Neuer Vorschlag bereits in der Pipeline, Bild: Keystone
Keine flächendeckenden Tagesschulen in Schaffhausen, SRF Regional, 5.5. von Roger Steinemann
Familie und Beruf vereinbaren zu können, sei
für junge Familien ein zentraler Punkt, begründete Seraina Fürer ihren
Vorstoss. Der Zugang zu Tagesschulen sei deshalb unabdingbar. Ein sympathischer
Vorschlag fand Erziehungsdirektor Christian Amsler, allein, es fehle das Geld.
Ein Argument,
welches vor allem in den Reihen der Linken für Zündstoff sorgte. «Stattdessen
senken wir die Steuern für reiche Rentner» echauffierte sich zum Beispiel Jonas
Schönberger von der AL.
Schaffhausen sei gegenüber Zürich zehn Jahre
im Rückstand, betonte Werner Bechtold von der SP und setzte noch eins drauf:
«Ich höre immer nur Ausreden, warum es jetzt gerade nicht geht.» Amsler mochte
sich den Vorwurf, die Regierung schiebe das Thema auf die lange Bank, jedoch
nicht anhören. Man habe sich den Entscheid «bei Gott nicht leicht gemacht»,
ereiferte er sich.
Die SVP fand Tagesschulen per se überflüssig
und erging sich in teils drastischen Vergleichen. So meinte Walter Hotz:
«Ausbau öffentlicher Tagesschulen gleich inhumane, kollektive Fremdverwahrung.»
Die Debatte mutierte daraufhin endgültig zum
Schauplatz ideologischer Diskussionen um Weltbilder. Der Vorstoss selbst hatte
keine Chance und wurde mit 30 zu 22 Stimmen abgelehnt.
Die Regierung
kündete indes an, dass sie bereits einen Vorschlag zur Verbesserung der
Tagesstrukturen in der Schublade habe. Kostenpunkt: Vier Millionen Franken.
Spätestens wenn darüber diskutiert wird, dürfte es zu einer Neuauflage der
Debatte kommen.

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