26. April 2017

Deplatzierte Kinder in der Volksschule

Wie kommt es, dass unsere Superpädagogen an der Volksschule einen zwölfjährigen Schweizerdeutsch sprechenden Buben in eine Ausländerklasse von meist Achtjährigen stecken und meinen, in der Fremdsprachenklasse, wo alles, nur nicht Mundart gesprochen werde, sei er gut aufgehoben? Wie kommt es, dass der Schulrat – das strategische Aufsichtsorgan der Volksschule – sich in dieser Sache als beratungsresistent gegen den entsprechenden Regierungsratsentscheid zeigt, der diese offensichtliche Deplatzierung bemängelt hatte?
Volksschule entschwindet in ihrem eigenen Universum, Basler Zeitung, 26.4. Kommentar von Daniel Wahl


Es ist der stossende Fall aus Allschwil – der Umgang der Schulbehörde mit der schwierigen schulischen Laufbahn des kleinen Antonio, den die BaZ gestern an die Öffentlichkeit brachte. Leider ist der Fall Antonio nicht das einzige traurige Beispiel zum Verhalten der Schulbehörden, die nicht selten das Gefühl haben, einmal in ihr Amt entrückt, stünden sie über dem Mutter- instinkt. Und wüssten besser, was einem Kind guttut, als die Eltern.
Da wurde im Baselbiet beispielsweise ein hochbegabtes Kind, das wegen seiner Unterforderung auffällig war, einfach in die heilpädagogische Schule TSM in Münchenstein gesteckt. Nicht, dass dort das Personal schlecht wäre. Im Gegenteil. Aber auch hier mussten die Eltern gegen ein völlig deplatziertes Setting ankämpfen – verfügt von den sogenannten kantonalen Schulexperten. 80 ähnlich gelagerte Fälle hat die «IG besondere Kinder und Schule» gesammelt und dokumentiert. Und wir fragen uns noch einmal, weshalb es im teuersten Schulsystem der Welt so weit kommen kann. Bei den Recherchen in solchen schwierigen Geschichten fällt mir immer eines auf: Alle geben an, für das Kind nur das Beste gewollt zu haben – der Schul­leiter, der Lehrer und die Eltern. Das genaue Hinsehen entlarvt, dass dem nicht so ist.

1. Es gibt zu viele Pädagogen, die sich zu wichtig nehmen und meinen, ihre Fachbetreuung sei alles im Leben eines Kindes. Dabei verlieren sie das soziale Umfeld aus den Augen, das oft prägender für das Kind ist: Der zwölfjährige Antonio unter fremdsprachigen Achtjährigen! Nur die Mutter konnte zu Hause feststellen, dass ihr Sohn unter dieser Situation leidet.

2. Seit die Schule im Zuge ihrer Restrukturierung die Deutungshoheit über­nommen hat, bestimmt nicht mehr die Diagnose das Setting, sondern das vorhandene Angebot. Schulleiter platzieren Kinder dort, wo es Platz hat, und suchen dann Argumente, weshalb das gut ist. So kann selbst dann von Integration gesprochen werden, wenn Kinder in falschen Klassen oder in Nachbargemeinden untergebracht werden, auch wenn diese in der Freizeit nie mit ihren Schulkamerädli abmachen können.

3. Die behandelnden privaten Kinderärzte und -psychiater werden zu spät oder überhaupt nicht ins Boot geholt. Ihre Meinung gilt im Universum der Schulbehörde als störend. Wenn, dann verkündet der überlastete Kinderpsychiatrische Dienst (KPD) des Kantons die allein seligmachende Wahrheit. Nicht selten müssen Eltern nach monatelanger Wartezeit sogar doppelte Therapie und widersprechende Diagnosen in Kauf nehmen. 


Kommentare:

  1. Wir haben auch endliche Erfahrungen. Der Schulleiter Schule Zunzgen meint auch: die Ärzte haben keine Ahnung von Kindern, aber die Lehrer wissen alles. Kinder mobben oder schlagen das können sie in dieser Schule. Der Leiter sagt so: wahrscheinlich hat man es verdient. Die Frau Graff ist so wieso der Meinung das die Eltern( man darf) dürfen keine Meinung bilden, geschweige aussprechen!

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  2. Die Frau Monika Feller von Schule Tenniken schickte meiner deutschsprachiges Kind ganze Jahr zum Daz Unterricht ohne unsere Wissen und Einverständnis. Wir haben 2 Jahre gewartet auf ein Termin mit der Frau, die hat leider wichtige Sache als ihre Arbeit.

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