Aufgrund
der flächendeckenden Einführung der Schulleitungen sei der Regierungsrat der
Meinung, dass die strategischen Aufgaben von ein und demselben Gremium, dem
Gemeinderat, übernommen werden müssten. Die Auflösung der Schulpflegen sei erst
für 2018 vorgesehen.
Bildungsdirektor Alex Hürzeler will 2018 die Auflösung der Schulpflegen, Aargauer Zeitung, 4.3. von Geri Hirt
«Schule
bewegt», hiess das Thema eines Seminars für Schulpflegen und Schulleitungen des
Bezirks Laufenburg. Regierungsrat und Bildungsdirektor Alex Hürzeler gab einen
Tour d`Horizon über die aktuellen Schulthemen, die deutlich aufzeigten, dass
die Schule sich bewegt.
Im
Zusammenhang mit den Sparbemühungen steht nicht zuletzt die Schule Aargau im
Fokus des allgemeinen Interesses. «Alle setzen sich für eine qualitativ gute
Schule ein, auch wenn die Meinungen voneinander abweichen», sagte der
informierende und zugleich für Verständnis werbende Bildungsdirektor
einleitend.
Briefflut
ans Bildungsdepartement
«Heute
ist die Bildung auch für die Politik ein grosses Thema, was vor zehn Jahren
kaum der Fall war», stellte Alex Hürzeler fest. Dies sei durchaus positiv zu
werten. Die Leistungsanalyse 2013 bewege unglaublich, ja flächendeckend, und
habe nicht zuletzt eine Briefflut, insbesondere an sein Departement für
Bildung, Kultur und Sport (BKS) ausgelöst, stellte Regierungsrat Hürzeler fest.
Der Regierungsrat habe für diese Reaktionen durchaus Verständnis.
Das
Entlastungspaket von insgesamt 120 Millionen Franken sei ausgewogen über alle
Departemente verteilt. Es sei eine grosse Aufgabe, anhand der Rückmeldungen dem
Parlament eine differenzierte Vorlage zu unterbreiten. Hürzeler warnte indessen
vor falschen Hoffnungen: «Am Gesamtplafond von 120 Millionen lässt sich nicht
rütteln.»
Die
Diskussion um die Finanzen überstrahle den Umstand, dass 2014 in Bezug auf die
Bildung ein historisches Jahr sei, nämlich die Umstellung auf das System 6:3,
also sechs Jahre Primarschule. Dass in dieser Frage ein Entscheid gefallen sei,
bezeichnete Bildungsdirektor Hürzeler «als eine Erlösung für das Schulsystem».
Die
Umstellung sei organisatorisch auf Kurs. Die Übergangslehrpläne, die bis 2018
Gültigkeit haben, sind bereit. In der 6. Primar werde in Bezug auf den
Französisch-Unterricht das heutige Angebot beibehalten und für die Löhne der
Lehrpersonen gelte für die nächsten sechs Jahre Besitzstandsgarantie. Die
Möglichkeit von Frühpensionierungen bestehe, werde jedoch restriktiv
gehandhabt.
Schulpflegen
abschaffen?
Aufgrund
der flächendeckenden Einführung der Schulleitungen sei der Regierungsrat der
Meinung, dass die strategischen Aufgaben von ein und demselben Gremium, dem
Gemeinderat, übernommen werden müssten. Die Auflösung der Schulpflegen sei
indessen erst für 2018 vorgesehen.
Hürzeler
verwies auf die Möglichkeit, in den Gemeinden als Ersatz entsprechende
Kommissionen zu bilden. Unbestritten sei die Auflösung des Erziehungsrates,
während der Abschaffung der Bezirksschulräte Widerstand begegne. Der
Regierungsrat überlege sich in dieser Sache eine andere Lösung, erklärte
Hürzeler.
Das
Projekt Lehrplan 21 sorge auf nationaler Ebene für Bewegung, sagte der
Bildungsdirektor. Der Aargau begrüsse grundsätzlich dieses Projekt, fordere
jedoch «substanzielle Änderungen». Betreffend Überarbeitung und Zeitplan
entscheide die Erziehungsdirektoren-Konferenz. Eine Umsetzung sei frühestens
auf August 2017 zu erwarten.
Diskussion
bleibt unbenutzt
Regierungsrat
Hürzeler sprach auch die Volksinitiative «Ja zu Mundart im Kindergarten» an.
Der Regierungsrat empfehle, den Anteil an Hochdeutsch von 50 Prozent auf einen
Drittel zu senken. Hürzeler verwies auf die Wichtigkeit der Sprachkompetenz
beim Übertritt in die erste Klasse.
Das
Referat des Bildungsdirektors stiess bei den rund 90 anwesenden Mitgliedern von
Schulpflegen und Schulleitungen auf starkes Interesse und hinterliess
offensichtlich keine Fragen, wie die unbenutzte Diskussion zeigte. Im zweiten
Teil vermittelten Fachleute des Kantons in Workshops Informationen zu
rechtlichen Fragen, Qualitätsmanagement oder Kommunikation.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen