Denkpause Lehrplan 21 GR

Ergänzungen zum Dossier der GL des LEGR
zu den Bündnern Initiativen "Mitsprache bei Bildung und Lehrplänen" von Markus Niederdorfer, 24.9. 2017

An der diesjährigen Delegiertenversammlung des LEGR vom 27. September 2017 steht die Doppelinitiative auf dem Programm. Wie aus den Unterlagen zu entnehmen ist, soll diese von den Delegierten aufs härteste abgestraft werden. Doch damit nicht genug. Diese Initiative ist so gefährlich, dass aus der Vereinskasse Geld gesprochen werden soll: Für die Vorbereitung und die Umsetzung des Abstimmungskampfes gegen die Doppelinitiative bewilligt sie für das Vereinsjahr 2017/18 Fr. 20‘000.- aus der Projektkasse. Das Budget 2018/19 wird an der folgenden Delegiertenversammlung bestimmt.

Die Anträge der GL b-d sind zurückzuweisen oder abzulehnen
Gemäss Statuen Art. 15 heisst es, dass zur Aufgabe der Delegiertenversammlung die Beschlussfassung über verbandspolitische Grundsätze und Rahmenbedingungen der Verbandstätigkeit[1] sei.

Die Initiativen, wie sie im Wortlaut stehen, greifen in keiner Art und Weise die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen im Kanton Graubünden an. Sie stehen auch nicht im Widerspruch zu den Standesregeln des LCH. Weiter nehmen sie keinen Einfluss auf die Struktur des Unterrichtes.

Was man vorwerfen kann ist, dass sie zu einem offenen Dialog aufrufen, der darin endet, dass das Stimmvolk über seine Volksschule mitentscheiden kann. Dies entspricht einem Urbedürfnis des Bündners und des Schweizers.

20'000 Franken Pauschalbudget nur zur Vorbereitung des Abstimmungskampfes, zeigt deutlich, dass die GL jeglichen Bezug zur Realität verloren hat.  Ich erinnere an dieser Stelle an die Pressemitteilung der GL des LEGR zum LP21GR-Entscheid durch die Regierung… einige Kröten mussten wir schlucken.

Weiter an die vielen Informationsschreiben(Newsletter), bei denen man mit den Forderungen im Bereich Lehrmittel -über alle Stufen und Fächer-  mit fadenscheindigen Gründen abgespeist wurde.  Das EKUD verwies auf die EDK, auf Harmos… die Resonanz war wirklich nicht so gross, wenn ich den Lehrpersonen glaube, die mir im Vieraugengespräch von solchen Hearings berichteten. Der LEGR vertritt gewerkschaftliche Interessen. Gemäss seinen Statuten sucht er den Dialog mit dem EKUD, dem AVS, SLV, SLBV…  Dies bedeutet aber nicht, dass er Vereinsgeld für Propaganda-Zwecke verschwenden muss.

Es mag ja sein, dass der LEGR gemäss Statuten Art. 2.3 handelt und sich als Resonanzpartner im wahrsten Sinne der Wortbedeutung, nämlich als "Körper der mit einem anderen mitschwingt“, sieht.  Die Folge davon ist, dass "rote Linien" ständig überschritten, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten vermischt werden und es wirklich nicht mehr erstaunt, dass die GL des LEGR nebst einem finanziellen Fiasko einen grösseren Reputationsschaden in Kauf nimmt.  


Ich wünsche mir viele Delegierte, welche deeskalierend einwirken und die Anträge der GL ablehnen oder auf diese gar nicht erst eintreten. Deshalb gelange ich mit diesem Schreiben an euch. Ich weiss nämlich, dass die meisten von euch aus dem gleichen Grund Lehrer sind wie ich: Wir lieben unseren Beruf, und möchten möglichst viel von unserer Energie zum Wohl des einzelnen Kindes einsetzen!

Bürokratie nur soviel wie nötig; aber Freiheit und Kreativität soviel wie möglich. Das war das Qualitätsmerkmal der Lehrerin oder des Lehrers als Künstler. Frei bestimmt in der Planung- ob morgens früh, übers Wochenende oder nach Mitternacht. Dafür wurden wir beneidet. Da werden wir immer mehr systematisch eingeengt und kontrolliert.  Darum lohnt es sich zu wehren.

Ich kämpfe um jede einzelne Stimme der Delegierten, denn ich versprach all den Lehrpersonen, welche die Initiative unterzeichnet haben und vor einem Jahr einen Marschhalt mit Denkpause proklamiert hatten, mich für eine pragmatische, bündnerische Umsetzung dieser Schulreform einzusetzen. Was wir heute sehen ist, dass wir weit weg von einer Bünder Lösung sind. Baselland und Appenzell zeigen, dass diese Reform trotz Harmos-Mitgliedschaft moderat umgesetzt werden kann. Graubünden ist kein Harmos-Kanton. Weshalb weigert sich die GL des LEGR diese Karte zu spielen!

Ein Stück Freiheit abzugeben ist in einer komfortablen Situation leicht, diese aber bei Ungemach wieder zurückzufordern oft ein Ding der Unmöglichkeit.  Lehrpersonen mit grosser Berufserfahrung wissen, wovon ich spreche.  Es ist wie mit den Gesetzen oder Gebühren, einmal da, sind sie kaum mehr wegzubringen.

Seit einigen Jahren bringe ich mich aktiv in die Bildungsdebatte ein. Meine Mittel dazu sind Gespräche mit Lehrpersonen, Eltern, Politikern, über Leserbriefe, Mails und Veröffentlichungen im Internet.  

Eine ausführliche Stellungnahme zu den DV-Einladungsunterlagen der GL des LEGR ist ab dem 24. Sept. 2017 unter https://www.markus-niederdorfer.ch/dv-legr-ausführliche-stellungnahme/ geschaltet.

An dieser Stelle danke ich allen, welche mich ermutigen dran zu bleiben.

Markus Niederdorfer


a) Die Delegiertenversammlung LEGR unterstützt den Lehrplan 21 Graubünden und erneuert den Auftrag an die Geschäftsleitung LEGR, die Umsetzung weiterhin kritisch-konstruktiv zu begleiten.
b) Die Delegiertenversammlung LEGR lehnt die Doppelinitiative (Verfassungsinitiative „Gute Schule Graubünden- Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen“ und Gesetzesinitiative „Gute Schule Graubünden- Mitsprache bei Lehrplänen“) ab.
c) Die Delegiertenversammlung LEGR will, dass sich der LEGR unter der Führung der Geschäftsleitung aktiv gegen die Doppelinitiative einsetzt.
d) Für die Vorbereitung und die Umsetzung des Abstimmungskampfes gegen die Doppelinitiative bewilligt sie für das Vereinsjahr 2017/18 Fr. 20‘000.- aus der Projektkasse. Das Budget 2018/19 wird an der folgenden Delegiertenversammlung bestimmt



[1] Statuen LEGR Art. 15



Erste Veranstaltung des Schulinspektorats zur Einführung des LP21GR
Am Freitag, den 9.Dezember war es soweit. Die Lehrpersonen Mittelbünden wurden in Tiefencastel über die Einführung des LP21GR informiert. Die Schulinspektoren waren sachlich und kompetent bei der Präsentation. Sie konnten nichts dafür, dass es in der Turnhalle sehr kühl war und die meisten Lehrpersonen die Jacken anbehielten.

Um sich ein Bild von der Zukunft machen zu können, wurde ein Filmausschnitt gezeigt. Dabei sah man eine LP, welche im Klassenzimmer zwischen den Schülerpulten hindurchging und den Schülern beim Erledigen des Auftrags half. Dann wurde der Film gestoppt. Die meisten Anwesenden hatten sich in diesem Ausschnitt wiedererkannt - also nichts Neues unter der Sonne! Das SI sprach auch immer von viel Zeit, die bleibt, um sich auf den LP21 vorzubereiten.

Nachdem  das SI den Zeitplan zur Einführung und Umsetzung des LP21 und die beschlossenen politischen Entscheide erklärt hatte, wurde auf Artikel 59 und 60 des Schulgesetzes verwiesen, um sich anschliessend der Stundendotation zu widmen.


Art. 59
Art. 56
Pflichten, Berufsauftrag
1 Die Lehrpersonen sind verpflichtet, die Schülerinnen und Schüler entsprechend den Zielsetzungen und Vorgaben dieses Gesetzes zu unterrichten und zu fördern.
2 Die Hauptaufgaben der Lehrpersonen umfassen insbesondere:
a)   die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts;
b)   die Gewährleistung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Lehr-und Fachpersonen……….

Art. 60
Gestaltung des Unterrichts
1 Die Lehrpersonen haben das Recht, im Rahmen des Lehrplans, der Weisungen des Amtes, der Vorgaben der Schulträgerschaft und der obligatorischen Lehrmittel den Unterricht frei zu gestalten.




Auf die Anmerkung, dass Art. 60 nach der Einführung des LP21GR  obsolet wird, da die obligatorischen Lehrmittel mit ihrem Wochenraster und den standardisierten Testmethoden nach Urs Moser die Unterrichtsplanung bestimmen werden, wurde nicht eingegangen. Auch die Frage nach der Qualität (und der grossen Unzufriedenheit vieler LP) dieser neu eingeführten, LP21-tauglichen Lehrmittel, wurde nicht beantwortet. Es hiess, dass diese vom EKUD bestimmt wurden und dass in diesem Bereich sicher keine Änderungen zu erwarten sind. Heute hat der Kanton eine grosse Liste von empfohlenen, ergänzenden Lehrmitteln. Diese wird dann verschwinden. Für Fächer, in welchen noch keine kompetenzorientierten Lehrmittel verhanden sind, werden solche in naher Zukunft entwickelt und eingeführt werden.

Alle Lehrmittel entsprechen den Vorgaben des LP21 und ziehen den komptenzorientierten Unterricht nach sich. Der Begriff geht auf Weinert zurück. Er versteht darunter das Zusammenspiel zwischen kognitiven und praktischen Fähigkeiten; also Wissen, Motivation, Werte-Orientierung, Einstellungen, Emotionen und weiteres,  welches für das Ausführen einer Handlung benötigt wird (Weinert 1999,s.8).

Damit die Schüler diese Kompetenz erwerben, muss die LP befähigt sein, den Untericht in einem entsprechenden Setting zu planen, durchzuführen,  zu beurteilen und entsprechende Diagnosen zum einzelen Kind zu stellen(Art.59) Dazu besucht sie die vom Kanton vorgeschriebenen Kurse, welche der Grosse Rat mit einem Nachtragskredit von 4.5 Mio bewilligte. (Die Lohnkosten der 39. Schulwoche sind nicht einberechnet!) Obwohl der LP21 sich an den Harmoszielen orientiert ( Kantonswechsel der SS/ gleicher Kompetenzstand/ zyklischer Aufbau/Anerkennung der Diplome…), sind die Weiterbildungkurse nur in Graubünden anerkannt! Da muss man zuerst mal drauf kommen. Dies gilt natürlich nur für LP, welche ihren Abschluss vor 2010 gemacht haben.

Als zweites Video wurde uns ein Lehrfilm der PHZ gezeigt: Die Lernlandschaft und weshalb sich die Schule verändern muss. Es gibt viele gute Gründe es anders zu sehen. Diese wurden aber nicht erwähnt, da der LP21 politisch "gegessen" ist.

Vom SI  wurde erklärt, dass die Zusammenarbeit zwischen den LP gefördert werden muss, dass jedes Team Absprachen in Bezug auf Lerninhalte, und auch wieder Lernziele definieren müsse, welche LP21 kompatibel seien. Als Grund wurde die Struktur des LP21 genannt, welcher nur die Zyklenziele beinhaltet und da es ja keine Jahrgangsziele mehr gibt, diese "Teilziele" im Lehrkörper bestimmt werden müssen. Das SI bietet seine Unterstützung an. Dieser Aspket im LP21 ist neu, oder wurde so noch nie aufgegriffen, denn de facto bedeutet das nichts anderes, als dass die Nachbargemeinde  in einem eigenen "Lernsetting" unterwegs sein wird. Da bekommt Harmos schon wieder eine neue Bedeutung.

Im Kanton Graubünden ist man nach einer Einführung von gerade mal 6 Tagen befähigt in allen Fächern kompetenzorientiert zu unterrichten. So kommt der Plan daher, welcher von der PH vorgestellt wurde. Als Beispiel: 1.5d Weiterbildung "Fachdidaktik Informatik und Medien" und schon darf man dieses Fach neu auf der PS unterrichten; Vorkenntnisse keine nötig. Das gleiche gilt für sprachliche und mathematische und neue Fächer. 1d Einführungskurs in kompetenzorientierten Unterricht.  Diese Angaben entbehren jeglicher Seriösität und gründen auf "Treu und Glauben".  Wer sich mit den Änderungen vom heutigen, praktizierten Unterrichtsmodell, zum zukünftigen Unterrichtsprinzip auseinandersetzt, stellt fest, dass allein für die baulichen Änderungen in den Schulgebäuden, vom Schulzimmer hin zu offenen Lernlandschaften grosser Erklärungsbedarf besteht, dass das Einrichten dieser, nebst finanziellen, auch zeitliche und personelle Ressourcen bindet, die mehrere Wochen Vorarbeit benötigen werden.  Natürlich kann die PH in einem Tag einen Abriss darüber geben, wie sich der Lehreralltag verändert, aber die grosse Arbeit muss dann die einzelen LP im Team bewältigen. Der Vertreter der PH räumte ein, dass dieses erste Weiterbildungsangebot nie ausreichen wird, um den LP21 im Schulalltag leben zu können. Dazu müssen die LP weitere Weiterbildungen besuchen. Dies sei aber nur eine Frage der Zeit, denn betroffen seien LP, die vor 2010 abschlossen; alle "neuen" können ja schon nach diesem Prinzip unterrichten, da die PHs so ausbilden.
Als Higlight wurde das LP21 APP mittels QR-Code auf die Smartphones geladen.
Der LP21 ist in drei Zyklen gegliedert. Die Kompetenzen müssen immer bis zum Ende des Zyklus erreicht werden. Die SS haben die Möglichkeit innerhalb der Hauptfächer  bis zu 1.5 Jahren in den nächsten Zyklus greifen zu können, wenn die individuelle Entwicklung dies erfordert. Das heisst nichs anderes, als das selbstgesteuerte Lernen in den sprachlichen und mathematischen Fächern zum Unterrichtsprinzip wird, da jeder Schüler mit seinem Portfolio unterwegs sein wird.  Der geführte Klassenunterricht, welcher zu Beginn gezeigt wurde, wird Geschichte sein.

Das SI zeigte einen alten Lehrplan und meinte, dass diese romatische Vorstellung von Schule nicht mehr zeitgmäss sei. Es sieht diese Bewegung hin zum kompetenzorietierten Unterricht als grosse Chance, gemeinsam die Schule weiter zu entwickeln. Ansonsten galt der Grundtenor, dass das SI nur Umsetzungsbehörde sei und die Entscheide politisch korrekt gefällt wurden. Wenn aber Fragen bestehen, würde das SI diese bis Januar sammeln und beantworten.

Die Broschüre, welche aufgelegen hat, wurde kaum beachtet, handelte es sich um dieselbe, welche schon seit Monaten auf der Webseite des AVS unter LP21GR zum Download bereitgestellt wurde. Was die Informationen anging, war wenig Neues zu erfahren. Das begründete wohl auch die niedrige Beteiligung bei den Fragerunden.


Fazit: Wenig Neues, die kalte Turnhalle blieb kalt. Das Feuer für den LP21GR wurde auf der einen Seite sicher nicht entfacht, aber auf der anderen Seite fehlten die erhitzten Gemüter. Und somit waren alle froh, dass die Veranstaltung früher als geplant fertig war und alle ins wohlverdiente Wochenende entlassen wurden.

von Markus Niederdorfer, 19.12. 2016

Wichtige Dokumente zum Bündner Lehrplan 21 sind auch hier ersichtlich


4.8.
Die Doppelinitiative "Mitsprache bei Bildungsfragen" und "Mitsprache bei Lehrplänen" stösst bei der Bevölkerung auf Interesse. Dies zeigte unsere erfolgreiche Fahrradaktion im Juli mehr als deutlich. Im August sind wir nun wieder unterwegs, diesmal mit dem Zug und dem Postauto.

Mit den pausenlosen Reformversuchen der letzten Jahre ist unsere einst anerkannt gute Volksschule inzwischen zum Spielball der Bildungsstrategen geworden. Mit der bevorstehenden Einführung des Lehrplans 21 findet diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt. Leider entfernte sich die Volksschule dadurch immer weiter von der Bevölkerung. Zwar wurde die Schule komplizierter und teurer, doch leider nicht wirklich besser. Lehrmeister beklagen, dass viele Schulabgänger den Ansprüchen der Lehrbetriebe nicht mehr genügen. Über die Gründe dafür wird in Expertenkreisen gerätselt und wahrscheinlich bereits die nächste Reform vorbereitet.

Auch Eltern stellen vermehrt fest, dass ihre Kinder in der Schule das Basiswissen nicht mehr mitbekommen. Oft müssen sie zu Hause z.B. den Zehnerübergang oder den Dreisatz nochmals erklären, weil diese Grundlagen heute schon nicht mehr sorgfältig eingeführt werden. Umso wichtiger ist es, dass auch in Zukunft grundlegende Inhalte und Ziele des Unterrichts in den einzelnen Fächern klar geregelt sind. Die Volksschule gehört wieder demokratisch kontrolliert.


Uns interessiert die Meinung der Bündner Bevölkerung. Im August nehmen wir uns deshalb viel Zeit, um noch besser herauszuhören, wo der Schuh drückt. Wir fahren in die Dörfer und freuen uns auf interessante Gespräche über unser Bildungssystem. Dabei sammeln wir weiterhin Unterschriften – weit mehr als die Hälfte ist schon beisammen.
Elisabeth Calcagnini

13. 7.
Sommeraktion "Radeln für eine gute Schule und die Demokratie" auch auf 
http://guteschule-gr.ch/wordpress ersichtlich.


Die Schulbildung liegt der Bevölkerung am Herzen. Das ist das überaus positive Fazit unserer sechstägigen Unterschriftensammlung mit dem Velo durch die Dörfer unseres schönen Kantons. Viele haben die Doppelinitiative «Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen» und «Mitsprache bei Lehrplänen» gerne unterschrieben, so dass wir nun den zweiten Tausender geknackt haben. Dafür ein herzliches Dankeschön.

Wir starteten am 7. Juli in Maienfeld und beendeten am 13. Juli unsere Aktion in Davos. Auf den Fahrten durch die Bündner Herrschaft und das Domleschg hatten wir oft schöne Begegnungen und führten spannende Gespräche. In vielen kleinen Dörfern stiess unsere Idee, die Demokratie direkt vor Ort zu tragen, auf grosse Sympathie. In den Diskussionen betonten wir, dass die Schule alle betrifft und dass die demokratische Kontrolle durch die Bürger gewährleistet bleiben muss. Auch mit dem Argument, dass hinter dem Lehrplan 21 ein fragwürdiges Konzept steht, stiessen wir auf offene Ohren. Nein, unsere Volksschule darf nicht zum Spielball privater Interessen verkommen, da gaben uns die Menschen recht. Wir sammelten vor den Läden, in Restaurants, in Schwimmbädern und auf Spielplätzen. Sogar wenn wir die Türklingel betätigten, freuten sich die Leute. Das sonnige Wetter der ersten Tage trug bestimmt zum Gelingen bei. Natürlich gab es kritische Fragen und Einwände, einige zeigten sich auch völlig desinteressiert. Doch Kommentare wie: «Alle Achtung, dass Sie das machen!» «Danke für Ihren Einsatz,» spornten uns wieder an. Wir stellen fest, dass eine grosse Zahl von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern sich um die Zukunft unserer Schule sorgt und mit uns einig geht, dass wichtige Änderungen im Bildungswesen demokratisch geregelt gehören. Viele junge Männer und Frauen, besonders Mütter hörten unseren Argumenten genau zu, fragten nach und gaben uns nach einem lebhaften Hin und Her gerne ihre Unterschrift. Es geht um die Zukunft ihrer Kinder. Doch auch ältere Menschen, deren Kinder längst erwachsen sind, erkannten die Bedeutung dieser Initiative und bezeugten ihre Zustimmung mir der Unterschrift. «Was ihr macht, ist genau richtig und sehr wichtig!» Für so einen Satz lohnte es sich, für die Schule und die Demokratie hinzustehen und überdies machte uns die Aktion auch viel Freude.

Elisabeth Calcagnini
Erstunterzeichnerin

Kommentar von Mark Niederdorfer


Mit dieser Aktion wurde der Nerv der Bevölkerung getroffen. Mit dem Fahrrad wurde das Anliegen an die Bevölkerung gebracht. Doch das Fahrrad steht auch für das Verbindende und das Machbare. So wie die Volksschule das verbindende Element zwischen Dorf und Welt bildet. Hier wird das Wissen erworben, die Kulturtechniken des Rechnens und Lesens. Und hier entsteht das Gefühl von Gemeinschaft und Heimat. So ausgerüstet ist die Basis geschaffen, welche benötigt wird, um mit Pioniergeist und Zuversicht die Welt zu erobern. Dafür ist die Schweiz auf der ganzen Welt bekannt. Darauf dürfen wir heute auch stolz sein. Eine Generation junger Erwachsener wächst heran, welche genau auf diese Werte blickt. Die Volksschule ist Sache des Volkes. Und das Volk hat die Symbolik des Fahrrads verstanden.


7.7.
Unsere Aktion gilt als Dankeschön und Aufruf an die Bevölkerung. Heute teilen wir offiziell mit, dass wir die Tausend geknackt haben. Deshalb radeln wir durch Teile des Kantons, um die interessierte Bevölkerung weiter zu motivieren. Es lohnt sich, für die Schule und die Demokratie hinzustehen.

Auf unserer Fahrt durch die Bündner Herrschaft sind wir auf offene Ohren gestossen. In Maienfeld erwarteten uns Sonnenschein, gute Gespräche und viele Personen, welche uns unterstützen.
Dann radelten wir weiter über Jenins, Malans nach Igis. Auch hier stiessen wir mit der Idee, die Demokratie in die Dörfer zu tragen auf viel Sympathie. Klar braucht es Überwindung, die Türklingel zu betätigen. Doch die meisten Leute begegneten uns mit Wohlwollen. Natürlich gab es auch Unterschriften vor der Post, der Bank, den Läden  und in Restaurants.

Grosse Zustimmung fand unser Anliegen bei jungen Müttern. Hier baut sich ein echter Widerstand auf. Bleibt zu hoffen, dass sie am Ball bleiben, denn es geht um die Schule ihrer Kinder. Es freut uns auch sehr, dass ein Gemeindepräsident, ein ehemaliges Regierungsmitglied und einige Lehrerinnen unsere Initiative unterschrieben haben. Fazit: Tag Eins gilt als geglückt. Über hundert Unterschriften sind dazu gekommen.

Weitere Berichte sind hier zu lesen: http://guteschule-gr.ch/wordpress/?page_id=79 


Radeln für eine gute Schule, 6. Juni 2016
Regelmässige Updates von der Radtour von Maienfeld Richtung Disentis sind hier http://guteschule-gr.ch/wordpress/ erhältlich.

Wachrüttlen der Bevölkerung
Einmal mehr werden demokratische Volksrechte mit Füssen getreten.  Die Doppelinitiative soll nicht für Unruhe stiften, sondern die Bevölkerung wachrütteln. Was in den Hinterzimmern selbstgenannter Bildungsexperten ausgedacht wurde, findet die Krönung mit der Inkraftsetzung des LP21.  Dass die Schüler zukünftig Output –und nicht mehr Input-orientiert unterrichtet werden, wird mit den obligatorischen Lehrmitteln und den neuen elektronischen Testverfahren gewährleistet. Die Lehrpersonen werden zu Lernbegleitern, modern Coaches, ausgebildet, und das selbstgesteuerte Lernen nimmt seinen Lauf. Die Kosten für die Bildung steigen ins Uferlose. Die Lehrmittel kosten ein Vielfaches verglichen mit den traditionellen. Die Schüler werden zu Einzelkämpfern herangebildet, damit sie später den Generationenvertrag ohne Mühe aufkündigen können, denn ob man Humanist oder Egoist wird,  ist nebst der Erziehung, auch eine Frage der Bildung. Und darum geht es! Es geht nicht um die gekränkte Eitelkeit einer Präsidentin, oder um ein paar Experten, sondern es geht darum, welche Schule möchten wir für unsere Kinder. Darüber muss die Gesellschaft sprechen, und zwar in den Lehrerzimmern, den Kirchen, den Stammtischen, in den Pendlerzügen, auf den Spielplätzen und am Mittagstisch. Bis jetzt wurde diese Diskussion verweigert. Die Bildung ist dem Volk wichtig. Es ist bereit, viel Geld dafür auszugeben. Deshalb muss jetzt eine breite Debatte über die Bildung geführt werden. Das ist gehört zu den Grundrechten und Pflichten des Volkes. 

Von Markus Niederdorfer, 26.4.

Informationsveranstaltung zum Lehrplan 21

20. April 2016
Chur, Calvensaal
19.30 Uhr
mit Alain Pichard und Beat Kissling


Bericht zu Weckruf „Denkpause“ Lehrplan21GR von Markus Niederdorfer, 17.3.

Ziel dieser Umfrage war Meinungen zu sammeln, um herauszufinden, wie die Bündner Lehrpersonen auf die Umsetzung des Lehrplans21GR, gemäss Bericht des EKUDs an der Grossen Rat, stehen, um daraus einen Stimmungsbarometer aus der Basis zu erhalten.
Über den Stand der Umfrage über Facebook LEGR und schuleschweiz.blogspot.ch informiert.

Das Zeitfenster für diese Mini-Vernehmlassung war sehr klein, gerade Mal 9 Tage. In dieser Zeit waren die Sportferien und zum Teil Sportwochen angesagt. Am Montag versuchte ich das Papier "Weckruf zur Denkpause" über den Verband an die Mitglieder des LEGR zu senden. Leider wurde das aus organisatorischen Gründen verwehrt.
Trotz dieser schlechten Rahmenbedingungen haben sich bei mir schon mehrere Hundert
Lehrpersonen gemeldet, welche mein Anliegen unterstützen oder auch kritisch hinterfragen. Das Verhältnis liegt bei etwa 1:35, zu Gunsten der "Denkpause".

Diese breite Unterstützung ist folgendermassen zu erklären:
      Viele Lehrpersonen erinnern sich an die letzten Veränderungen im Schulsystem, welche zu einer erheblichen Mehrbelastung und Bürokratisierung im Unterrichtsalltag führten. Der Nutzen gemessen mit zu Aufwand sei bescheiden. Diese sehen diesen "Weckruf" als Warnruf an die Regierung, nicht schon wieder eine Bildungsbaustellte zu betreten.
      Viele Lehrpersonen haben grosse Vorbehalte gegenüber dem Vorgehen des EKUDs. Sie sind sich bewusst, dass der Lehrplan Sache der Regierung ist, sie denken aber, dass was im Winter 2014 in der Stellungnahme ans EKUD gerichtet wurde, verglichen mit dem Bericht des EKUDs zu Handen des Grossen Rates in weiten Teilen nicht übereinstimmen. Dieser Bericht sollte den Lehrpersonen vorenthalten werden. Das ärgerte sehr viele.
      Es gab auch durchaus Rückmeldungen, welche eine Harmonisierung der Schule begrüssen und schon Kurse zum Lehrplan21 besucht haben. Diese Leute haben aber grosse Bedenken betreffend den Kosten der neuen Lehrmittel. Sie befürchten, dass die Gemeinden darunter zu stark zu leiden hätten und der Kanton Hand bieten müsste.

Die Hauptgründe aber für eine "Denkpause" lieferte die Geschäftsleitung des LEGR im Schreiben vom Freitag, den 11.März 2016, als sie die Mitglieder in einem Rundschreiben informierte.
"Deshalb steht die Geschäftsleitung LEGR nach diesem Prozess nun hinter dem Lehrplan 21 Graubünden, wenn auch immer noch kritisch.
Wir begrüssen, dass der Kanton Graubünden zum Ziel hat, sich inhaltlich möglichst nahe am LP 21 zu bewegen, damit das nationale Harmonisierungsprojekt weitgehend gelingen kann.
Auch wenn sehr viele unserer Anregungen und Kritikpunkte aufgenommen wurden, bleiben offene Fragen um ein paar Themen bestehen wie beispielsweise bei den Lehrmitteln, der Individualisierung in der 3. Oberstufe oder bei der Kompetenzenbeurteilung.  
Auch kleinere Kröten gibt es zu schlucken. So zum Beispiel, dass Textiles und Technisches Gestalten - zwar dank unserer Intervention nicht mehr so stark wie ursprünglich geplant - aber dennoch leicht abgebaut wird."
Aus:Information an Schulhausdelegierte der LEGR GL vom 11.März 2016

      Die Bildungsziele der EDK, welche nicht anderes sind als klassische Lernziele, wie sie heute noch in vielen Lehrpläne geführt werden, wurden beim Lehrplan21 durch Kompetenzen in verschiedene Handlungsfelder zerstückelt.  Diese Bildungsziele sind für die Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften definiert. Mit dem gültigen Lehrplan Graubünden werden die verlangten Lernziele erreicht.

      Die neuen Lehrmittel, welche der Kanton in den letzten Jahren evaluiert und den Lehrpersonen zum Unterrichten vorgeschrieben hat, sind alle kompetenzorientiert. Darüber herrscht eine sehr grosse Unzufriedenheit. Viele Lehrpersonen meinten, dass sie damit keinen messbaren Leistungsgewinn im Unterricht erzielen. Der rote Faden fehlt gänzlich und die logischen Aufbauschritte sind nicht mehr zu erkennen. Stattdessen gibt es zu jedem Lehrmittel meist ein Set aus Begleitbuch für den Schüler, Schülerbuch zum
Einschreiben, Theorieheft und oft noch elektronische Lernhilfen (CDs/Sticks…). Im täglichen Unterricht geht allein für das Bereitstellen vor der Lektion sehr viel Zeit verloren. Die schwächeren Schüler sind mit der Organisation oft überfordert. Diesen Punkt teilt auch die LEGR GL als Schwachpunkt und ist auch im Bericht des EKUDs explizit erwähnt worden.

      Die Lehrmittel sind auf den Lehrplan abgestützt, sie helfen der Lehrperson sich im Gerüst der Kompetenzenvielfalt zu orientieren. Das tönt vernünftig, aber was ist, wenn man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr erkennt, respektive die Übersicht über den Leistungsstand der Klasse und des einzelnen Schülers verliert? Dann wird ein elektronisches Testverfahren angewendet, (was wiederkehrende Folgekosten analog zu den Lizenzen), verursacht, wo die Lehrperson erfährt, dass die Mehrheit aller Schüler, welche dieses Modul bestritten hatten, besser waren, als der beste der eigenen Klasse…. Das wusste der erfahrene Lehrer auch schon ohne diesen Test. Doch die Lehrperson versucht täglich die Schüler vorwärts zu bringen, umsetzbare Aufgaben zu bringen und erreichbare Ziele zu stellen. Er ist der Filter zwischen Mach -und Wünschbarem. Das ist ein Hauptkritikpunkt aus der Ecke der berufserfahrenen Lehrpersonen, die glauben zu wissen, was umsetzbar ist in der Praxis. Meist werden dann eigene Ressourcen (Arbeitsblätter/Dossier…) hervorgeholt. Gerade auf der Oberstufe ist bekannt, was die Berufsschule von Schulabgängern verlangt, die eine 3-4- jährige EFZ-Lehre absolvieren oder was für eine weiterführende Schule an Wissen nötig ist.

      Allein bei den Lehrmitteln könnte das EKUD besser auf die konstruktive Kritik aus der Front hören, diese ernst nehmen und die Liste der Lehrmittel anpassen. Mit dem Entscheid zur Einführung des LP21GR wäre das Thema Lehrmittel vom Tisch. Eine "Denkpause" gäbe auch die nötige Zeit und Raum mit den Lehrpersonen dieses leidige Thema zu lösen. Ohne "Denkpause" kann dieser Prozess nicht stattfinden, da die Lehrmittel den schulischen Alltag bestimmen, in Bezug auf Unterrichtsplanung-durchführung - und controlling. 
(Wochenraster mit Kompetenzüberprüfung; kein Spielraum mehr für Zusatzmaterial)

      In Bezug auf die Zeugnisse herrscht die grösste Unklarheit. Dies geht auch aus dem Bericht des EKUDs zu Handen des Grossen Rates hervor. Diese Unsicherheit herrscht aber nicht nur in Graubünden, sondern auch in den anderen Kantonen. Auch hier ist kein Ufer in Sicht, noch nicht. Deshalb ist es nur vernünftig, sich eine "Denkpause" zu gönnen.

      Damit die Lehrperson erfolgreich unterrichten kann, benötigt er betreffend Methode und Benützung von Lehrmitteln Beinfreiheit. Diese ist mit den neuen Lehrmitteln nicht mehr gegeben. Betreffend Schülerbeurteilung und Zeugnis ein nachvollziehbares Verfahren. Wenn in diesen beiden Punkten grosse Fragezeichen von Seiten der LEGR GL vorherrschen, dann stellt sich die Frage, wie der Unterricht zum gewünschten Ergebnis führen kann.

      Die Auswirkungen auf die Belastbarkeit der Lehrperson ist in keiner Weise bekannt.  Es werden Ressourcen für die Einführung in den Kompetenzorientierten Unterricht
(Sommerkurse) bereitgestellt. Wie sich aber dieser Paradigmawechsel auf den Schulalltag der Lehrperson auswirkt, ist eine Blackbox. Fakt ist, dass heute schon sehr viele Lehrpersonen sich an der Front im Stich gelassen fühlen und einfach versuchen ihr Bestes zu geben. Noch mehr Pionierarbeit für das Projekt Lehrplan21GR (mit Einführung, Evaluation, Partner für Bildungsinstitute) nach Frühsprachen für die PS und Integration, liegt nicht drin.  

      Es gibt Befürchtungen, dass die klassische Lehrperson der Vergangenheit angehört und durch einen Coach und Controller (Kompetenzerfassungssystem) ersetzt wird. Lernen erfolgt aber in der Gemeinschaft und der Beziehung (Interaktion) im Klassenzimmer. Dazu ist eine klare Struktur wichtig. Die Schule ist für viele Kinder der einzige Ort, wo sie zu Ruhe kommen, in einer Gesellschaft, die im Alltag ständig auf Achse ist.  Der Bericht des EKUDs nimmt dazu keine Stellung.


      Die Kosten, die auf die Gemeinden zukommen sind nicht bekannt. Bis zur Abstimmung im Juni durch den Grossen Rat, in welchem der Kredit für die Umsetzungskosten genehmigt werden soll, ist zu kurz. Die Gemeinden haben keine Möglichkeit diese auf realen Grundlagen zu berechnen und dann zu einer Meinung zu gelangen. Das sind Kosten für Schulräume (Ateliers/ Gruppenräume/funktionierende Informatiksysteme/ ITSupport/Lizenzen/Lehrmittel und ergänzendes Material der Verlage zu den entsprechenden Lehrmitteln und Lizenzen für webbasierte Testsysteme….
      Der Kanton Graubünden ist nicht Mitglied von Harmos. Die Mindestanforderungen Eidgenössischen Bildungsziele sind bei der EDK für die Fachbereiche einsehbar. Diese werden mit dem aktuellen Lehrplan abgedeckt. Die Ausnahme bildet die ICT.
Tätigkeitsprogramm 2015–2019: Verabschiedung der EDK vom 18.Juni 2015

Bildung und ICT: Dass gemäss Aussprache des Vorstands vom 11. September 2014 in diesem Bereich die grössten Veränderungen erwartet werden, spiegelt sich in Ziffer 1.6 wider. Die Bedürfnisse der Kantone und der Sprachregionen an die interkantonale Fachagentur im Bereich ICT (SFIB c/o educa) sowie Funktion, Aufgaben und Governance des Schweizerischen Bildungsservers SBS c/o educa) sind zu klären und im Leistungsauftrag abzubilden. 

Auch in diesem Bereich steht das Zeitfenster weit offen. Die Gemeinden müssen wissen, welche Informatikinfrastruktur nötig ist, welche Unterrichtsmedien (PCs/MACs/Tablets…) benötigt werden. Gerade in dieser Technologie sind in nächster Zeit grosse Veränderungen zu erwarten, neue Generationen von Tablets, Chips und Prozessoren, und die Preise sind am Fallen.

Abwägungen

Nebst diesen meist kritischen Äusserungen und Vorbehalten, gibt es auch Lehrpersonen, die Chancen  im Lehrplan21GR sehen. Dazu gehört die Harmonisierung unter den Kantonen. Weiter gibt der Lehrplan21GR viel Raum für Neues. Die Schulen müssen sich der Schnelligkeit der Gesellschaft anpassen.  Lehrpersonen haben schon Sommerkurse zum Lehrplan21 besucht und sehen grosse Chancen für  alle, den Unterricht transparenter zu gestalten und planen, durchzuführen und zu evaluieren. Die LEGR GL meint, dass sie auf die Umsetzung korrigierend einwirken könne, da sie ab jetzt in der Resonanzgruppe ist.

Dennoch überwiegt die Menge der Unsicherheiten. Die Gelingensbedingungen sind zu wenig klar. Der Weg – eine sechsjährige Umsetzungsphase - ist sehr lange. Ist das Schiff erst angestossen, kann es nicht mehr gestoppt werden. Folgekosten daraus können immens sein; der Reibungsverlust zu hoch, verglichen zur Notwendigkeit, dieses Schiff auf Kurs zu bringen.

Der Kanton Graubünden ist nicht Teil von Harmos. Dies hat die Bevölkerung so bestimmt. Er ist frei in der Gestaltung seines Lehrplans und der Stundentafeln (im Rahmen der Gesamtdotation der 11 Schuljahre; inkl.KG).  Er muss sich an die Bildungsstandards halten.

Die Bündner Schule funktioniert. Die Vorgaben der EDK mit ihren Bildungszielen werden heute erreicht und die Maturitätsquote, verglichen im interkantonalen Vergleich, fällt nicht ab. Vermutlich fallen wir auch beim interkantonalen Vergleich mit der PISA Studie gegenüber anderen Kantonen nicht ab (diese Daten sind aber nicht öffentlich).
Selbst bei den Lehrmitteln fährt jeder Kanton und Verlag seinen eigenen Kurs. Lehrmittel aus dem Kanton St.Gallen korrespondieren nur mit dem Zyklusziel-kompetenzen, nicht aber innerhalb des Zyklus. Das bedeutet, dass ein Kantonswechsel, wie bis anhin Mehraufwand für die Lehrperson und das Kind bedeutet; alles andere ist Sand in die Augen gestreut.
Die Kosten, welche die Umsetzung eines solchen Grossprojektes (im interkantonalen Kontext), generieren, können nicht berechnet werden. Selbst Kantone, die dem Harmos zugestimmt haben, erhalten grossen Gegenwind und müssen dagegen ankämpfen, sei es gegen Bürgerbewegungen und Initiativen (in 12 Kantonen) oder gegen Protest der Lehrpersonen oder Verbände (BE/ZH/BL). Verzögerungen und Anpassungen sind vorprogrammiert. Dies ist Teil des föderalistischen Systems. Als Basis dienen die eidgenössischen Bildungsstandards (Bundesrecht), nicht der Lehrplan21(Harmos).
Der Weckruf zu einer „Denkpause“  wäre eine Antwort auf die vielen Fragen, gewesen, welche zurzeit noch im Raume stehen. Ich danke  allen Kollegen und Kolleginnen, welche sich in irgendeiner Form zum Weckruf äusserten.
Selbstverständlich bin ich froh, wenn die grosse Unterstützung weiter anhält.

Markus Niederdofer



Die Lehrperson und das Recht (von Markus Niederdorfer)

Auf Grund einiger Anfragen, muss ich davon ausgehen, dass nicht alle Lehrpersonen ihre Grundrechte kennen.
Deshalb kurz und knapp: In der Schweiz ist die Meinungsfreiheit per Verfassungsartikel garantiert.
Aber es ist auch wahr, dass der Angestellte sich nach den Weisungen des Unternehmens zu verhalten hat. (Loyalitätsprinzp)
Was bedeutet das nun konkret? Das Schulgesetz des Kantons Graubündens vom 01.08.2013 ist massgebend.

Daraus einige relevante Gesetzesartikel.
4.3. Lerninhalte, Lehrplan und Lehrmittel
Art. 29
Fächer, Lehrplan
Die Regierung bestimmt die Pflicht-, Wahl- und Wahlpflichtfächer und erlässt den Lehrplan für die Stufen der Volksschule. Der Lehrplan regelt verbindlich die Stufenziele und die grundlegenden Inhalte des Unter­richts. Er kann für einzelne Fächer verbindliche Ziele festlegen.
Art. 35
Lehrmittel
Die Regierung bezeichnet die obligatorischen oder empfohlenen Lehrmittel.
Art. 59
Pflichten, Berufsauftrag
Die Lehrpersonen sind verpflichtet, die Schülerinnen und Schüler entsprechend den Zielsetzungen und Vorgaben dieses Gesetzes zu unterrichten und zu fördern.
Die Hauptaufgaben der Lehrpersonen umfassen insbesondere:
a)
die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts;


c)
die Beteiligung an der Gestaltung, Organisation und Weiterentwicklung der Schule;


f)
den Besuch von vom Amt obligatorisch erklärten Weiterbildungskursen, insbesondere auch bei der Einführung von neuen Unterrichtsfächern;

g)
die Mitwirkung an Schulveranstaltungen.
Art. 60
Gestaltung des Unterrichts
Die Lehrpersonen haben das Recht, im Rahmen des Lehrplans, der Weisungen des Amtes, der Vorgaben der Schulträgerschaft und der obligatorischen Lehrmittel den Unterricht frei zu gestalten.

Daraus folgt:
Der Kanton bestimmt die verbindlichen Stufenziele, Lerninhalte und Lernziele für die Fächer. Dazu erlässt er den Lehrplan und schlägt eine Liste von obligatorischen und empfohlenen Lehrmitteln sowie eigene Arbeitsmaterialien, welche zur Erreichung der Jahrgansziele, unterstützend im Unterricht eingesetzt werden, vor.
Eine Hauptaufgabe umfasst die Beteiligung an der Gestaltung, Organisation und Weiterentwicklung der Schule.

Mit der Einführung des Lehrplans21GR wird an den Pfeilern des bestehenden Gesetzes gerüttelt.  Die Lehrmittel sind verbindlich, die Stufenziele (zurzeit je nach Fach auf Jahrgansziele im Lehrplan beschrieben, nicht mehr überprüfbar) und eigene Arbeitsmaterialen kaum mehr einsetzbar. Die freie Gestaltung des Unterrichts ist auf das massivste bedroht.

Deshalb gilt es den Artikel 59c zu leben. Denn wir alle gestalten mit an einer Schule und sind eingeladen, nach dem Artikel 2 zu handeln.

Art. 2
Bildungsziele und -bereiche
Die Volksschule ist bestrebt, in Berücksichtigung der historisch gewachsenen sprachlich-kulturellen Eigenart der Gemeinschaft die Schülerinnen und Schüler zu einer Haltung zu erziehen, die sich an christlichen, humanistischen und demokratischen Wertvorstellungen orientiert.

In diesem Sinne ermutige ich alle an der Diskussion teilzunehmen und bedanke mich bei allen, welche schon mit diesem Prozess begonnen haben.

Denn ich kann mich nur wiederholen. Es geht mir nicht darum, den Lehrplan21GR zu bodigen, sondern um ein Zeitfenster - eine Denkpause- zu schaffen, bei der eine breite Auslegeordnung gemacht werden kann, um den besten Weg für die Bündner Schule zu finden.  Die Lehrpersonen vor Ort kennen das Gelände wohl am besten und sind gerne bereit ihre Erfahrung konstruktiv einzubringen.

Dies kann aber nur gelingen, wenn in den Gemeinden und von der Verwaltung her eine Basis der gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens aufgebaut wird. Das ist heute leider nicht überall der Fall.

Die Lehrpersonen, welche sich bei mir gemeldet haben, haben den ersten Schritt getan und hoffen darauf, dass die Politik dieses Zeichen erkennt.

Nur gemeinsam kann die Gesellschaft die Herausforderungen der Zukunft leisten. Die Lehrpersonen haben das Privileg die nächste Generation zu fördern und zu fordern.
Sie machen es gerne, denn deshalb sind sie Lehrpersonen. Ihr Geschick, ihre Erfahrung, ihr unbändiger Wille, sich täglich zu behaupten, und ihre Kreativität bestimmen den Erfolg im Klassenzimmer. Dazu benötigen sie aber Freiräume und Vertrauen von Seiten der Schulaufsicht.

Mit dem Schulgesetz von heute und dem gültigen Lehrplan können sie ihren Alltag zu ihrer vollen Zufriedenheit meistern. Und wenn die Sache mit den Lehrmitteln noch besser laufen würde, wäre die Zufriedenheit sicher viel grösser.

Ich bitte euch den Paragraph 1 des Artikels 2 des Schulgesetzes nochmals zu lesen und fest daran zu glauben, dass das was wir in den Kindern wecken wollen, auch für uns Gültigkeit hat.

Selbstverständlich seid ihr eingeladen, dieses Schreiben an viele Lehrpersonen des Kanton Graubündens weiter zu leiten und mich bei der Aktion "Denkpause" zu unterstützen.

Dazu benötige ich deinen Namen, Stufe, Dienstjahre, Schulort;)


Adresse:                             mark.niederdorfer@bluewin.ch

Seit 5 Tagen hallt der Weckruf nun durch den Kanton. In dieser Zeit wurden viele Telefongespräche geführt und noch mehr Mails geschrieben.
Ich danke allen, welche meine Idee weiter in den Schulhäusern verbreiteten und so erst das Erstellen eines Stimmungsbarometers ermöglichen.




Endspurt "Denkpause" von Markus Niederdorfer, 12.3.

Ich danke allen, welche mich schon in meinem Anliegen eine «Denkpause» in Bezug auf Einführung Lehrplan21  einzuschalten, unterstützen.  Zu viele Fragen sind offen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Gewinner nur schwer auszumachen, aber Verlierer gibt es viele, dies schreibt ja  die LEGR GL in der Information vom Freitag, den 11.März 2016 (siehe unten), selber.

Lektionentafel: Ging man bei der Beratung des Schulgesetzes davon aus, dass die Lektionentafel für Schülerinnen und Schüler mit der Einführung des LP 21 reduziert wird, stehen wir vier Jahre später vor einer veränderten Ausgangslage. (Anm: Die Stundentafeln der anderen Kantone sind mehrheitlich erst in Bearbeitung oder in der Vernehmlassungsphase)

Unsere Inputs zur Lektionentafel waren umfangreich. Da und dort wurden sie aufgenommen, da und dort aber auch abgelehnt. (Anm: keine Information an Schulhausdelegierte; ergo kein Mitspracherecht aus der Basis)

Zudem haben wir uns für genügend finanzielle Ressourcen zur Umsetzung des LP 21 Graubünden eingesetzt - insbesondere für bezahlte Stellvertretungskosten bei Zusatzausbildungen.(Anm:also Mehrkosten für ein Projekt (Einführung LP21GR, dass sich in den nächsten Jahren noch sehr stark abschwächen wird, da in vielen Kantonen die Mittel knapp werden. Zu diesem Zeitpunkt nicht nötig, denn so fliesst das Geld «à fond perdu» wie bei den IT-Projekten…..)

Das waren einge Gründe, weshalb LEGR GL das unterstützt.

Kritisch äussert sich  die LEGR GL in folgenden Punkten.

Auch wenn sehr viele unserer Anregungen und Kritikpunkte aufgenommen wurden, bleiben offene Fragen um ein paar Themen bestehen wie beispielsweise bei den Lehrmitteln, der Individualisierung in der 3. Oberstufe oder bei der Kompetenzenbeurteilung.
Auch kleinere Kröten gibt es zu schlucken. So zum Beispiel, dass Textiles und Technisches Gestalten - zwar dank unserer Intervention nicht mehr so stark wie ursprünglich geplant - aber dennoch leicht abgebaut wird.

Wer meine Informationen in der letzten Woche erhalten und studiert hat, erkennt, dass meine Frage sich genau auf diese Themen beziehen.

Grosse Lehrmittelunzufriedenheit:  Diese werden mit der Einführung des LP21GR legitimiert. Keine Diskussion ist dann mehr möglich. Schon heute sind die Kosten dieser Lehrmittel bekannt, nämlich sehr teuer. Hier muss eine breite Diskussion geführt werden. Der Kanton kann die Lehrmittel bestimmen. Hier könnte mit wenig Aufwand im konstruktiven Dialog mit den Stufen innert kürzester Zeit eine bessere Situation geschaffen werden, so dass sich die Lage an der Front entspannt und die Lehrperson wieder mehr Sinnhaftigkeit in ihrer täglichen Arbeit erkennt.

Kompetenzbeurteilung: Der ganze LP21 fusst auf Kompetenzbeurteilung.  Wenn die LEGR GL in diesem Punkt offene Fragen hat,  unterstützt sie direkt meine Aufforderung zu einer «Denkpause». Notabene wurde mir das auch von mehreren Vorstandmitgliedern der Verbände auch mitgeteilt. Sie können nicht in die Öffentlichkeit, da sie den Bericht kannten und  eine «Schweigezeit» erhielten. Diese dauert bis zum 17.März 2016, da sie dann an der Pressekonferenz dabei sein werden. Deshalb freut es mich, dass die LEGR GL mit ihrem Schreiben an die Lehrerschaft gelangt ist. (weitere Info unter  Erläuterungen zum Bericht EKUD an den Grossen Rat)

Auch kleinere Kröten gibt es zu schlucken. So zum Beispiel, dass Textiles und Technisches Gestalten - zwar dank unserer Intervention nicht mehr so stark wie ursprünglich geplant - aber dennoch leicht abgebaut wird. :
Persönlich finde ich das  eine sehr unglückliche Formulierung. Wir müssten keine Kröten schlucken, wenn die LEGR GL mehr Vertrauen in die Mitglieder gehabt hätte und diese nach Ansicht des Berichtes des EKUD selbstbewusst und kompetent  den Kontakt zur Basis aufgenommen hätte. Stillschweigegelübde, Loyalität -Kollegialitätsprinzip – sind die falschen Rezepte. Dies mag schon mehrmals (Fremdsprachen( Integration/ Schulgesetzänderung…) funktioniert haben, aber der Unmut in den Lehrerzimmern und die Verunsicherung bei vielen Kollegen ist mittlerweile so gross, dass breite Resignation anstelle freudigen Mitgestaltens eingekehrt ist.

Als Kanton Graubünden sind wir nicht Mitglied von Harmos. Wir sind in keiner Weise unter Druck. Die eidgenössischen Bildungsziele werden schon mit dem aktuellen Lehrplan erfüllt.

Deshalb rufe ich euch auf die Idee der «Denkpause» zu unterstützen und die Kernbotschaften meiner Forderungen weiter zu verbreiten. Gemäss Kollegen, welche auch in kürzester Zeit Unterschriften für eine Sache, von der sie überzeugt waren, sammelten, funktioniert das am besten per Telefon mit «Vertragsabschluss»; in unserem Fall mit Angaben von Name, Funktion, Berufserfahrung und Schul -oder Wohnort. Die Daten werden vertraulich behandelt.

«Also Kopf hoch!» Die Kröte steckt noch im Hals und muss nicht geschluckt werden.  Dann entsteht wieder Raum für eine echte Diskussion über die bodenständige,  gute  Bündner Schule die sich dem Fortschritt nicht verweigert, diesen aber in ihrem Tempo und mit ihren Ressourcen angeht. Überlassen wir das Feld den Slalomfahrern, die schnell sind, aber gerne einfädeln und dann wieder zurück an den Start müssen. Sparen wir das Geld und die Zeit und leisten wir uns keine Einfädler mehr;)



Per Mail oder SMS :  Name / Funktion / Berufserfahrung / Schulort  0774004564  oder an mark.niederdorfer@bluewin.ch



Rundmail des LEGR mit Anmerkungen von Markus Niederdorfer. Hier ersichtlich.

Resignation oder Hilfslosigkeit?
Die Liste wächst kontinuierlich. Die Anzahl der Sympathisanten steigt kontinuierlich. Teamsitzungen fanden statt und es wurde und wird rege in den Schulhäusern - mit Ausnahme Stadt Chur (Loyalitätsunterzeichnung)- diskutiert. Das Momentum liegt bei den jungen Lehrpersonen, denn von dieser Gruppe höre und lese ich nicht. Die durchschnittliche Berufserfahrung liegt ca. 25 Jahren, oder anders ausgedrückt, zwischen 45 und 50 Lebensjahren. Dies ist die Gruppe, welche die letzten Reformen ausbaden mussten, weil die Annahmen und Versprechen, welche im Vorfeld gemacht wurden, selten das gewünschten Erfolg brachten.

Weitere Aussagen:
·LP besuchten schon Kurse zum Lehrplan21 und wollen nun loslegen. Mit einer Denkpause gehen diese Ressourcen ja nicht verloren. Wenn wir sehen, dass das alles so gut gelingt, dann wird natürlich sehr gerne auf die Ressourcen zurückgegriffen.
·LP glauben nicht, dass sie in der Unterrichtsplanung aufs massivste bevormundet werden. Diese haben den Bericht des EKUDs nicht gelesen oder nicht verstanden.
·LP glauben nicht, dass das Managertool, wie im Kanton Thurgau zum Einsatz kommen wird. Wenn es dann zu harzen beginnt, werden schuldige gesucht…und spätestens dann wird es eingesetzt. Persönlich gehe ich davon aus, dass es uns  als Stärkungstool der eigenen Skills verkauft wird.
·LP glauben noch immer, dass die Suppe nicht so heiss gegessen wird, wie sie auf der Webseite LP21 gekocht ist, obwohl dieser vollumfänglich übernommen wird. Die habe wohl die letzten Schulprojekte vergessen oder waren noch nicht dabei.
·LP glauben nicht an ihr demokratisches Recht; respektive sehen sich nicht wie die Ärzte, welche den Eid des Hippokrates geschworen haben, aber erkennen auch nicht den moralischen Vertrag, welchen sie eingegangen sind, um nach bestem Wissen und Gewissen ihre ganze Kraft für die Schulung des Kindes zu geben, sondern nicken Reform um Reform stillschweigend ab und jammern später im Kämmerlein. Doch meistens sind sie moralisch mitschuldig, da nur sie die Erfahrung und die Kenntnis mitbringen, um pragmatische Lösungen zu unterstützen. Diesmal sind wir in der Pflicht, da unser Verband zugestimmt hat.
·Meine Generation von Lehrpersonen wird den Lehrplan21 grossmehrheitlich nicht aktiv unterstützen. Wir werden die Kurse besuchen und nicht schlechter absolvieren als die Jungen, aber wir sind bereit loszulassen, unsere Ämter und Erfahrung abzugeben, damit die Schulleitungen und die junge Generation die Schule erfolgreich voranbringen können.
In Bern rauften sich 550 Lehrpersonen zusammen, um ein Zeichen zu setzen. Für jede Seite des Lehrplans eine Unterschrift.

In Zürich hat der Verband die Zusammenarbeit mit dem Bildungsdepartement sistiert.
Im Kanton Graubünden wird geglaubt. Das freut wohl die Kirche, ist aber nicht im Sinne des ethischen Unterrichtes.

Das ist mein Fazit nach dem sechsten Tag.
Die Sammlung läuft und die Jungen sind herzlich eingeladen;)

Mit freundlichem Gruss
Markus Niederdorfer, 10.3.



Halbzeitfazit
  • Viele meldeten sich schon auf das erste Schreiben, weil sie der Meinung sind, dass die Bündner Schule funktioniert.
  • Viele erinnern sich an die Aussagen der letzten Änderungen, besonders des Schulgesetzes, und den eklatanten Folgen daraus.
  • Viele Lehrpersonen haben zu wenig Ressourcen, um sich mit den Vor- oder Nachteilen des LP21 zu befassen.
  • Viele Lehrpersonen vertrauen auf die Rahmenbedingungen, welche der LEGR ausgehandelt hat.
  • Viele haben ihre Meinung nach reiflicher Überlegung geändert und unterstützen die Kernbotschaft des Weckrufes zu einer Denkpause.
  • Einige sind fest davon überzeugt, dass sich in Bezug auf die Unterrichtsmethodik und die Planung wenig ändert, da die Lehrperson der Steuermann im Schulzimmer sei.
  • In einigen Schulen ist man schon daran, den Lehrplan21 umzusetzen.


Damit eine vernünftige Aussage gemacht werden kann, sollten möglichst viele Lehrpersonen mitmachen. Zurzeit bestimmt die schweigende Mehrheit.
Die Argumente sind auf dem Tisch.

Ich benötige aber noch viele Lehrerstimmen. Anregungen und Fragen:

Die Daten werden vertraulich behandelt!

Bis am 14. März 2016 seid ihr eingeladen, euch mitzuteilen.
Von: Markus Niederdorfer, 9.3.

Die träge Masse bewegt sich doch!

Viele Lehrpersonen aus dem Kanton Graubünden erhielten in den letzten Tagen elektronische Post. Ein Kollege wollte mit diesem Weckruf zu einer "Denkpause", in der der Lehrplan21GR besprochen und eine breite Bildungsdiskussion angestossen wird, aufrufen. Es stellt sich die Frage, ob es ihm gelingt mit seinem kreativen Vorgehen seine Berufskollegen zu überzeugen. Denn er ist fest davon überzeugt, dass in der Debatte um den Lehplan21 die Stimme der Lehrpersonen fehlt.  Die Bildung ist ihm zu wertvoll, dass sie weiterhin von einigen Bildungstechnokraten bestimmt wird. Die Zürcher Lehrer zeigen den Weg. Sie stellten die Zusammenarbeit mit dem Departement ein, da ihre Anliegen übergangen werden und kein Dialog zwischen Lehrpersonen und Bildungsdepartement möglich ist. Notabene die gleiche Experten unterstützen auch Martin Jäger und das EKUD. Und um den Weg politisch zu ebnen, hielt Ernst Buschor, ehemaliger Bildungsdirektor des Kantons Zürich, an der Jahrestagung des Schulbehördenverbands eine flammende Rede über die Herausforderung der Schule von morgen.
Von: Markus Niederdorfer, 8.3.

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