Der Aargauische Lehrerinnen- und
Lehrerverband (alv) will sich mit einer Protestkundgebung in Aarau gegen den
Bildungsabbau und gegen die Sparrunden bei den Löhnen wehren. Der Verband
befürchtet, dass es der Bildung und den Lehrpersonen "an den Kragen
geht".
Aargauer Lehrerverband macht mobil gegen Bildungsabbau, sda, 14.9.
Eine ausserordentliche
alv-Delegiertenversammlung beschloss am Mittwochnachmittag in Aarau einstimmig,
die Protestkundgebung zu organisieren. Der Verband will der Politik klar
machen, dass die vom Regierungsrat vorgeschlagenen Abbaumassnahmen
"unverantwortlich" sind. Die Demonstration wird voraussichtlich am 8.
November stattfinden.
An der Versammlung im Grossratsgebäude
nahmen mehr als 130 Delegierte teil. In einer Aussprache wurde klar, dass die
Verärgerung an der Basis gross ist. Das Sparen führe zu einem Leistungsabbau,
hiess es.
Nicht nur der Kanton, sondern auch die
Gemeinden würden sparen. Die Bildung werde ausgehöhlt, sagte ein Lehrer. Die
Volksschule müsse gut bleiben.
Abbau der Qualität
befürchtet
alv-Präsidentin Elisabeth Abbassi
sagte, die Bildung werde an die Wand gefahren. Die Streichung von Lektionen
führe zu weniger Bildung, grössere Klassen führten zu weniger Betreuung, und
die Erhöhung der Pensen führe zu weniger Qualität.
Primarlehrer sei bereits ein
Frauenberuf - und er werde nun wegen des Abbaus zu einem Teilzeitjob. Wenn der
Grosse Rat den Vorschlägen des Regierungsrats zustimme, so handle das Parlament
"kriminell", sagte Abbassi. Dafür erntete sie Applaus.
Es sei ein Novum, dass der Kanton die
Pflichtstunden an der Volksschule reduzieren wolle, betonte Beat Petermann,
Co-Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter (VSL).
Auch mit einer Resolution will der
Lehrerverband gemeinsam mit dem VSL und dem Verband der Schulpflegepräsidenten
den Druck auf den Regierungsrat und das Kantonsparlament erhöhen.
Der Aargau habe sich mit seiner
verfehlten und kurzsichtigen Steuerpolitik in eine "verfahrene
finanzpolitische Situation" manövriert, heisst es in der Resolution. Was
der Aargau in den letzten Jahren gemacht habe, sei ruinös, sagte
alv-Geschäftsführer Manfred Dubach.
Die in der Folge wiederkehrenden
Abbaurunden hätten auf die Bildung der Kinder und Jugendlichen verheerende
Auswirkungen. Der Aargau sei als Arbeitgeber für Lehrpersonen nicht mehr
attraktiv. Die Nullrunden bei den Löhnen führten vor allem dazu, das jüngere
Lehrpersonen weniger verdienten.
Viele Lehrerinnen und Lehrer fänden in
anderen Kantonen bessere Arbeitsbedingungen vor und erhielten bis zu 30'000
Franken mehr Lohn pro Jahr.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen