So viel aber auch zur Illusion der hohen Damen und vor allem
Herren in Sachen Erziehung. Tatsache nämlich ist: All die aufgegleisten
Reformen erweisen sich bei nicht mal näherer Betrachtung als Riesenflop!
Alle bisherigen Reformen waren ein Flop! Basler Zeitung, 1.11. von Daniel Vuilliomenet
Nach uns die Sintflut
Die frühe Einschulung ab dem vollendeten vierten Lebensjahr zum
Beispiel führt dazu, dass die Kinder alle schulischen Herausforderungen und
Ansprüche ein Jahr früher bewältigen müssen als vor Harmos. Das zieht laut
Berichterstattung der BaZ mehr
Repetitionen nach sich und erklärt – gekoppelt mit oft viel zu hohen
Erwartungen vor allem seitens der Eltern – wahrscheinlich auch den kürzlich
beleuchteten Anstieg von Burn-outs bei Schülerinnen und Schülern.
Dazu kommt der frühere Abschluss der obligatorischen Schulzeit im
Alter von 15, was sich bei der Lehrstellensuche als Handicap erweist. Den
Experten in Sachen Erziehung ist bzw. war das offenbar völlig egal. Die im
Übrigen nie demokratisch legitimierte Konferenz wird nach Vollbringung ihrer
pädagogischen Schandtaten aufgelöst – nach uns die Sintflut.
Fehlerhafte Unterlagen
Auch das Sprachenkonzept «Passepartout» und die schwammigen
Kompetenzformulierungen des Lehrplans 21, gekoppelt mit dem kategorischen
Imperativ des selbstorganisierten Lernens, sind nichts anderes als delegierende
Verantwortungslosigkeit einer pseudomodernen Ego-Gesellschaft. Viele Eltern und
Schülerinnen und Schüler berichten in einschlägigen Foren, wie es wirklich
zugeht in den sogenannten Lernlandschaften. «Huere vill hänge hie eifach ab u
mache nüt» ist ein viel zitiertes Statement einer Sekundarschülerin.
Arbeiten werden nicht mehr korrigiert, auch das müssen die Kinder
und Jugendlichen selbst tun. Das führt unter Umständen zu fehlerhaften
Unterlagen in den Schulheften, die wiederum Basis sind für die Vorbereitung von
Prüfungen. An einem kürzlich abgehaltenen Anlass zum Lehrplan 21 und seinen
Exzessen legte eine verzweifelte Mutter dar, wie sie das «Laisser-faire» an der
Schule ihres Kindes erlebt, alles unter dem Motto «Stärkung der
Selbstkompetenz».
Das Gegenteil von Integration
Zu guter Letzt die sogenannte Integration, die oftmals keine ist:
Integrierte Kinder werden immer wieder ausserhalb der Klasse betreut durch
Heil- und Sozialpädagoginnen. Doch dadurch wird genau das Gegenteil von
Integration erreicht, nämlich Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dies abzusehen,
hätte mehr vorausgesetzt als ein unreflektiertes Nachbeten postmoderner
Erziehungsmantras.
Mein Fazit: Die Erziehungsdirektorenkonferenz war, ist und bleibt
ein Unding, deren Protagonisten aufs Schändlichste versagt haben!
Daniel Vuilliomenet ist Sekundarlehrer in Ettingen.
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