Der Zürcher Stadtrat plant mit dem Projekt "Verwaltungs- und Behördenentwicklung" (VBE) einen markanten Abbau demokratischer Strukturen im städtischen Schulwesen.
Stadtrat will Demokratieabbau an den Zürcher Schulen, Zürcher Bote, 17.6. von Daniel Regli (Gemeinderat SVP Zürich 11)
Die
Autonomie der Schulkreise soll aufgehoben und die Führung der Zürcher Schule
zentralisiert werden. Zudem will das Schuldepartement die Milizaufsicht durch
das Volk zurückstutzen, indem man die «Schulkommission für Sonderschulen und
sonderpädagogische Angebote» (SK SsA) auflöst. Die geplante Neuordnung bedarf
einer Volksabstimmung. Vorsorglich hat der Stadtrat darum im April 2016 eine
Vernehmlassung bei den politischen Parteien sowie den Lehrerund
Elternvereinigungen gestartet.
Wollen wir eine Staatsschule statt
Volksschule?
Die 66
Seiten des Weisungsentwurfs kommen zwar gewichtig daher. Im Kern geht es aber
lediglich um den Demokratieabbau bei den Schulkreispräsidien und die
Abschaffung der SK SsA. Als vom Gemeinderat gewählte Miliz-Kommission
beaufsichtigt und führt die SK SsA bisher drei städtische Sonderschulen sowie
das umfassende Angebot der therapeutischen Massnahmen in den Regelschulen
(Logopä- die, Psychomotorik). Die SK arbeitet autonom auf derselben
Kompetenzstufe wie die Stadtregierung. Nun moniert der Stadtrat, es gäbe
Doppelspurigkeiten sowie unklare Führungskompetenzen. Zudem sei es das Gebot
der Stunde, die SK SsA in einen einheitlichen Schulbetrieb zu integrieren. Die
SK sei ein Indiz für Separation. Darum will die Stadtregierung die 17-köpfige
Kommission kurzerhand abschaffen. Zwingende Gründe dafür gibt es nicht.
Strukturelle Probleme können ohne Weiteres durch Optimierungen der Abläufe
behoben werden. Die bisher durch Milizpersonen ausgeübte Aufsicht jedoch kann
nicht ohne Schaden auf eine geplante Stabstelle im Schulamt übertragen werden.
Die Exekutive würde immer mehr von ihren «eigenen» Leuten kontrolliert statt
von externen Personen. So mutiert die Volksschule zur Staatsschule. Der
kritische Blick des Volks auf die Vorgänge in den Zürcher Schulen würde
abgebaut. Wertvolle Kompetenzen gingen verloren. Die Abläufe würden
schwerfälliger. Die Bürokratie würde im Schulamt wachsen und sich verteuern.
Alles zulasten der Kinder, der Lehrerschaft und der Steuerzahler.
Zentrale Führung der Schulkreise
Einen
zweiten massiven Abbau von Demokratie plant der Stadtrat bei den
Kreisschul-Präsidien. Bisher hatten die vom Volk gewählten Schulpräsidenten/
-innen eine gewisse Handlungsfreiheit in der Führung ihrer Schulkreise. Nun
will der Stadtrat die Autonomie der Schulkreise aufheben. Neu soll es gemäss
dem Projekt VBE ein zentrales Gremium geben, in welchem die Prä-
sidenten/-innen der Schulkreise unter der Leitung des Schulvorstands vereint
werden. Die Schulkreise unterstehen dann einer zentralen Führung. Eltern und
Lehrerschaft haben ihre Ansprechpartner nicht mehr im Schulkreis, sondern in
einem Verwaltungsbau im Stadtzentrum. Die Wege werden länger, die Kommunikation
schwieriger. Eine erneute Dezentralisierung wird bald einmal unumgänglich. Die
Macht bleibt im Zentrum, die Ausführung wird wieder an die Schulkreise
delegiert. Höchst undemokratisch!
SVP wehrt sich gegen die sozialistische
Schulpolitik
Das
Projekt VBE ist abzulehnen. Die SVP wehrt sich in der Vernehmlassung, in der
darauf folgenden Behandlung der Weisung im Gemeinderat sowie im Vorfeld der
Volksabstimmung vehement gegen die weitere Zerstörung demokratischer Strukturen
in der Zürcher Schule. Das Stimmvolk wird aufgerufen, an der Urne korrigierend
einzugreifen. Generell kann die Schulpolitik des Zürcher Stadtrats nicht
hingenommen werden! Statt Familienund Volksrechte zu stärken, arbeitet der
Stadtrat an einem sozialistischen Schulsystem. Man fördert exzessiv den
Betreuungswahn ab Babyalter. Man verspricht Tagesschulen in der ganzen Stadt
trotz immensen Kosten. Eltern und Kinder, die sich diesem linken
Wohlfühlprogramm widersetzen, werden bedrängt und genötigt. Der Stadtrat
beabsichtigt nichts anderes, als die Kinder aus den Familien herauszulösen, um
sie im «Lebensraum Schule» dem staatlichen Einfluss auszusetzen.
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