12. Januar 2021

Linke Ansätze für bessere Berufsperspektiven

Der Kommentar vom 6. Januar 2021 zur Basler Schulsituation suggeriert, dass der Kanton das Platzproblem an der FMS am besten dadurch lösen sollte, dass mehr SchülerInnen nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre machen. Zu viele SchülerInnen würden heute auf der Sek-II-Ebene eine weiterführende Schule besuchen.

Der Basler SP-Nationalrat Mustafa Atici fürchtet eine Verdrängung der Leistungsschwächeren, Bild: Nicole Pont
Stark in der Schule, stark in der Lehre, BaZ, 12.1. von Mustafa Atici
Es stimmt, dass in Basel im Vergleich zu anderen Kantonen wenig SchulabgängerInnen eine Berufslehre absolvieren. Trotzdem greift der Lösungsansatz «Maturitätsquote drücken» zu kurz. Er lässt ausser Acht, dass die Gymnasialquote in Basel während der letzten Jahre durch zum Teil drastische Massnahmen schon erheblich gesenkt wurde. Auch ist fraglich, ob es in Basel genug Lehrstellen gibt, um einer viel grösseren Zahl von Basler SchulabgängerInnen eine gute Berufsperspektive geben zu können.

Durch ein Drücken der Quote der SchülerInnen an den Fachmittelschulen riskiert der Kanton, einen Verdrängungswettbewerb anzuheizen. Leistungsschwächere SchülerInnen drohen auf der Strecke zu blieben und am Schluss überhaupt keine Lehrstelle zu finden. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.

Statt mit der «Brechstange» die Maturitätsquote zu senken, sollte unser Augenmerk vielmehr darauf gerichtet sein, dass unsere Jugendlichen mit möglichst starken Qualifikationen aus der Schule kommen. Da liegt in Basel das Hauptproblem: Zu viele SchülerInnen erwerben die notwendigen Grundkompetenzen nicht. Das zeigen die interkantonalen Vergleichsstudien deutlich.

Das Ziel muss sein, dass mehr Basler Jugendliche als heute nach Abschluss ihrer obligatorischen Schulzeit fit für eine Lehre oder eine weiterführende Schule sind! Aber wie können wir unseren Jugendlichen zu einem besser gefüllten Schulrucksack verhelfen? Darüber lohnt es sich nachzudenken und zu diskutieren. Der Ausbau der Frühförderung, mehr Hausaufgabenunterstützung, mehr Spezialförderungen für die Leistungsschwachen in Deutsch und Mathematik, das sind gezielte und erfolgsversprechende Ansätze.

 

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