20. November 2014

Kulturfeuer entfachen

Die Ostschweizer Kantone Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und St. Gallen wollen Bildung und Kultur einander näher bringen. Deshalb werden Kuturverantwortliche gesucht, die sich miteinander vernetzen und Kulturangebote austauschen. 



Stefanie Kasper informiert am ersten Netzwerktreffen, Bild: Nana do Carmo

In den Schulen macht es klick, St. Galler Tagblatt, 20.11. von Dieter Langhart


Ein schönes Wort ist gestern im Thurgauer Kunstmuseum gefallen: «Kulturschule». Denn für Schüler solle der Kontakt mit Kultur selbstverständlich werden, sagte Kulturamt-Chefin Martha Monstein. Jetzt ist der Weg dahin leichter geworden in der Ostschweiz.
Kultur und Bildung verbinden
Die Ämter für Kultur der Kantone Ausserrhoden, St. Gallen und Thurgau haben sich, unterstützt von den Schulämtern, zusammengetan, um für Schulen den Zugang zu Kultur einfach und attraktiv zu machen, um Kultur und Bildung einander näherzubringen. Gesucht werden Kulturverantwortliche in den Schulen als Ansprechpersonen in Sachen Kulturvermittlung. Sie vernetzen sich untereinander, und sie vernetzen Klassen, Kulturinstitutionen und Kulturschaffende miteinander. Und können sich diese Arbeit anrechnen lassen.
Gestern haben sich sechs, sieben Dutzend engagierte Lehrkräfte im Kunstmuseum Thurgau getroffen und sich von Martha Monstein informieren lassen und von Stefanie Kasper und Cornelia Spillmann, den Projektleiterinnen von «Kultur & Schule Thurgau».
Ausserschulische Lernorte
Ziel des Projekts ist «kulturelle Teilhabe», sagte Martha Monstein eingangs. Es gehe darum, dass Schüler ihr kreatives Potenzial erkunden, dass Konzertsäle, Museen oder Künstlerateliers als ausserschulische Lernorte genutzt werden. «Der Kontakt mit Kultur soll selbstverständlich werden.»
Seit August ist kklick.ch online (wir berichteten) – und erspart die bisherige mühsame Suche auf verschiedenen Plattformen. Die vier Bereiche des Informationsportals (AR, SG, TG, übrige Ostschweiz) versammeln Kulturvermittlungsangebote – bewährte wie aktuelle – und listen Anbieter auf.
Übersichtlich und praktisch
Anmelden kann man sich online, also auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Gut zu wissen, sagte Stefanie Kasper: einige Kulturvermittler kommen auch in die Schulen. Die Suche lässt sich gezielt eingrenzen nach Sparten, Zielgruppen/Schulstufen und Regionen. Und im Bereich «Informationen» finden sich News und lassen sich Merkblätter und die Broschüren bestellen, die zweimal jährlich erscheinen. «Ich hoffe, dass es auch bei Ihnen klick gemacht hat», sagte Stefanie Kasper.
«Kulturfeuer entfachen»
Im Aargau ist die Fachstelle «Kultur macht Schule» seit bald zehn Jahren ein Erfolgsmodell, sagte Simone Eichenberger, eine der Kulturverantwortlichen im Kanton. Er ist der Ostschweiz noch voraus mit Weiterbildungen für Lehrer oder jährlichen Kulturwochen als festem Teil des Schuljahrs. «Die Arbeit ist riesig – der Erfolg aber noch grösser. Ich entfache das Kulturfeuer, andere legen Holz nach.» Projektleiterin Cornelia Spillman verwies auf die Netzwerktreffen im März und November, die stets an Kulturorten oder bei Kunstschaffenden stattfinden (Kunstmuseum und Ittinger Museum boten anschliessend Kurzführungen und Mini-Workshops für die Lehrerinnen und Lehrer an.) Nicht zu verachten sei der Kulturpass, der den Kulturverantwortlichen Gratiseintritte ermöglicht oder zumindest Vergünstigungen.


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