30. August 2016

Hausaufgaben abschaffen? Nein!

Keine Frage: Die Abschaffung der Hausaufgaben hätte nur Vorteile. Nie mehr Zoff mit der achtjährigen Rabaukin um ungemachte «Ufzgi» – der Weltfrieden kehrt ein im Elternhaus! Ein eigenes Pult, das der Nachwuchs sowieso mit Plastiktierchen vollmüllt, braucht man ihm auch nicht mehr hinzustellen. Endlich keine Filzstiftspuren und Radiergummireste mehr auf dem Esstisch. Endlich haben selbst diejenigen Kinder eine echte Chance auf Chancengleichheit, wenn sie weder von einer Nanny noch von einem Hausmann oder einer Hausfrau dauerumsorgt werden.
Sollen Hausaufgaben abgeschafft werden? Tages Anzeiger, 29.8. von Edgar Schuler


Mumpitz.

Von den vielen klugen Argumenten für die Hausaufgaben nur dieses: «Ufzgi» sind die beste Verbindung von der Schule ins Zuhause und umgekehrt. Eltern aller Schichten lernen, dass es für den Schulerfolg auch ihr Engagement braucht – und sei es nur, um der Lehrerin mitzuteilen, dass die Aufgaben diese Woche eben nicht zu schaffen waren. Kinder lernen, wie viel sie selbstständig machen können und wie viel Unterstützung sie von zu Hause erwarten dürfen. Sie lernen vielleicht sogar, sich mit Kolleginnen und Kollegen zu organisieren. Lehrerinnen und Lehrer lernen, die Aufgaben richtig zu dosieren. Und wenn wegen der Hausaufgaben mal ein Kindergeburtstag abgekürzt werden muss oder ein paar Stunden Gamen draufgehen: willkommen in der total normalen Welt der begrenzten Möglichkeiten!

Tagesschulen, Horte und betreute Hausaufgabenstunden machen den «Ufzgi» am Esstisch sowieso nach und nach den Garaus. Es besteht kein Grund, das Verschwinden zu beschleunigen.


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