12. November 2020

Remo Largo ist tot

Der Schweizer Kinderarzt und Buchautor Remo H. Largo ist am Mittwoch im Alter von 76 Jahren verstorben. Dies geht aus einer Mitteilung seiner Familie hervor. Largo machte sich ab den 90er-Jahren als Autor von Erziehungsratgebern einen Namen, insbesondere sein Werk «Babyjahre» machte ihn berühmt.


Remo Largo verstarb am 11. November, Bild: Andrea Zahler

Remo Largo ist tot, Tages Anzeiger, 12.11.

Würdigung von Remo Largo durch Alain Pichard, condorcet.ch

Zum Tode von Remo Largo: Gelobt und konsequent ignoriert, Georg Geiger, condorcet.ch

Largo wuchs in Winterthur auf und besuchte hier die Schulen, die ersten sechs Jahre bei einem überforderten und gewalttätigen Pädagogen, wie er erzählte, bei dem er nahezu nichts gelernt habe. Später studierte er in Zürich und Los Angeles Medizin und Entwicklungspädiatrie. 

Ab 1978 leitete er die Abteilung Wachstum und Entwicklung an der Universitäts-Kinderklinik Zürich. Von 1987 bis 1993 war er Leiter der allgemeinen Poliklinik. Die von ihm mitdurchgeführten Zürcher Longitudinalstudien gehören zu den umfassendsten Studien in der Entwicklungsforschung weltweit.

Einem breiten Publikum wurde Remo H. Largo bekannt durch seine zahlreichen Bücher: Vor allem «Babyjahre» (1993) und «Kinderjahre» (1999) wurden zu Best- und Longsellern. Generationen von Kindern rund um den Globus – seine Werke erschienen selbst in China – wurden nach Largo erzogen.

Largo plädierte stets für einen achtsamen, liebevollen, geduldigen Umgang mit Kindern. Förderwahn war ihm ein Gräuel. «Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht» war eines seiner Lieblingssprichwörter. Auch plädierte er für die Abschaffung der Schulnoten, die er für pädagogisch unbrauchbar hielt.

Remo Largo hinterlässt Ehefrau, drei Töchter und neun Enkelkinder. Zuletzt lebte er in Uetliburg SG.

 

2 Kommentare:

  1. Remo Largo engagierte sich stark gegen den frühen Fremdsprachenunterricht an der Primarschule. Er war ein wichtiger Kopf im Kampf gegen unsinninge Schulreformen. Mit ihm verstummt eine Stimme, die auch in den Amtsstuben gehört wurde.

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    1. "... die auch in den Amtsstuben gehört wurde." Dem kann man beim besten Willen nicht zustimmen. Remo Largo wurde gerade in Kreisne der Bildungsbürokratie konsequent ignoriert oder höchstens sehr selektiv rezipiert.
      Alain Pichard condorcet.ch

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