Der Einsatz des Berner Regierungsrates soll "im Rahmen seiner Möglichkeiten" erfolgen, Bild: Michael Schneeberger
Grossratskommission setzt sich für mehr Französischunterricht ein, Bund, 25.11.
Die
Bildungskommission des Grossen Rats verlangt in einer Motion nach Unterricht in
Französisch in den Primarschulen der Deutschschweiz. Die Motion ist vom Büro
des Grossen Rats für dringlich erklärt worden und wird deshalb bereits im
Januar 2015 behandelt. Das teilte der Grosse Rat am Dienstag mit. Hintergrund
des Vorstosses ist, dass es Bestrebungen einiger Deutschschweizer Kantone gibt,
Französisch als Fremdsprache erst auf der Oberstufe einzuführen.
Das widerspricht nach
Ansicht der Bildungskommission der 2004 von der Schweizerischen Konferenz der
kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) verabschiedeten Sprachenstrategie. Diese
sieht vor, dass eine erste Fremdsprache ab dem 3. und eine zweite Fremdsprache
spätestens ab dem 5. Schuljahr unterrichtet wird. Ob zuerst eine Landessprache
oder Englisch unterrichtet wird: Das können die Kantone selber entscheiden.
Als zweisprachiger Kanton
hat Bern nach Ansicht der Kommission ein Interesse und die Verantwortung, sich
für das Französische in der Primarschule zu engagieren. Sie will mit dem
Vorstoss ein Zeichen für den Französischunterricht an der Primarstufe in der
Deutschschweiz setzen. Der Regierungsrat soll laut der Mitteilung mit der
Motion verpflichtet werden, sich «im Rahmen seiner Möglichkeiten» für den
Unterricht einer zweiten Landessprache einzusetzen. Erst vor ein paar Tagen,
Ende Oktober, hat sich die EDK hinter die Sprachenstrategie von 2004 gestellt -
allerdings nicht einstimmig. Die EDK zählte zwei Gegenstimmen.

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