Bisher
konnte man in Sachen Schule den Behörden vertrauen. Doch der Unmut wächst, das
zeigen die zahlreichen Initiativen zum Bildungswesen deutlich. Die Schule geht
uns alle etwas an. Ein unerprobtes Schul-Experiment auf Kosten der Kinder – das
geht zu weit. Da gehört eine Korrektur hin. Kritische Stimmen werden lauter und
zahlreicher: Im Kanton Basel-Land, wo schon seit einigen Jahren nach dem
umstrittenen Lehrplan 21 unterrichtet wird, stimmte die Bevölkerung mit einem
deutlichen Ja dafür (84 %), dass Jahresziele und Themen wieder klar definiert
sind.
Höchste Zeit für eine Denkpause, Südostschweiz, 29.10. Leserbrief von Elisabeth Calcagnini
Zunehmend werden unstrukturierte und einseitig ideologische Lehrmittel
angeprangert. Gegen ein untaugliches, mit dem Lehrplan 21 kompatibles
Französischlehrmittel laufen viele Lehrpersonen in den Kantonen Solothurn und
Baselland Sturm. Recherchen der NZZ haben ergeben, dass in den Lehrmitteln des
Kantons Zürichs das Gebot der politischen Neutralität wenig bis gar nicht
beachtet wurde. Im Tessin sagte die Bevölkerung am 23. September Nein zu einem
Schulversuch, der die «scuola che verrà», das Pendant zum Lehrplan 21, erst
einmal erproben wollte.
Seit über
zwanzig Jahren dauert nun diese nicht endende Reformflut. Selbst
Bildungsforscher können die Frage nach den Resultaten nicht beantworten, was im
Klartext heisst, es sind keine positiven Ergebnisse zu verzeichnen. In
Deutschland fällt die Bilanz nach über zehn Jahren Erfahrung mit der
Kompetenzorientierung vernichtend aus. Die Folgen sind dramatisches Schwinden von
Wissen und Können.
Trotz
dieser alarmierenden Zeichen und Ergebnisse passen die Deutschschweizer Kantone
ihr Bildungswesen freiwillig genau diesen von aussen gesteuerten Reformen an.
Schritt für Schritt entfernen die zuständigen Bildungsgremien sich damit von
unserer erfolgreichen Volksschule.
Man
sollte es zur Kenntnis nehmen: Der Wind hat sich bereits gedreht. Mit einem Ja
zur Doppelinitiative zu mehr Mitsprache im Bildungswesen kann die Bevölkerung
nun signalisieren, dass es höchste Zeit ist für eine Denkpause. Im bereits
eingeführten Lehrplan 21 können ohne grossen Aufwand Inhalte und Jahresziele
definiert werden. Das Schulwesen ist einer der wichtigsten Bereiche unseres
gesellschaftlichen Lebens, da wollen wir die Eigenständigkeit bewahren. Diese Initiative
zeigt einen gangbaren Weg auf, damit unsere Schule gut bleibt und sich
vernünftig weiter entwickeln kann.
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