7. Februar 2016

Pulver in Biel

Die Gegner des Lehrplans 21 sammeln derzeit Unterschriften für eine Volksinitiative gegen dessen Einführung. Zu ihnen gehört der Bieler Bildungspolitiker und Lehrer Alain Pichard (GLP), der sagt: «Vermessungswahn, Outputorientierung, Normierung und Standardisierung werden die Kreativität der Volksschule einschränken.» Der bernische Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) sieht das freilich anders. 
Pulver setzt sich Kritik aus, Bieler Tagblatt, 6.2. von Patrick Furrer


Zwar versteht er, dass das Projekt für Verunsicherung sorgt, das komme aber vor allem daher, dass vielen Leuten Informationen fehlen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Informiert hat der Erziehungsdirektor schon verschiedentlich, bisher vor allem die Lehrer. Nach einer Elternveranstaltung im November in Bern kommt Pulver nun diesen Montag nach Biel. Gut möglich, dass er sich kritischen Fragen stellen muss. Organisiert wird der Informationsabend vom Gesamtelternrat der Stadt Biel. Cristina Zimmermann, Präsidentin des Elternrats, besuchte bereits die Veranstaltung in Bern, die sie als «positiv» empfand. Es hätten viele Fragen von Zuhörern beantwortet werden können. Da aus Biel aber nur zwei Personen anwesend waren, habe sie den Erziehungsdirektor angefragt, ob er auch in Biel einen Themenabend führen könnte. 

Ängste abbauen 
Der Lehrplan 21 strebt die Harmonisierung des Schulwesens an. Eine Veränderung wird sein, dass künftig die Kompetenzorientierung und das Unterrichtsverständnis im Vordergrund stehen. Der Themenabend beleuchtet Fragen wie: Welche Auswirkungen hat der Lehrplan an den bernischen Schulen? Wie werden die Kompetenzen beurteilt? Wie wird der Lehrplan im Kanton Bern umgesetzt? Erziehungsdirektor Pulver will für die Umsetzung werben, aber auch Ängste abbauen. Nach seiner Aussage soll sich mit dem neuen Lehrplan nicht viel ändern, er sei weder besser noch schlechter als der alte. «Es geht darum, den gesetzlichen Anspruch der Harmonisierung umzusetzen», sagt Pulver. Auf jeden Fall bietet der Montagabend auch Kritikern Gelegenheit, sich an der Diskussion zu beteiligen. Für Alain Pichard ist es wichtig, dass ein objektives Bild entsteht. «Die Erziehungsdirektion liebt Auftritte, in denen sie ungestört von Gegenargumenten in ihrem Sinne informieren kann», sagt Pichard. Das sich mit dem Lehrplan 21 nicht viel ändere, sei nicht wahr. 

Info: Der Themenabend findet am Montag von 18.30 bis 20.30 Uhr in der Aula des Schulhaus Plänke statt. Anmeldungen sind erwünscht unter: annika.degen@bluewin.ch

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