Angriff auf die Souveränität
In der NZZ vom 4. 11. 14
weist der Aargauer Staatsschreiber Peter Grünenfelder auf verschiedene
föderalismusfeindliche Tendenzen der jüngsten Vergangenheit hin, u. a. auf die
durch Bundesgesetzgebung und Konkordate versuchte flächendeckende
Harmonisierung und Vereinheitlichung. Hier wäre als aktuelles Beispiel das
Wirken der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) anzuführen, welche via
Harmos-Konkordat versucht, die traditionell verankerte Schulhoheit der Kantone
auszuhebeln (erzwungene Einführung des Lehrplanes 21 und einer umstrittenen
Fremdsprachenregelung). Sie stützt sich auf den Bildungsartikel der
Bundesverfassung, der jedoch bei weitem keine derart tiefgreifende
Harmonisierung verlangt.
Leserbrief, NZZ, 26.11. von Bruno Nüsperli
Bemerkenswert
dabei ist die fehlende demokratische Legitimation für diesen Angriff auf die
Souveränität; die EDK als Institution wurde von keinem Parlament und keinem
Volk gewählt. Sie befindet sich allerdings in guter Gesellschaft, solange
Direktorenkonferenzen der kantonalen Finanz-, Bau- und Gesundheitsdepartemente
innerhalb und ausserhalb des «Hauses der Kantone» in Bern Ähnliches versuchen.
Hier den Finger anzusetzen und sowohl Föderalismus wie Subsidiaritätsprinzip zu
stärken, wäre ein lohnendes Betätigungsfeld für das Zentrum für Demokratie in
Aarau.
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