Wie lange sollen die Kinder den
bildungspolitischen Fehlentscheid mit der Einführung einer zweiten Fremdsprache
auf der Primarschule noch ausbaden? Die tollen Versprechungen mit dem leichten
Lernen zweier Fremdsprachen haben sich für die meisten Primarschüler nicht
erfüllt. Zu Recht halten die Lehrer fest, dass die zwei wöchentlichen Lektionen
pro Fremdsprache nicht ausreichen, um in beiden Sprachen wirklich vorwärtszukommen.
Manche Lehrerpersonen benützen Realienstunden und andere wertvolle Fächer, um
den sprachenlastigen Lehrplan
einigermassen einhalten zu können. Dabei würden die meisten Kinder lieber mehr
aus der lebendigen Vielfalt der Realienfächer wie Geschichte oder Naturkunde
erfahren. Doch die Lehrpersonen werden laufend mit neuen
didaktischen Rezepten für den Fremdsprachenunterricht auf Trab gehalten und
haben kaum Zeit, sich in Themen weiterzubilden, welche einen nachhaltigeren
Lernerfolg bringen.
Die Politik hat sich in der Fremdsprachenfrage
verrannt. Zwei Fremdsprachen für die Primarschule bringen im Verhältnis zum
Aufwand für die meisten Schüler deutlich zu wenig und gehen auf Kosten anderer
wichtiger Lerninhalte. Die Kantone sollen sich beim Lehrplan 21 zusammenraufen
und endlich eine mutige Entscheidung treffen, die keine frustrierten Schüler
und Lehrpersonen hinterlässt.
Hanspeter Amstutz kämpft für eine vernünftige Lösung in der Sprachenfrage, Bild: Winterthurer Zeitung
Quelle: Hanspeter Amstutz
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