Ich habe
bis zu meiner Pensionierung als Sekundarlehrer sprachlich-historischer Richtung
und dann als Primarlehrer Mittelstufe gewirkt. Über den Sprachunterricht wird
seit Jahren diskutiert. Bis vor kurzem war ich der Ansicht, dass eine zweite
Landessprache Priorität habe, für unsere Region also Französisch. Man muss aber
der heutigen Situation Rechnung tragen, und da muss ich Egzon Perdeda rechtgeben: Wir haben in der Schweiz einen hohen Anteil von Zugewanderten, und nun
kommt erst noch eine Flüchtlingswelle auf uns zu. Diese Leute können allenfalls
etwas Englisch und müssen nun in erster Priorität Deutsch lernen. Auf
wissenschaftlichem Gebiet dominiert sowieso die englische Sprache.
St. Galler Tagblatt, 22.3. Leserbrief von Peter Zünd
Daraus
ergeben sich für die Primarschulen folgende Prioritäten: 1. Deutsch, und zwar
gründlich, 2. Englisch, frühestens ab der 4. Klasse. Damit sind auch in
grammatikalischer Hinsicht die Grundlagen geschaffen, dass Französisch auf der
Oberstufe intensiv und in kürzerer Zeit erlernt wird. Jedermann weiss, dass die
Mundart für nicht deutschsprachige Zuwanderer eine weitere Fremdsprache
darstellt. Behalten wir den aktuellen Trend jedoch bei, riskieren wir, dass die
Schulabgänger keine Sprache richtig erlernt haben, was die präzise Denk- und
Ausdrucksfähigkeit einschränkt, mit all ihren negativen Folgen. Das Interesse
für unsere anderen Landessprachen sollte durch eine Art Schnupperwoche geweckt
werden können, oder durch Kommunikationsmittel.
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