildung zu ersetzen.
Auffällig ist die Nein-Kampagne, welche zurzeit zur Rettung des Bildungsrats in seiner heutigen Form geführt wird. Hinter ihr stecken all jene, die heute im Bildungsrat sitzen, ihre Pfründe verteidigen und davon profitieren, Entscheide in ihrem eigenen Interesse zu fällen. Dominiert wird der heutige Bildungsrat von fünf Vertreterinnen und Vertretern von Lehrerinteressen. Keine Stimme haben hingegen die Schüler, deren Eltern, die Gemeinden und die Schulleitungen.
Dem Beirat Bildung eine Chance geben, Basler Zeitung, 19.5. von Thomas Dähler

Zwei Primarfremdsprachen wirken sich auf Deutschkenntnisse aus

«Je früher ein Kind mit dem Erlernen einer Fremdsprache beginnt, desto besser!» Dieser Volksglaube steckt auch heute noch in den Köpfen vieler Menschen. Was damit wirklich gemeint ist, ist die Auseinandersetzung mit einer Fremdsprache über einen langen Zeitraum, gepaart mit der immer wieder stattfindenden Konfrontation derjenigen.
"Je früher, desto besser" stimmt nicht immer, Basler Zeitung, 22.5. von Saskia Olsson

21. Mai 2018

Die Schule braucht pädagogische Autoritäten

Körperliche Übergriffe auf Lehrerinnen nehmen zu. Schuld sei der fehlende Respekt, sagen Experten. Doch liegt’s nur daran? Ein Plädoyer für pädagogische Autorität.
Das Klima in den Schulen werde rauer und der Umgang rüder, die Gewalt gegenüber Lehrpersonen steige, der zwischenmenschliche Anstand nehme ab. So mindestens diagnostizieren Fachleute die Situation. Sie verweisen auf Zahlen. Jede zweite Schule erlebte in den letzten fünf Jahren Verunglimpfungen und Mobbing gegenüber ihren Lehrkräften; in 26 Prozent der Schulen kam es während dieser Zeitspanne gar zu physischen Übergriffen. „Aggro-Schüler gehen auf junge Lehrer los“, stand kürzlich im Boulevard zu lesen.[1]
Wird die Schule zur Kampfarena? www.journal21.ch, 21.5. von Carl Bossard


Lehrerin verteidigt Steiner-Methoden

Die Gräben sind tief in Zwingen, seit die Öffentlichkeit über die anthroposophischen Methoden zweier Primarlehrerinnen Bescheid weiss. Bisher aber konnten die Medien nur ein einseitiges Bild vermitteln. Eltern, die sich über den Lernrückstand ihrer Kinder öffentlich beschwerten, sprachen ebenso freimütig wie die Lehrerin, welche den Unterricht bemängelte. Der kritisierte Schulleiter wollte sich bisher ebenso wenig äussern wie der Schulrat.
Unter Beschuss geratene Lehrerin verteidigt Steiner-Methoden, Schweiz am Wochenende, 19.5. von Leif Simonsen

20. Mai 2018

Kündigungswelle im Aargau

9 von 18 Lehrkräften an der Schule Buttwil haben gekündigt, darunter auch langjährige. Die Schulpflege wird bei der Aufarbeitung der Situation vom Departement Bildung, Sport und Kultur begleitet.
Kündigungswelle an der Schule: Die Hälfte der Lehrkräfte geht, Aargauer Zeitung, 19.5. von Eddy Schambron

Berührungen so wichtig wie Sauerstoff

Rico weint. Er hat sich geärgert. Und er sieht müde aus. Gemeinsam mit den anderen Zweijährigen im Kinderhaus Artergut tapst der dunkelhaarige Bub die Treppe hinunter, während ihm Tränen über die Wangen kullern. Eine der Betreuerinnen streckt die Hand nach Rico aus. Sie bietet ihm an, sich daran festzuhalten, und spricht beruhigend auf ihn ein. Auf den Arm nimmt sie ihn nicht. «Wir knuddeln keine Kinder», sagt Regula Keller, Geschäftsleiterin Kinderbetreuung bei der Stadt Zürich, «und selbstverständlich küssen wir sie auch nicht.»
Warum der Mensch unbedingt angefasst werden sollte, NZZaS, 20.5. von Nicole Althaus und Regula Freuler

Neue Kontrollprüfung in Solothurn

B, E, oder P? Die Lehrperson entscheidet, in welche Sek-Stufe das Schulkind kommt. Die Eltern können sich wehren und ihren Nachwuchs an die neue kantonale Kontrollprüfung schicken. Das ändert aber selten etwas.
Die Lehrer teilen zu, die Eltern können neu Einsprache erheben und eine Kontrollprüfung verlangen, Bild: Solothurner Zeitung
Kontrollprüfung, Solothurner Zeitung, 18.5. von Noëlle Karpf

Eltern beurteilen Lehrer

Zur Evaluation von Lehrern gehört auch eine strukturierte Rückmeldung der Eltern. Diese Vorgabe des Kantons Luzern wird von den Schulen sehr unterschiedlich umgesetzt – vom traditionellen Elterngespräch bis zu aufwendigen Umfragen.
Luzerner Eltern können bei der Beurteilung der Lehrer mitreden, Luzerner Zeitung, 19.5. von Gabriela Jordan

Basler Sprachentram

«Das Sprachentram – Le tram des langues» ist auf den Schienen. Es ist das rollende Ergebnis eines Austauschs zwischen insgesamt acht Klassen der Ecole primaire de Bourgfelden und der Primarschule Wasgenring in Basel.
Das Sprachentram fährt vom 25.- 31. Mai auf der Linie 3, Bild: Georgios Kefalas
Sprachen lernen leicht gemacht: Bald fährt das "Sprachentram" durch Basel, Basellandschaftliche Zeitung, 18.5.

19. Mai 2018

Wahlfreiheit zwischen Pfarrer und Lehrer

Seit dem vergangenen Sommer können die St. Galler Schüler wählen, ob sie das neue Fach «Ethik, Religion, Gemeinschaft» bei einem Lehrer oder bei einem Kirchenvertreter lernen wollen. St. Gallen hat diese Wahlfreiheit als einziger Kanton der Schweiz im Lehrplan 21 eingebaut. Das neue Fach ist die Fortsetzung des ehemaligen Religionsunterrichts. Die beiden Landeskirchen im Kanton haben um das Recht gekämpft, das Fach auch aus ihrer Sicht lehren zu dürfen.
St. Galler Schüler mögen es säkularisiert, SRF Regional, 17.5.

Motion zur Streichung der Schulchecks

An den baselstädtischen Primar- und Sekundarschulen sollen die Leistungschecks innert Jahresfrist ersatzlos gestrichen werden. Der Grosse Rat hat gestern eine breit getragene CVP-Motion mit dieser Forderung mit 50 gegen 40 Stimmen an die Regierung überwiesen.
Die Motion verweist auf eine im März 2017 deutlich verabschiedete Resolution von Lehrkräften aller Schulstufen mit der Forderung, die 2013 eingeführten Leistungs-Prüfungen abzuschaffen. Seither hatte Erziehungsdirektor Conradin Cramer einen der Checks für 2018 gestrichen, die anderen aber belassen.
Schulchecks künftig streichen, Basler Zeitung, 18.5.
Weniger Stress für Basler Schüler, Basellandschaftliche Zeitung, 17.5.

17. Mai 2018

Schaffhausen übernimmt sämtliche Kompetenzen des Lehrplans 21

Der Schaffhauser Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom Dienstag den Lehrplan 21 Kanton Schaffhausen formell verabschiedet. Damit habe er einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Einführung 2019/20 gesetzt, teilt der Kanton mit.

Meldepflicht bei schlecht integrierten Ausländern

Die Baselbieter Handschlagaffäre hat Folgen: Schulen müssen schlecht integrierte ausländische Schüler dem Kanton künftig melden. Der Landrat hat einer Änderung des Bildungsgesetzes überdeutlich zugestimmt.
Lehrer müssen respektlose Ausländer melden, Basler Zeitung, 17.5.

Basel verpasst Ziel bei Übertrittsquote

Die Umstellung des Basler Schulsystems führt dazu, dass die bereits vorher rekordhohe Gymnasialquote weiter steigt (die bz berichtete). 44,7 Prozent der 1376 Neuntklässler beginnen im Sommer das Gymnasium, nur sechs Prozent haben aktuell einen Lehrvertrag in der Tasche. 
Strengere Noten an der Sek, Basellandschaftliche Zeitung, 17.5. von Samuel Hufschmid

Isoliert mit einer Primarfremdsprache

Ist eine Fremdsprache genug auf der Primarstufe? Darüber entscheiden wir am 10. Juni an der Urne. In der aktuell geführten FremdsprachenDiskussion gibt es unterschiedliche Argumentationsweisen. Die einen sagen: «Je früher man mit Sprachenlernen beginnt, je besser erlernt man diese.» Die Gegenseite argumentiert: «Was man als Kind noch nicht gelernt hat, lernt man später um so schneller.» Beide Seiten versuchen, ihre Sichtweise mit unterschiedlichen Studien zu untermauern. Derzeit gibt es keine eindeutigen empirischen Belege, die eine Überforderung der Schülerinnen mit dem aktuell geltenden System mit zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe ausweisen. 
Baselland riskiert, isoliert zu werden, Basellandschaftliche Zeitung, 17.5. von Lukas Flüeler

Überfördert und überfordert

Besonders fleissig und gute Noten – ein solches Kind ist der Traum mancher Eltern. Ist es zudem überdurchschnittlich intelligent, dann hat es beste Aussichten auf eine besonders erfolgreiche Bildungslaufbahn. Doch in vielen Fällen sind solche Kinder nicht hochbegabt, sondern Überleister. Überleister sind junge Menschen, die mehr leisten, als man von ihnen aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten erwartet.
Überfördert und überfordert, NZZ, 17.5. von Margrit Stamm

16. Mai 2018

Schweizerpsalm nicht im Solothurner Lehrplan 21

Roberto Conti (SVP) sagte, dass die Nationalhymne in Schulen verschiedener Kantone obligatorisch sei. Es sei jeweils peinlich, wenn Mitglieder Schweizer Nationalmannschaften den Text beim Abspielen nicht nachsingen könnten. Die Schweizer Nationalhymne habe im Gegensatz zu anderen Ländern keinen kriegerischen Text.
Erlernen der Nationalhymne wird nicht obligatorisch, Basler Zeitung, 16.5.

45 Prozent der Basler Schüler gehen ans Gymi

Waren es in den vergangenen fünf Jahren zwischen 35,3 und 38,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die ans Gymnasium gewechselt haben, sind es in diesem Jahr - beim ersten Übertritt nach der Schulharmonisierung - voraussichtlich 45 Prozent. Der Anstieg lasse sich mit objektiven Gründen nicht erklären, wie die Verantwortlichen des Erziehungsdepartements am Mittwoch vor den Medien sagten.
Künftig soll der Anteil der Schüler, die ans Gymnasium wechseln zwischen 35 und 40 Prozent liegen, Bild: BaZ
Schüler sollen tiefere Noten erhalten, Basler Zeitung, 16.5.
Jetzt ist es amtlich: Im nächsten Jahr geht fast jeder zweite Basler Neuntklässler ans Gym, Basellandschaftliche Zeitung, 16.5.

Überforderungs-Initiative der Starken Schule

Es dürfte eine der letzten Volksinitiativen der Starken Schule sein, über die am kommenden 10. Juni abgestimmt wird. Für die Überforderungs-Initiative, lanciert im Jahr 2015, als Urs Wüthrich (SP) eben erst an der Spitze der Baselbieter Bildungsdirektion von Monica Gschwind (FDP) abgelöst wurde, dürften aber die Erfolgschancen klein sein.
Es geht darum, den Englischunterricht von der Primarschule in die Sekundarschule zu verschieben – eine Forderung, über die bisher noch kein einziger Kanton in der Schweiz an der Urne abgestimmt hat. Die einst breit abgestützte Volksinitiative hat aber Anhänger verloren: Im Landrat wurde die Nein-Parole mit deutlichen 56 zu 18 Stimmen beschlossen – obwohl sich inzwischen abzeichnet, dass Frühenglisch nicht zu besseren Englischkenntnissen führt.
Englisch erst in der Sekundarschule? Basler Zeitung, 16.5. von Thomas Dähler