1. November 2018

EDK ist und bleibt ein Unding!

Nun ist sie also nicht mehr nötig, die Erziehungsdirektorenkonferenz. Harmos sei aufgegleist bzw. bereits gelebte Realität und der Lehrplan 21 in 21 Kantonen umgesetzt. So weit die Berichterstattung der BaZ über das Communiqué der EDK zur Auflösung ihrer Existenz. («Die Eltern sollen den Schulstart bestimmen» und «Erziehungsdirektorenkonferenz wird aufgelöst» in der BaZ vom 30.Oktober 2018.)
So viel aber auch zur Illusion der hohen Damen und vor allem Herren in Sachen Erziehung. Tatsache nämlich ist: All die aufgegleisten Reformen erweisen sich bei nicht mal näherer Betrachtung als Riesenflop!
Alle bisherigen Reformen waren ein Flop! Basler Zeitung, 1.11. von Daniel Vuilliomenet


Nach uns die Sintflut
Die frühe Einschulung ab dem vollendeten vierten Lebensjahr zum Beispiel führt dazu, dass die Kinder alle schulischen Herausforderungen und Ansprüche ein Jahr früher bewältigen müssen als vor Harmos. Das zieht laut Berichterstattung der BaZ mehr Repetitionen nach sich und erklärt – gekoppelt mit oft viel zu hohen Erwartungen vor allem seitens der Eltern – wahrscheinlich auch den kürzlich beleuchteten Anstieg von Burn-outs bei Schülerinnen und Schülern.

Dazu kommt der frühere Abschluss der obligatorischen Schulzeit im Alter von 15, was sich bei der Lehrstellensuche als Handicap erweist. Den Experten in Sachen Erziehung ist bzw. war das offenbar völlig egal. Die im Übrigen nie demokratisch legitimierte Konferenz wird nach Vollbringung ihrer pädagogischen Schandtaten aufgelöst – nach uns die Sintflut.

Fehlerhafte Unterlagen
Auch das Sprachenkonzept «Passepartout» und die schwammigen Kompetenzformulierungen des Lehrplans 21, gekoppelt mit dem kategorischen Imperativ des selbstorganisierten Lernens, sind nichts anderes als delegierende Verantwortungslosigkeit einer pseudomodernen Ego-Gesellschaft. Viele Eltern und Schülerinnen und Schüler berichten in einschlägigen Foren, wie es wirklich zugeht in den sogenannten Lernlandschaften. «Huere vill hänge hie eifach ab u mache nüt» ist ein viel zitiertes Statement einer Sekundarschülerin.

Arbeiten werden nicht mehr korrigiert, auch das müssen die Kinder und Jugendlichen selbst tun. Das führt unter Umständen zu fehlerhaften Unterlagen in den Schulheften, die wiederum Basis sind für die Vorbereitung von Prüfungen. An einem kürzlich abgehaltenen Anlass zum Lehrplan 21 und seinen Exzessen legte eine verzweifelte Mutter dar, wie sie das «Laisser-faire» an der Schule ihres Kindes erlebt, alles unter dem Motto «Stärkung der Selbstkompetenz».

Das Gegenteil von Integration
Zu guter Letzt die sogenannte Integration, die oftmals keine ist: Integrierte Kinder werden immer wieder ausserhalb der Klasse betreut durch Heil- und Sozialpädagoginnen. Doch dadurch wird genau das Gegenteil von Integration erreicht, nämlich Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dies abzusehen, hätte mehr vorausgesetzt als ein unreflektiertes Nachbeten postmoderner Erziehungsmantras.
Mein Fazit: Die Erziehungsdirektorenkonferenz war, ist und bleibt ein Unding, deren Protagonisten aufs Schändlichste versagt haben!

Daniel Vuilliomenet ist Sekundarlehrer in Ettingen.


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