Dass viele Junglehrer den Beruf schon während der Ausbildung oderim ersten Berufsjahr aufgeben, hängt nicht zwingend mit ihrer Persönlichkeit
zusammen. An vielen Pädagogischen Hochschulen wird momentan den Studierenden
der Wunsch, Kindern und Jugendlichen etwas beizubringen, gründlich
ausgetrieben. Anstatt teure Assessments für angehende Lehrer einzuführen,
sollten die Pädagogischen Hochschulen besser selber über die Bücher gehen. Die
von ihnen verbreiteten Theorien des «selbstorganisierten, kompetenzorientierten
und individualisierten Lernens», die es dem Lehrer verbieten, Stoff zu
vermitteln und mit den Schülern gemeinsam zu erarbeiten, und ihn zum Coach
degradieren, sind falsch und lassen die Schüler und auch die Lehramtsstudenten
im Stich. Die Pädagogischen Hochschulen sollen die angehenden Lehrer auf dem
Weg zu reifen Lehrerpersönlichkeiten begleiten und sie als erfahrene Kollegen
anleiten. Dann können die jungen Lehrer an ihrer schönen und anspruchsvollen
Aufgabe wachsen und zu Persönlichkeiten werden.
Leserbrief, NZZaS, 21.2. von Susanne Lienhard
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