4. November 2018

Ganze Bevölkerung leidet unter Rechtschreibe-Chaos


Es ist eine Freude, wie mutig, klar und konsequent die beiden Journalisten das Thema um die mangelnde Rechtschreibung angehen. Eigentlich müsste man eher von Schlechtschreibung sprechen. Seit Jahren müssen Lehrkräfte an den Volksschulen ihren jungen Primarschülern die korrekte deutsche Schreibweise vorenthalten. Ob in späteren Schuljahren darauf Wert gelegt wird, ist nach meiner Erfahrung ein reiner Glücksfall. (Wie sieht das nur bei den Fremdsprachen aus? Kann man Deutsch nicht können, Englisch und Französisch aber doch? Ich meine, nein). Dieser Mangel stellt ein grosses Problem dar für die reale Berufswelt. Eine Ärztin erzählte unlängst, sie könne ihre Praxisassistentin heikle medizinische Daten und Berichte nicht unkorrigiert ablegen oder versenden lassen. Schreibfehler würden gelegentlich den Sachverhalt derart verfremden, dass die Folgen fatal wären. Tragisch! Das Beispiel Nidwaldens zeigt, dass wirre Schulreformen jederzeit erkannt, benannt und korrigiert werden können. Dabei nicht fehlen darf das offene Gespräch mit der ganzen Bevölkerung. Den Schlammassel tragen müssen nämlich alle: als Eltern, als Schuljugend, als Berufs- und Studieneinsteiger, als Berufsleute, als Berufsbildner, als ganze Gesellschaft.
Schreiben nach Gehör - grosses Problem für die Berufswelt, Luzerner Zeitung, 2.11. Leserbrief von Claudia Meier-Preuschoff


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