Die Baselbieter Bildungsdirektion will die Schülerzahl in Sekundarschulklassen nicht erhöhen. Stattdessen sollen Schüler längere Wege in Kauf nehmen. Zudem werden Lehrer-Stellen abgebaut.
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| Klassen sollen konsequent Schulstandort-übergreifend gebildet werden, Bild: Keystone
Optimierung von Sek-Klassen kostet 40 Lehrer-Stellen, Basler Zeitung, 31.5.
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Die
Regierung hat am Mittwoch eine Änderung des Bildungsgesetzes in die
Vernehmlassung geschickt. Mit den vorgesehenen Anpassungen sollen bis 2020
insgesamt 19,4 Millionen Franken eingespart werden, wie es in einer Mitteilung
heisst.
Eine
Prüfung der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) habe
ergeben, dass auf eine Erhöhung der Schüler-Höchstzahl von 24 auf 26 verzichtet
werden könne, wenn die Klassen innerhalb der sieben Sekundarschulkreise
konsequent Schulstandort-übergreifend gebildet werden. Dazu müssten auch
Zuweisungen von Schülerinnen und Schüler an weiter entfernte Standorte
vorgenommen werden.
Mit der
Gesetzesänderung soll zudem in der Sekundarstufe I in Einzelfällen auch eine
Zuweisung an Schulstandorte ausserhalb des Schulkreises möglich werden.
Wegfallen soll die bisherige Richtzahl von 22 Schülerinnen und Schüler in den
ersten Klassen. In Einzelfällen soll auch die Höchstzahl überschritten werden
können.
Abbau von
über 40 Stellen
Auf
Sekundarstufe II, also an den Gymnasien und Fachmittelschulen, soll der
Anspruch wegfallen, diejenige Schule zu besuchen, die am nächsten zum Wohnort
liegt. Dort sei die Klassenbildung indes bereits weitestgehend optimiert und
könne nur noch vereinzelt durch eine Zusammenlegung von sehr kleinen oberen
Klassen verbessert werden.
Die
Anzahl kantonaler Sekundarklassen soll neu jährlich durch die BKSD festgelegt
werden, dies aufgrund der Budgetvorgaben des Landrats. Bei erschwerten
Unterrichtsbedingungen oder für die Dauer einer Überschreitung der Höchstzahl
in einer Klasse sollen zudem zeitlich befristete Zusatzlektionen, sogenannte
«SOS-Ressourcen», zur Verfügung gestellt werden können.
Auf der
Sekundarstufe I führt die vorgeschlagene Klassenoptimierung zu einem Abbau von
rund 36 Vollzeitstellen. Dabei würde es gemäss BKSD «aller Voraussicht nach»
auch zu Kündigungen kommen. Auf Sekundarstufe II sollen rund sechs Stellen abgebaut
werden, wie es weiter heisst. Die Vernehmlassung dauert bis zum 30. November.

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