Es ist eine Freude, wie mutig, klar und
konsequent die beiden Journalisten das Thema um die mangelnde Rechtschreibung
angehen. Eigentlich müsste man eher von Schlechtschreibung sprechen. Seit
Jahren müssen Lehrkräfte an den Volksschulen ihren jungen Primarschülern die
korrekte deutsche Schreibweise vorenthalten. Ob in späteren Schuljahren darauf
Wert gelegt wird, ist nach meiner Erfahrung ein reiner Glücksfall. (Wie sieht
das nur bei den Fremdsprachen aus? Kann man Deutsch nicht können, Englisch und
Französisch aber doch? Ich meine, nein). Dieser Mangel stellt ein grosses
Problem dar für die reale Berufswelt. Eine Ärztin erzählte unlängst, sie könne
ihre Praxisassistentin heikle medizinische Daten und Berichte nicht
unkorrigiert ablegen oder versenden lassen. Schreibfehler würden gelegentlich
den Sachverhalt derart verfremden, dass die Folgen fatal wären. Tragisch! Das
Beispiel Nidwaldens zeigt, dass wirre Schulreformen jederzeit erkannt, benannt
und korrigiert werden können. Dabei nicht fehlen darf das offene Gespräch mit
der ganzen Bevölkerung. Den Schlammassel tragen müssen nämlich alle: als
Eltern, als Schuljugend, als Berufs- und Studieneinsteiger, als Berufsleute,
als Berufsbildner, als ganze Gesellschaft.
Schreiben nach Gehör - grosses Problem für die Berufswelt, Luzerner Zeitung, 2.11. Leserbrief von Claudia Meier-Preuschoff
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen