23. April 2021

Nur wenige bleiben sitzen

Sitzenbleiben ist in der Schweiz ein relativ seltenes Phänomen: Nur 1,3 Prozent der Lernenden müssen zwischen 3. und 8. Primarklasse ein Jahr wiederholen. Höhere Quoten haben Kinder mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernen Schichten und aus der Romandie.

In der Schweiz bleiben Schüler selten sitzen, Herisau24.ch, 22.4.

Übergänge und Verläufe in der obligatorischen Schule, Bundesamt für Statistik, 2021

21. April 2021

Zehnfingersystem ist alternativlos

Schnell einen Text erstellen – dafür gibt es mittlerweile Hilfsmittel wie Autokorrektur, Sprachassistenten und Transkriptionssoftware. Muss überhaupt noch jemand das Zehnfingersystem beherrschen?

Zehnfingersystem - braucht es das noch? Südostschweiz, 21.4. von Hendrik Polland

20. April 2021

Personalrechtliche und gewerkschaftliche Anliegen mit politischen Mitteln durchsetzen

Seit zehn Jahren leistet die «Starke Schule» Widerstand gegen den Lehrplan 21. 16 Initiativen hat der Verein bisher lanciert und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Nun will die Organisation besser in Entscheide der Bildungsdirektion eingebunden werden, sagt Vorstandsmitglied Regina Werthmüller. 

«Eine neue Initiative steht im Moment nicht an», Volksstimme, 16.4. von Sebastian Schanzer

19. April 2021

Schule als Spannung zwischen Machbarem und Unsicherem

Wer wettkampfmässig einen Orientierungslauf bestreitet und sich bei der Routenwahl nicht einfach an sichern Waldwegen und Leitlinien orientiert, der weiss: Trotz Karte und Kompass zählt zum OL das Ungewisse, gehört das Unverfügbare wie Dickicht und Tümpel, rechnet sich das Zufällige, denn die gewählte Laufstrecke könnte meist auch eine andere sein: Darin liegt das Kontingente dieses Sports, und darin verbirgt sich sein Faszinosum. Es ist die Spannung zwischen Machbarem und Unsicherem, zwischen der Offenheit der Aufgabe und der Ungewissheit des Geländes, zwischen dem getroffenen Routenentscheid und dem konkreten Weg – der OL als Metapher fürs nicht-lineare Unterrichtsgeschehen, fürs Wirken im offenen und komplexen Raum des pädagogischen Parterres.  

Von der pädagogischen Ungewissheitsdynamik, www.journal21.ch, 18.4. von Carl Bossard

KV-Reform sorgt für Unverständnis

13'000 Jugendliche entscheiden sich in der Schweiz jedes Jahr für eine Lehre zur Kauffrau oder Kaufmann. Sie lernen die Grundlagen des Berufs in Banken, bei Versicherungen oder bei Reisebüros. Das «KV» ist beliebt – und mit Abstand die am meisten gewählte Berufslehre in der Schweiz.

2022 soll die Lehre komplett umgekrempelt werden. Folgend einige Auszüge aus der Reform:

  • Aus Fächern werden Handlungskompetenzen. Anstatt Deutsch und Mathematik steht dann auf dem Stundenplan «Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld» oder «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen».
  • Neu ist nur noch eine Fremdsprache obligatorisch*. Eine weitere kann als Wahlpflichtfach belegt werden. Welche Sprache obligatorisch ist, soll der jeweilige Kanton festlegen.
  • Andere bisherige Pflichtfächer wie Finanz- und Rechnungswesen werden neu zur Option.
  • Bisher konnten die KV-Lernenden zwischen drei verschiedenen Profilen wählen: der Basisbildung (B-Profil), der erweiterten Grundausbildung (E-Profil) und der Berufsmatura (M-Profil). Das B- und E-Profil sollen gestrichen und mit «flexibleren Möglichkeiten ersetzt werden».

Schülerinnen und Schüler sollen nach Handlungskompetenzen beurteilt werden. Ein Beispiel des Handlungskompetenzbereich «Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen». bild: zvg

17. April 2021

Umstrittene Gratis-Mittagessen in der Stadt Zürich

Was seit sechs Jahren an diversen Schulen in der Stadt Zürich getestet wird, soll bald die Norm werden: Stadtrat und Schulpflege wollen ab dem Schuljahr 2023/24 alle Schulen in freiwillige Tagesschulen überführen. Das hat der Stadtrat an seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, wie er mitteilt. Nächstes Jahr soll das Volk definitiv über die Einführung befinden. 

Alle Kinder sollen in der Schule essen, Tages Anzeiger, 15.4. von Ev Manz und Corsin Zander

15. April 2021

Passepartout-Lehrmittel im Sturzflug

In den beiden Basel können Lehreinnen und Lehrer seit diesem Schuljahr aus einer Liste mit Lehrmitteln für Französisch und Englisch auswählen. Nun zeigen Zahlen aus dem Kanton Baselland, dass auf der Sekundarstufe die bisherigen umstrittenen Lehrmittel kaum mehr bestellt werden.Von rund 180 Lehrpersonen, die neue Lehrmittel bestellt haben, haben sich noch zwei für "Clin d'oeil" entschieden und elf für "New World". Eine ähnliche Entwicklung ist in Basel-Stadt zu beobachten. 

Lehrer wenden sich ab von Mille feuilles und Co. SRF Regional, 14.4. von Benedikt Erni

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13. April 2021

KV wird fachlich ausgehöhlt

Der radikale Umbau der KV-Ausbildung mit dem Projekt «Kaufleute 2022» könnte ein chwerer Schlag für die bisher weltweit erfolgreiche Schweizer Berufsausbildung werden, wenn die sogenannte «Kompetenzorientierung» mit dem «selbstgesteuerten Lernen» (SOL), wie wir sie  vom umstrittenen Lehrplan 21 kennen, auch in anderen Berufen «Schule machen» sollte.

KV-Reform 2022 - Berufsausbildung wird fachlich ausgehöhlt, 12.4. von Peter Aebersold

Ohne Grundlagen- und Fachwissen in die Zukunft?

Der radikale Umbau der KV-Ausbildung mit dem Projekt «Kaufleute 2022» ist Teil der Vision «Berufsbildung 2030» der vom Staatsekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI 2016 gestartet wurde, um sämtliche Berufe der bisher weltweit erfolgreichen Schweizer Berufsausbildung total auf eine «Schmalspurausbildung» umzubauen. Die EDK-Präsidentin Silvia Steiner befürchtete bereits 2018, dass das heutige Berufsbild KV in zehn Jahren nicht mehr existieren werde.

Ohne Grundlagen- und Fachwissen in die Zukunft? 12.4. von Peter Aebersold

Umgang mit Legasthenie

Ein Experiment führt Lehrerinnen vor Augen, wie schwer der Schulalltag mit Legasthenie ist. Und eine Betroffene erzählt, wie sie trotz der Herausforderung die Matura geschafft hat.

Bild: Screenshot SRF

Puls, SRF, 12.4.

7. April 2021

"Als Sekundarlehrer kann ich heute nicht mehr die gleiche Leistung verlangen wie vor zehn Jahren"

Zehn Jahre Starke Schule Baselland, ein Jahr davon Starke Schule beider Basel: Sie haben im Baselbiet den meisten Anliegen, die Sie eingebracht haben, zum Durchbruch verholfen. Kann sich die Starke Schule demnach in den Ruhestand begeben?

Es gibt mehrere offene Baustellen, die wir weiter verfolgen möchten: so etwa den Lehrplan, der bis Mitte 2022 überarbeitet wird. Auch die Digitalisierung mit den neu eingeführten iPads an den Sekundarschulen ist ein Thema, das bei allen Vorteilen nicht ganz unproblematisch verläuft. Zunehmend gelangen Lehrpersonen an uns, die wir in personalrechtlichen Fragen beraten und deren Interessen wir vertreten; deshalb möchten wir uns ab 2022 auch als Berufsverband anerkennen lassen. 

Wie konservativ sind Sie, Herr Wiedemann? Basler Zeitung, 7.4. von Thomas Dähler

3. April 2021

Happy Birthday, Starke Schule!

In den Augen vieler «fortschrittlich» gesinnter Zeitgenossen sind die Vertreter der «Starken Schule beider Basel» (SSbB) nichts anderes als konservative Verhinderer, die sich die Schule zu Zeiten Gotthelfs zurückwünschen. Im folgenden versuche ich die Wirkung dieses Vereins aus einer deutschschweizerischen Perspektive in einen etwas breiteren Zusammenhang zu stellen. Wie lässt sich der Erfolg der SSbB erklären?

Konservative Verhinderer? Gedanken zum Erfolg der Starken Schule beider Basel, 31. 3. von Urs Kalberer

31. März 2021

Luzern setzt neu auf "Open World"

Der Luzerner Regierungsrat hat im November 2020 beschlossen, dass das Englischlehrmittel Open World vom Verlag Klett und Balmer das bisherige New Inspiration (Macmillan) ablöst. Die Schulen können bereits im kommenden Schuljahr einen Wechsel vornehmen. Im Schuljahr 2022/23 wird Open World für alle 1. Sekundarklassen obligatorisch. Ein entsprechender Einführungskurs ist bereits im Angebot.

Quelle: Dienststelle Volksschulbildung Kanton Luzern

28. März 2021

Sozialer Ausgleich mit neuer Schülerzuteilung auf Schulhäuser

Wo ein Kind zur Schule geht, beeinflusst sein späteres Leben. Statistiken belegen, dass Kinder aus Schulen mit hohem Anteil an fremdsprachigen und bildungsfernen Eltern deutlich weniger Schulerfolg haben. Seit Jahren schon befasst sich Oliver Dlabac vom Zentrum für Demokratie Aarau mit diesen Effekten. Nun legt er eine neue und umfassende Studie vor. «Unsere Analysen ­bestätigen, dass in der Schweiz dasselbe Kind je nach Zusammensetzung der besuchten Schule unterschiedliche Chancen auf Schulerfolg und in der weiteren persönlichen und beruflichen Entwicklung hat», ist sein Fazit.

Schulen besser durchmischen, NZZaS, 28.3. von René Donzé

26. März 2021

Schweizer Vorlesetag am 26. Mai

Der Schweizer Vorlesetag ist ein jährlich stattfindender, nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben.

Mehr Informationen und anmelden auf www.schweizervorlesetag.ch 


Jenseits der Erledigungsmentalität

Ein vergilbter Artikel hat allen Aufräumaktionen getrotzt. Es ist die Geschichte des Tessiner Briefträgers Guerino Saglini. Sein Leben lang hat er für die Post gearbeitet. Was denn einen guten Pöstler ausmache, fragte ihn die NZZ beim Übertritt in die Pension. „Passione! Leidenschaft!“, sagte Saglini kurz und bündig. Keinen Tag sei er ohne Freude zur Arbeit gegangen, fügte er bescheiden bei. 

Eine Kultur jenseits der Erledigungsmentalität, Journal21.ch, 25.3. von Carl Bossard


21. März 2021

Passepartout-Lehrmittel bereits im ersten Jahr mehrheitlich ersetzt

Die neu eingeführte «geleitete Lehrmittelfreiheit» zeigt Wirkung:  Die Mehrheit der Französisch- und Englischlehrpersonen haben die Passepartout-Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» bereits im ersten Jahr nach Einführung der Lehrmittelfreiheit ersetzt.



Passepartout-Lehrmittel bereits im ersten Jahr mehrheitlich ersetzt, Starke Schule beider Basel, 18.3. von Alina Isler

Wandbild wegen Rassismus aus Schule entfernt

Ein Wandbild aus den späten 1940-er Jahren in einem Berner Schulhaus hat jüngst für eine öffentliche Debatte über Rassismus geführt. Nun soll es aus dem Schulhaus weg, in ein Museum kommen. Dort könne es besser kritisch und zeitgemäss eingeordnet werden.


Bild: Tamara Janes

Umstrittenes Wandbild wird aus Berner Schule entfernt, sda, 19.3.

SVP Ausserrhoden gegen neue Anstellungsverordnung

Die SVP Appenzell Ausserrhoden nimmt das regierungsrätliche Vorgehen zur Anstellungsverordnung Volksschule mit Erstaunen zur Kenntnis.

SVP weist die Anstellungsverordnung Volksschule zurück, Appenzell24.ch, 19.3. 

Erziehung in Zeiten der Digitalisierung

Wer kennt sie nicht, die leicht geneigten Köpfe an den Bushaltestellen, Menschen, in kleinen Gruppen zusammenstehend, auf ein flaches, rechteckiges «Ding» in ihren Händen starrend oder darauf herumwischend? Oder den Herrn im Anzug, der vermeintlich ein entspanntes Gespräch mit sich selbst zu führen scheint, lacht und Pausen einschaltet, bis man entdeckt, dass er, mit Kopfhörern ausgerüstet, in sein rechteckiges «Ding» spricht. Beim Spazierengehen sieht man Babys in ihren Kinder- wagen, die den Blick ihrer Mutter vergeblich suchen, weil sie auf dieses «Ding» fixiert ist: das Smartphone. Was als klobiges Gerät – vorwiegend zum Telefonieren gebraucht – auf den Markt kam, ist heute ein portabler kleiner Computer inklusive Shoppingcenter, der die Menschen überall hin zur Arbeit und in der Freizeit, Tag und oft auch in der Nacht, begleitet. Auch Kinder! Zunehmend jünger sind sie mit diesen Geräten befasst, und zu- nehmend mehr Fachleute machen sich Sorgen um die damit verbundene Entwicklung.

Im Dschungel des Internets: Erziehung in Zeiten der Digitalisierung, Zeit-Fragen, 9. 3. von Eliane Perret

13. März 2021

Nicht das Geschlecht, sondern die soziale Stellung entscheidet über den Schulerfolg

Die Geschichte wiederholt sich, aber ist sie auch wahr?

Seit Jahren berichten Medien über die Buben als «Bildungsverlierer». Buben könnten nicht mehr Buben sein, lautet der Vorwurf, bubenfeindlich und ungerecht sei die Schule. «Schlaue Mädchen, dumme Jungen», titelte der «Spiegel» schon 2004. «Buben sind die Dummen», stand 2009 im «Beobachter». Das Schweizer Fernsehen fragte 2019: «Braucht es reine Buben-Klassen?»

Auch «Das Magazin» ging dem nach, 2008 in einem Interview mit Remo Largo. Der Kinderarzt sagte: «Der gute Schüler von heute ist ein Mädchen. Das liegt aber nicht an seiner Kompetenz, sondern an seinem Verhalten.»

Werden Buben in der Schule benachteiligt? Tages Anzeiger Magazin, 13.3. von Christoph Gertsch

11. März 2021

Tessin such Deutschlehrer im Ausland

Der Tessiner Bildungsdirektor Manuele Bertoli macht sich Sorgen. Denn im Südkanton herrscht schon länger ein akuter Mangel an Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern. Für das nächste Schuljahr etwa fehlen rund 15 solcher Lehrpersonen. Zudem stehen zahlreiche Pensionierungen an. Das dürfte das Problem weiter verschärfen.

Dem Tessin gehen die Lehrpersonen für Deutsch aus, SRF, 9.3. von Karoline Thürkauf

Deutschlehrermangel im Tessin, SRF, 9.3.

8. März 2021

Politische Einmischung in Lehrpläne ist beendet

Das von der Starken Schule beider Basel inszenierte Seilziehen um die Lehrpläne ist beendet. Die Stimmberechtigten wollten sich nicht ein weiteres Mal in die Debatte um die neuen Lehrpläne der Primar- und Sekundarschulen einmischen.

Niederlage für die Starke Schule, Basler Zeitung, 8.3. von Thomas Dähler

7. März 2021

Starke Schule akzeptiert Niederlage

Das Baselbieter Stimmvolk möchte im Bildungsgesetz keine Beschränkung der Anzahl Kompetenzbeschreibungen im Lehrplan Volksschule Baselland auf maximal 1'000 festschreiben. Die Starke Schule beider Basel (SSbB) akzeptiert diesen Volksentscheid von heute Sonntag.

Klarer Entscheid des Stimmvolks, Medienmitteilung Starke Schule beider Basel, 7.3.