Zur Zeit wird die Initiative «Für nur eine Fremdsprache an der
Primarschule» im Zürcher Kantonsrat diskutiert, ich habe das Vergnügen,
Mitglied der vorberatenden Kommission für Bildung und Kultur zu sein. Was die«NZZ am Sonntag» aufdeckte, stimmt genau: Die Studie von Frau Pfenninger wird
von den meisten Politikerinnen, inklusive der Zürcher Bildungsdirektion, mit
Verachtung gestraft. Hinter verschlossener Kommissionstür noch mehr als
öffentlich.
Zum Debakel stehen, 19.9. von Matthias Hauser
Der Grund für diese wissenschaftsfeindliche Haltung ist einfach: Die
Studie belegt, was die Praxiserfahrung von Lehrerinnen und Lehrern schon lange
zeigte, was auch Eltern erfahren, was Kinder spüren: Solide
Erstsprachenkenntnisse sind wichtiger für das effiziente Lernen einer
Fremdsprache, als der frühe Beginn. Strukturiertes Denken ist effizienter als
stündchenweises Spielen. Fremdsprachenlernen muss intensiv sein. Wer
Frühenglisch hatte - logisch - kennt zu Beginn der Sekundarstufe mehr Wörter
und ist kommunikativer - wer nicht Frühenglisch hatte ist strukturierter,
korrekter und holt die Kommunikativeren bald auch in Gesprächen ein. Und die
Studie zeigt noch etwas: Kinder mit Frühenglisch sind schlechter im
Deutsch.
Unangenehm für jene, die mit viel Geld Lehrmittel angeregt und den
Gemeinden verkauft haben, die Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet haben, die
Stundenpläne umgestellt haben: Das teure Produkt schadet den Kindern. Logisch,
dass man ein solches Resultat lieber unter dem Deckel behält.
Gibt es eine Lösung? Nun, man soll zu dem Debakel stehen. Man soll das
für viele Kinder motivierende Englisch (motivierend ist es, auch das zeigte die
Studie) für die Sekundarstufe aufheben. Man soll vorher besser und intensiver
Deutsch lernen. Und Französisch ist da ja auch noch. Zwei Sprachen schreiben
lernen in der Primarschule statt drei. Ich glaube, das reicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen