Im Aargau werden die Löhne nach Alter und nicht nach Dienstalter ausbezahlt, Bild: Keystone
Lohneinbusse: Gerade junge Aargauer Lehrer flüchten nach Zürich, Aargauer Zeitung, 5.5.
Aufgrund des Wechsels
zum System 6/3 (6 Jahre Primarschule/3 Jahre Oberstufe) werden viele
Oberstufenlehrer überflüssig, während in der Primarstufe mehr Lehrkräfte
benötigt werden. Was tun die betroffenen Oberstufenlehrkräfte nun?
Laut Martin Schaffner,
Präsident des Bezirkslehrerverbandes, werden «einige wenige Bezirkslehrpersonen
die Stufe wechseln, also künftig 4., 5. und 6. Primarklassen unterrichten». Wer
lange genug an der Bez unterrichtete, wird noch weitere sechs Jahre das Salär
einer Oberstufenlehrperson beziehen können.
Allerdings haben laut
Schaffner viele Schulleitungen der Bez proaktiv vor einem oder zwei Jahren
angefangen, befristete Verträge auszustellen. Schaffner: «Wer damals neu eine
Stelle antrat, wusste also, dass er bloss bis Juli 2014 angestellt sein würde.»
Laut Schaffner suchen
nun «viele junge und initiative Lehrpersonen zweifelsohne eine Stelle im Kanton
Zürich». Nach der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im Aargau wohl nicht
mit sehr viel Wehmut, vermutet er.
Diese Lehrpersonen seien
für den Aargau verloren. Schaffner: «Er hat sie teuer ausgebildet, nun
verscheucht er sie, und in Zürich erhalten sie fast 1000 Franken mehr pro
Monat.» Dabei, so der Bezlehrer-Präsident, wird es schon in drei bis vier
Jahren wieder viel mehr Lehrkräfte brauchen.
Aargau zahlt nach Alter
Auch Manfred Dubach,
Geschäftsführer des Aargauer Lehrerverbands (ALV) bestätigt den Lohnunterschied
von rund 1000 Franken gegenüber dem Kanton Zürich. «Die Lohndifferenz zwischen
dem Kanton Zürich und dem Kanton Aargau ist klar gegeben», sagt er. Zürich und
der Kanton Zug würden klar höhere Löhne auszahlen als die anderen Kantone.
Im Kanton Zürich werde
der Lohn nach Dienstalter ausbezahlt. Manfred Dubach sieht hier einen Vorteil
im Aargauer Lohnsystem. «Im Kanton Aargau wird der Lohn nach Alter und nicht
nach Dienstalter ausbezahlt, so ist der Kanton Aargau insbesondere für ältere
Quereinsteiger attraktiver», sagt er.
Seit 2011 gibt es an der
Fachhochschule Nordwestschweiz ein Studienprogramm für Quereinsteiger im
Lehrerberuf. «Für den Kanton Aargau ist dies sicher eine positive Entwicklung»,
sagt Dubach. Zahlen darüber, wie viele Quereinsteiger bereits jetzt tätig sind,
gebe es noch nicht. «Wir hoffen darauf, dass der Kanton Aargau diese
Statistiken machen lässt, sobald er die Möglichkeit dazu hat.»
Durchschnittsalter nimmt
weiter zu
Der Aargauische
Lehrerverband hat die Schulen darauf hingewiesen, ältere Lehrpersonen der
Oberstufe möglichst zu motivieren, auf den Sommer 2014 hin in den Ruhestand zu
treten. «Es ist meist nicht sinnvoll, wenn ältere Lehrpersonen, die nächstes
Jahr in Pension gehen würden, noch beschäftigt werden, während jüngere
Lehrpersonen mit Familien entlassen werden müssen», sagt er.
Der Aargauer
Lehrerverband weist die Schulen darauf hin, ältere Lehrpersonen aus der
Oberstufe möglichst zu motivieren, auf den Sommer 2014 hin in den Ruhestand zu
treten. «Es ist nicht sinnvoll, wenn ältere Lehrpersonen, die nächstes Jahr in
Pension gehen würden, noch beschäftigt werden, während jüngere Lehrpersonen mit
Familien entlassen werden müssen», sagt er.
Doch das
Durchschnittsalter der Lehrpersonen nehme weiterhin zu. In den nächsten Jahren
sei weiterhin mit einer Pensionierungswelle zu rechnen. Diese werde vor allem
an der Primarstufe und am Kindergarten zu spürbar sein.

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