23. März 2016

Zuerst Deutsch, und zwar gründlich

Ich habe bis zu meiner Pensionierung als Sekundarlehrer sprachlich-historischer Richtung und dann als Primarlehrer Mittelstufe gewirkt. Über den Sprachunterricht wird seit Jahren diskutiert. Bis vor kurzem war ich der Ansicht, dass eine zweite Landessprache Priorität habe, für unsere Region also Französisch. Man muss aber der heutigen Situation Rechnung tragen, und da muss ich Egzon Perdeda rechtgeben: Wir haben in der Schweiz einen hohen Anteil von Zugewanderten, und nun kommt erst noch eine Flüchtlingswelle auf uns zu. Diese Leute können allenfalls etwas Englisch und müssen nun in erster Priorität Deutsch lernen. Auf wissenschaftlichem Gebiet dominiert sowieso die englische Sprache.
St. Galler Tagblatt, 22.3. Leserbrief von Peter Zünd

Daraus ergeben sich für die Primarschulen folgende Prioritäten: 1. Deutsch, und zwar gründlich, 2. Englisch, frühestens ab der 4. Klasse. Damit sind auch in grammatikalischer Hinsicht die Grundlagen geschaffen, dass Französisch auf der Oberstufe intensiv und in kürzerer Zeit erlernt wird. Jedermann weiss, dass die Mundart für nicht deutschsprachige Zuwanderer eine weitere Fremdsprache darstellt. Behalten wir den aktuellen Trend jedoch bei, riskieren wir, dass die Schulabgänger keine Sprache richtig erlernt haben, was die präzise Denk- und Ausdrucksfähigkeit einschränkt, mit all ihren negativen Folgen. Das Interesse für unsere anderen Landessprachen sollte durch eine Art Schnupperwoche geweckt werden können, oder durch Kommunikationsmittel. 

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