Keine Frage: Die Abschaffung der Hausaufgaben hätte nur Vorteile. Nie
mehr Zoff mit der achtjährigen Rabaukin um ungemachte «Ufzgi» – der
Weltfrieden kehrt ein im Elternhaus! Ein eigenes Pult, das der Nachwuchs
sowieso mit Plastiktierchen vollmüllt, braucht man ihm auch nicht mehr
hinzustellen. Endlich keine Filzstiftspuren und Radiergummireste mehr auf dem
Esstisch. Endlich haben selbst diejenigen Kinder eine echte Chance auf
Chancengleichheit, wenn sie weder von einer Nanny noch von einem Hausmann oder
einer Hausfrau dauerumsorgt werden.
Sollen Hausaufgaben abgeschafft werden? Tages Anzeiger, 29.8. von Edgar Schuler
Mumpitz.
Von den vielen klugen Argumenten für die Hausaufgaben nur dieses:
«Ufzgi» sind die beste Verbindung von der Schule ins Zuhause und umgekehrt. Eltern
aller Schichten lernen, dass es für den Schulerfolg auch ihr Engagement
braucht – und sei es nur, um der Lehrerin mitzuteilen, dass die Aufgaben
diese Woche eben nicht zu schaffen waren. Kinder lernen, wie viel sie
selbstständig machen können und wie viel Unterstützung sie von zu Hause
erwarten dürfen. Sie lernen vielleicht sogar, sich mit Kolleginnen und Kollegen
zu organisieren. Lehrerinnen und Lehrer lernen, die Aufgaben richtig zu
dosieren. Und wenn wegen der Hausaufgaben mal ein Kindergeburtstag abgekürzt
werden muss oder ein paar Stunden Gamen draufgehen: willkommen in der total
normalen Welt der begrenzten Möglichkeiten!
Tagesschulen, Horte und betreute Hausaufgabenstunden machen den «Ufzgi»
am Esstisch sowieso nach und nach den Garaus. Es besteht kein Grund, das
Verschwinden zu beschleunigen.
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