Lehrplan 21 im Kanton Zürich, NZZ, 8.11. von Walter Bernet
Mit der Freigabe des überarbeiteten Lehrplans 21 beginnen auch im Kanton Zürich die Vorbereitungsarbeiten für die Umsetzung. Ziel ist eine über vier bis fünf Jahre gestaffelte Einführung des Lehrplans frühestens ab Schuljahr 2017/2018, wie Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamts, auf Anfrage sagt. Die Arbeiten werden im Januar 2015 aufgenommen. Dabei sollen alle Partner aus dem Umfeld der Schule einbezogen werden. Verfahren und Zeitpunkt werden vom Bildungsrat festgelegt. Mit Roland Fischer aus den eigenen Reihen und der jetzigen Co-Leiterin des Lehrplan-Projekts der D-EDK, Kathrin Schmocker, verfügt die Bildungsdirektion über eine mit dem Lehrplan 21 gut vertraute Projektleitung.
Vorgesehen ist, den Lehrplan 21 in der jetzt verabschiedeten Form so weit wie möglich zu übernehmen. Bereits heute entspricht die pro Schulfach erteilte Anzahl Lektionen über weite Strecken den zeitlichen Annahmen der Lehrplan-Macher. Im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten sollen auf breiter Basis unter anderem folgende Punkte geklärt werden:
Wie kann die Einführung zeitlich sinnvoll gestaffelt werden?Denkbar wäre es, im Sommer 2017 mit den kleinen Kindergärtlern, deren Lehrplan schon heute an Kompetenzen orientiert ist, zu beginnen und ein Jahr später gleichzeitig in der 1., 4. und 7. Klasse zu starten. So wäre der Lehrplan 21 in vier Jahren vollständig eingeführt.
Wie sollen die Fachbereiche und Fächer bezeichnet werden?Sollen etwa die bisherigen Fachbezeichnungen im Bereich Mensch und Umwelt beibehalten werden? Wie soll mit dem immer noch zum Teil von spezialisierten Haushaltlehrerinnen erteilten Hauswirtschaftsunterricht im Rahmen des Bereichs Wirtschaft, Arbeit, Haushalt umgegangen werden?
Verschiebt man den Beginn des Englischunterrichts von der 2. auf die 3. Primarklasse wie alle andern Kantone? Einen Vorentscheid dazu gibt es nicht, aber der «Geist der Harmonisierung» legt diese Verschiebung nahe.
Wie setzt man die Kompetenzorientierung in Unterricht, Beurteilung und Zeugnissen um? Laut Wendelspiess ist das Interesse der Lehrerschaft sehr gross, nimmt man die Teilnehmerzahlen an den bereits heute angebotenen Weiterbildungen zum Massstab. Kompetenzorientierte Lehrmittel liegen zum Beispiel für Deutsch und Mathematik schon vor, andere müssen geschaffen werden.
Weiterbildungen. Die nötigen Weiterbildungen sollen nicht zu zentral, nicht zu belastend und wenn immer möglich freiwillig sein. Den Schulleitungen kommt dabei eine wichtige Rolle zu.
Erste Weichenstellungen, so ist geplant, sollen vom Bildungsrat im April 2015 gefällt werden. Zu den im Kanton Zürich erarbeiteten Lösungen wird im Jahr 2016 eine offizielle Vernehmlassung durchgeführt.
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